Öffentliche Veranstaltung 31. August 2019: Die WerteUnion-Berlin lädt die Initiative an der Basis ein, ihre Positionen und Erfahrungen zum Thema „Migrationspolitik, Flüchtlinge und Islam“ vorzustellen.

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Themenfeld Migration, Flüchtlinge, Islam

Veranstaltung

31. August 2019, 15:00 – 18:30 Uhr *

   Die WerteUnion-Berlin lädt die Initiative an der Basis ein, ihre Positionen und
Erfahrungen zum Thema „Migrationspolitik, Flüchtlinge und Islam“ vorzustellen.

Begrüßung und Einführung
WerteUnion-Berlin

Grenzöffnung 2015 – fortlaufender Rechtsbruch, humanitäre Pflichterfüllung?
Dr. Vosgerau, WerteUnion-Berlin
Rechtsanwalt, Privatdozent für Öffentliches Recht, Völker- und
Europarecht, Rechtsphilosophie an der Universität Köln

Die Kosten der „Flüchtlingskrise“– und wer sie trägt
Prof. Dr. Söllner, WerteUnion-Berlin
TU Ilmenau

Ziele der U.N. und Auswirkungen auf Deutschlands Asyl- u. Migrationspolitik
Rebecca Sommer, Initiative an der Basis
ehem. Zivilbevölkerungssprecherin im beratenden Status zu den Vereinten Nationen,ehrenamtliche Flüchtlingsbegleiterin, Leitung der Arbeitsgruppe Flucht+Menschenrechte (AG F+M

Warum der Islam nicht zu Europa gehört
Hartmut Krauss, Initiative an der Basis
ehem. DaF Lehrer, Buchautor, Verleger, Sozial- und Erziehungswissenschaftler
 

Erfahrungsberichte & Forderungen von der Initiative an der Basis:
Aufnahmestopp für die nächsten 3 Jahre, um die aufgelaufenen
Probleme zu reflektieren und angemessene Lösungen zu finden“

Die Initiative an der Basis ist ein bundesweites Bündnis von Menschen, die beruflich oder ehrenamtlich mit Flüchtlingen und Migranten arbeiten. Die Initiatoren kommen aus unterschiedlichen Berufen (Lehrkräfte, Erzieherinnen, Sozialarbeiterinnen, BAMF-Übersetzer und Dolmetscher, Justizangestellte, Psychologinnen, Ärzte und Polizisten, etc., sowie Geflüchtete und Migranten), die die jetzige Asyl- und Migrationspolitik kritisch beurteilen.

  • Analyse aus der Sicht einer Mitarbeiterin eines sozialpädagogischen Dienstes (N.N.); einer ehem. Flüchtlingsbegleiterin (Christiane Soler); eines ehem. Erziehers in der UmF Clearingstelle Berlin (Martyn Ringk); eines shiitischen Ex-Muslimen und Atheisten (Kian Kermanshahi); einer Lehrerin an einem Gymnasium (Christine G.); einer Integrationslehrerin an der VHS (Imme B.); einer ehrenamtlichen Flüchtlingsbegleiterin und Leiterin einer Ehrenamtsgruppe (Rebecca Sommer) und einem ehem. DaF-Lehrer (Hartmut Krauss).

*Einlass nur mit bestätigter Voranmeldung.     Kontakt: berlinwerteunion@gmail.com
Das Fotografieren, Audio- und Videoaufnahmen während der Veranstaltung ist nicht erlaubt.
Nach der Veranstaltung sind nach Rücksprache Filmaufnahmen und das Fotografieren möglich.


Erfahrungsbericht einer Sozialarbeiterin und ehemaligen Flüchtlingshelferin (Initiative an der Basis)

Unsere Kollegin B. ist Teil von unserer Initiative an der Basis. Frau B. ist Sozialarbeiterin und hat neben ihrer Arbeit von 09/2015 – 8/2016 ehrenamtlich Geflüchtete unterstützt.

Erfahrungsbericht Teil 1+2, von Frau B.

Teil 1: Eindrücke als Freiwillige Helferin in der ersten Zeit

Ich hatte im Herbst 2015 in den Nachrichten davon gehört, dass viele Menschen aus Syrien nach Europa fliehen aufgrund des Krieges. Eine Freundin erzählte mir, sie hätte gesehen, dass viele Frauen und Kinder, die arabisch aussehen, in unserem Bahnhof übernachteten. Ich bin Sozialarbeiterin und wollte mir persönlich einen Eindruck vom Geschehen vor Ort am Bahnhof machen. Tatsächlich kamen stündlich mit dem Zug Menschen an. Männer, Frauen, Kinder – die meisten sprachen weder Deutsch noch Englisch. Über die sozialen Medien sprach sich die Situation schnell rum, so dass nach kurzer Zeit Helfer vor Ort waren, die unter anderem selbst Migrationshintergrund hatten und deren Sprache sprachen. Alle Helfer waren hoch engagiert, haben z. T. bis zu 18 Stunden täglich am Bahnhof unterstützt, sich kurzfristig Urlaub genommen, o.ä. Ich selbst war immer nach meiner Haupttätigkeit vor Ort. Wir haben Bananen und Wasser eingekauft und die Menschen versorgt. Einige äußerten, sie wollen weiter in den Norden oder nach Schweden. Wir haben den Menschen die Informationen, die wir hatten, mitgeteilt. Der Großteil hatte kein Geld bei sich, so dass wir versucht haben, für die Familien eine angemessene Übernachtungsmöglichkeit zu schaffen. Es war kalt, sie schienen müde und hungrig. Sie taten uns leid. Wir alle haben ohne zu zögern geholfen, wo Not war. Nach einiger Zeit eröffneten die Hilfsorganisationen eine Notunterkunft. So waren wir damit beschäftigt, die Menschen am Bahnhof aufzuklären über die Lage und sie in die Notunterkunft zu begleiten. Irritiert war ich das erste Mal in folgender Situation: Als wir gerade die Situation vor Ort erklärten, schrie ein arabischer Mann mich auf Arabisch an – mein Übersetzer sagte mir, er hätte mich mit einem Wort für Ungläubige beschimpft und verflucht und will jetzt sofort sein Ticket nach Schweden von mir. Ich war sprachlos und irritiert. Damit hatte ich nicht gerechnet. Wir Helfer standen neben unseren täglichen Verpflichtungen aus reiner Hilfsbereitschaft jede freie Minute am Bahnhof für diese Menschen. Wie kam er darauf, dass ich ein Ticket für ihn habe? Wieso dachte er, dass er Anspruch darauf hat, von mir ein Ticket zu bekommen? Wieso will er nach Schweden? Er kann doch froh sein, hier in Sicherheit zu sein? Ich konnte nicht weiter über die Fragen nachdenken. Zu groß war der Hilfsbedarf vor Ort. Zunehmend unterstützten wir die Hilfsorganisation in der Notunterkunft. Dort gab es warmen Tee, Wasser und Suppe mit Brot zum Abend. Ebenso gab es Klappbetten und wir verteilten Decken. Hier erlebte ich bei der Essensausgabe, wie ein Herr uns anschrie, weil irgendwas mit dem Tee ihm nicht passte. Wir waren 3 Frauen und hatten Angst, er würde den heißen Becher gleich nach uns werfen. In dieser Zeit begegneten wir dort Frauen, die angaben, aus unterschiedlichen Gründen allein nach Deutschland gekommen zu sein. Einige berichteten, ihr Mann wäre auf der Reise von anderen erschossen worden, andere erzählten, er wäre auf der Reise einfach ohne sie weiter, wieder andere Frauen sagten, sie sind vor ihrem Mann geflohen. Mein Eindruck von all diesen Frauen – so unterschiedlich sie waren – war, dass sie verängstigt waren. Einige erzählten unseren Übersetzern von Übergriffen, die sie erlebt haben. Sie weinten. An einem anderen Tag erlebten wir eine Gruppe irakischer Männer, die versucht hatten, von mir mehr Decken als vorgesehen zu erhalten, sie hatten trotz Übersetzer kein Verständnis, dass jeder nur eine Decke bekommen sollte. Sie hörten nicht auf, immer weiter zu fragen und gingen dann hinter den Ausgabetisch und nahmen sich einfach welche. Die Regeln und Organisation unsererseits schienen ihnen egal. Schließlich fragten sie einen Helfer nach Internet. Er gab Ihnen sein Smartphone und so buchten sie ihren Rückflug in die Heimat und verließen die Notunterkunft mit einigen arabischen Schimpfworten – die hörten wir so häufig, dass wir sie nach kurzer Zeit kannten. Die Gesamtsituation war für alle – Geflüchtete und Helfer – schwer. Daher versuchten wir, vieles nicht so ernst zu nehmen. Insgesamt wurde ich von September bis Dezember 2015 mehrfach angeschrien. In 2 Situationen hatte ich konkret Angst vor Gewalt gegen mich. Mehrmals fanden wir beim Durchgehen der Unterkunft Blutspuren – lange Blutspuren, wie ich sie bisher nur aus dem Fernsehen kannte. Was war hier geschehen? Die Übersetzer – mittlerweile waren sie sehr geschätzte Freunde – entschieden sich, die Hilfe einzustellen. Ich fragte, wieso. Sie zögerten und sagten nur, dass die Leute keinen Respekt haben. Es sei anders als zu der Zeit, als sie damals nach Deutschland kamen. Ich war überrascht. Auch mir war eine Vielzahl von Situationen von Undankbarkeit und verbaler Gewalt bekannt, doch hatte ich immer die in den Medien dargestellten bedrohlichen Situationen im Kopf. Die armen Menschen… Sie rieten mir ebenfalls, mich zurückzuziehen, und das tat ich dann auch auf dieser Ebene.

 

Teil 2: erste Unterstützungsbemühungen zur Integration

Im Frühjahr 2016 bildeten sich in meiner Stadt Projekte im Zusammenhang mit den Geflüchteten. Ich bin grundsätzlich kulturell interessiert und so war ich auch hier interessiert, den Geflüchteten zu begegnen. Gerne wollte ich sie unterstützen und bei der Integration helfen. Mein erster Eindruck war, dass die Menschen sehr freundlich sind. Sie lächelten und zeigten sehr offen ihre kulturellen Bräuche. So haben wir arabisch gegessen, getanzt und versuchten einige arabische Wörter zu lernen.

An einem Abend veranstalteten sie in einer Halle ein Fest. Ich war beeindruckt, wie sie trotz ihrer – wie ich annahm – traumatischen Erlebnisse so fröhlich sein konnten. Sie tanzten arabische Tänze und sangen. Wir freiwilligen Helfer waren dabei, beobachteten die Stimmung und versuchten mitzufeiern. Befreundete Syrer und Libanesen, die lange in Deutschland leben, waren gemeinsam mit uns dort. Nach ca. einer Stunde veränderte sich die Stimmung. Einige der arabischen Männer gingen aktiv auf junge deutsche Frauen zu, tanzten sie an und wurden aus der Gruppe mit Klatschen und Rufen unterstützt. Die Frauen wurden in die Mitte gezogen, und um sie herum tanzten mehrere Männer. Ich konnte die Stimmung zunächst nicht richtig einordnen – welche Rolle hat diese Frau in der Mitte? Die außen herumstehenden Männer riefen arabische Worte und lachten. Meine arabisch sprechenden Freunde wollten plötzlich nachhause. Ich fragte sie, was los ist – nach mehrmaligem Fragen übersetzten sie die arabischen Rufe. Ich möchte die Übersetzung der Worte an dieser Stelle nicht wiederholen, doch kann ich sagen, es war der Frau und allen Frauen gegenüber, die nicht der islamischen Religion angehören, verachtend.

Ich war sehr geschockt, wie Menschen mir und allen anderen so nett begegnen können und gleichzeitig so verachtende Dinge über mich und alle anderen „Ungläubigen“ denken und laut proklamieren. In meinem ganzen Leben ist mir noch nie so eine grenzenlose Falschheit begegnet. Sie wussten, wir können ihre Worte nicht verstehen. Die meisten dort anwesenden „Ungläubigen“ hatten sehr viel Zeit und Mühe für diese Menschen investiert, die uns nun in aller Öffentlichkeit verachten und vorführen. Es gab auch immer wieder sehr nette Menschen, die vorgaben sehr gebildet zu sein. So nutzte ich die Gelegenheit, sie nach diesen Ereignissen zu fragen. Es war mir wichtig, diese Dinge zu verstehen. Sie antworteten, dass seien Menschen vom Dorf, sie hätten keine Bildung – wir sollten das nicht so ernst nehmen. Ich war in dem Moment erleichtert, nur eine Minderheit ohne Bildung. So unterstütze ich gezielt die Menschen, die mir vernünftig schienen. Konkret erinnere ich mich an einen Syrer, der vorgab als Lehrer in Syrien tätig gewesen zu sein. Er bräuchte dringend Arbeit, um seine Mutter, die noch in Syrien ist, zu unterstützen. Wir verabredeten uns in einem Cafe und besprachen, wie ich ihn unterstützen kann. Er sagte, er hat zuhause einen Laptop, auf dem seine Bewerbungsunterlagen sind, und das Einfachste wäre, ich käme zu ihm. Da ich nun schon einige Erfahrungen hatte und mich gezielt über die islamische Religion belesen hatte, fragte ich, ob das aus religiösen Gründen schwierig werden könnte. „Ich bin gebildet und weiß, wie das Leben in Europa ist. Keine Sorge!“, so die Antwort. Ich wusste, dass der Islam unterschiedlich ausgelegt wird, also nahm ich ihn beim Wort und wir trafen uns bei ihm. Er öffnete mir in Unterhemd und Jogginghose die Tür. Ich fragte ihn, warum er so rum läuft und ob er sich was überziehen kann. „Mir ist warm und wir (Syrer) laufen immer so zuhause rum.“ Mir war es im Grunde egal, ich hatte schon an unterschiedlichen Stellen kulturelle Eigenarten festgestellt – z. B. dauerhaftes Barfußlaufen zuhause –, die ich nicht alle nachvollziehen und aufklären konnte. So nahm ich es hin, und wir arbeiteten an den Bewerbungen. Als wir fertig waren, wurde er plötzlich sehr aufdringlich und nutzte seine körperliche Überlegenheit für seine offensichtlich doch anderen Interessen. Ich konnte mich durch Vehemenz unter Körpereinsatz befreien und wurde laut und sagte ihm ganz klar, sowas geht nicht. Er sagte mir daraufhin folgendes: „In unserer Kultur gibt es ein Sprichwort. Wenn ein Mann mit einer Frau allein ist, ist der Teufel auch im Raum. Das ist so. Jetzt habe ich sowieso schon gesündigt. Jetzt will ich auf jeden Fall noch was haben dafür. Das wäre so, als wenn jemand eine Bank überfällt, ins Gefängnis muss, und wenn er raus kommt, ist das Geld weg: Alles umsonst!“ Mir fiel dazu nichts mehr ein, und ich habe zugesehen weg zu kommen. Danach habe ich über diese Situation lange nachgedacht. Was ist das für eine Doppelmoral, die dieser gebildete Mann so selbstverständlich lebte? Immer noch war ich bestrebt, die Dinge zu verstehen. Immerhin sind nicht wenige in unserem Land, und sie scheinen alle sehr selbstbewusst.
Ca. 3 Wochen nach dem Vorfall bei dem Syrer zuhause rief er mich an, um mir mitzuteilen, er hätte ein Jobangebot. Trotz aller Ereignisse gratulierte ich ihm. Denn das war der Sinn des Bewerbungsschreibens und meiner investierten Zeit und Mühe. Er war darüber nicht froh. Ich fragte ihn zu den Rahmenbedingungen. Diese waren gut. Er hatte einen vom Bildungsministerium anerkannten Bachelorabschluss, und so wollte ihn die Firma einstellen. Das heißt, er hätte sein Auskommen gehabt. Er kritisierte den Fahrtweg. Es waren 35 km. Das wäre zu weit, außerdem möchte er in eine bestimmte Firma xy. Ich erklärte, dass das erstmal ein Einstieg sein kann, er sich jederzeit weiter entwickeln kann, dann allerdings schon ein Zeugnis und Berufserfahrung vorweisen kann, was immer wichtig und hilfreich ist in Deutschland. Er lies mich reden, um dann zu sagen: „Ich will in die Firma xy. Alles andere mach ich nicht.” Er sagte mir, es wäre meine Schuld, wegen mir hat er nun das Angebot der Firma und das Jobcenter droht ihm deswegen mit Leistungskürzungen. Er sagte mir, er werde das schon regeln. Das glaubte ich ihm, denn aufgrund von sehr genauen Fragen anderer Geflüchteter hatte ich inzwischen den Eindruck gewonnen, dass sie sehr gut vernetzt sind und alle Lücken im Sozialsystem kennen. So löste er das Problem und bezog weiterhin Leistungen vom Jobcenter. Ich erinnere mich gut, wie ich trotz allem versuchte, Verständnis zu haben. So sagte ich mir: „Wenn er das so gelernt hat, weiß er es nicht besser.“ Ich hatte durch die politischen Äußerungen in den Medien den Eindruck, es wird von mir als Deutsche erwartet: Verständnis. Toleranz. Unterstützung.

Über Kontakte erfuhr ich später, dass einige Syrer Umzugshilfe anbieten. Der besagte Herr war ganz vorne mit dabei. So verdienten sie genug Geld, was sie bar bekamen und nicht beim Jobcenter angaben. So haben sie mit dem ALG II gutes Auskommen.

Selbstbewusst auftreten und dann Geld vom Sozialstaat fordern? Ich fragte mich: „Wie passt das alles zusammen?“ So begab ich mich auf die Suche nach Menschen aus diesem Kulturkreis, die selbst im Islam erzogen wurden und später zum christlichen Glauben konvertiert sind, und besprach diese Erlebnisse mit Ihnen.
Sie erklärten mir Folgendes:

Der Islam teilt die Menschen in gläubige Muslime und Ungläubige. Zu den Ungläubigen gehören Andersgläubige und Menschen, die gar nicht an Gott glauben. Ungläubige (Kufr) sind wertlose Menschen. Gläubige Muslime, die fünf Mal täglich beten, nehmen von Kufr keine Speisen und Getränke an. Ziel ist, alle Menschen zum Islam zu führen – wenn nötig mit Gewalt. So kam es regelmäßig in einem sozialen Stadtteil-Café, in dem ich ehrenamtlich tätig war, vor, dass Syrer hineinkamen und wir Ihnen wie allen anderen auch kostenlos etwas zu trinken anboten. Jedes Mal wurde freundlich abgelehnt mit der Begründung, gerade etwas getrunken zu haben. Der Bauch sei voll hieß es. Es wirkte so freundlich und authentisch – ich wäre damals nie auf die Idee gekommen, dass das Ablehnen religiös motiviert war. Ich verbrachte einige Zeit mit der Familie, und immer wenn wir bei anderen Muslimen waren, wurde freundlich angenommen und bei uns immer abgelehnt. Auf einer von den Helfern organisierten Feier gab es ein großes Buffet. Auch hier wurde über den ganzen Abend nichts gegessen oder getrunken. Ich erfuhr, dass Lügen gegenüber Ungläubigen erlaubt sind. Ebenso sind Lügen auch erlaubt, wenn es dem Frieden dient.

Lügen, wenn es zum Frieden dient, – wer soll das denn entscheiden? Diese Frage stellte ich Muslimen. Eine eindeutige Antwort habe ich nicht bekommen. Vielmehr wurde dieser Aspekt zunächst abgestritten und erst wenn ich detaillierter mein Wissen offengelegt hatte, gaben sie das zu.

Durch Kontakte und Hilfsangebote erlebte immer wieder einzelne Geflüchtete – aus meiner Sicht sind es zu 80 Prozent alleinreisende Männer, die mir gegenüber fordernd auftraten: „Gib mir dein Auto ich muss für meinen Führerschein üben!“ oder „Du musst jetzt jeden Tag mit mir Deutsch lernen ich habe in 2 Wochen Prüfung!“. Ich fragte, wie er dazu komm, solche Forderungen an mich zu stellen. Er sagte: „Deutschland kann froh sein, dass wir hier sind! Ohne uns war Deutschland vorher kaputt. Es gab keine Menschen. Wir retten Deutschland. Dafür muss Deutschland uns was geben. Die Deutschen sind dumm – alle arbeiten nur und haben keine Familien.“ Diese Aussage erklärt alle großen und kleine Eindrücke, die ich in 3,5 Jahren Flüchtlingshilfe gesammelt habe. Sie denken, wir schulden Ihnen etwas, daher die ständigen Forderungen. Mercedes vom Jobcenter, sonst wird nicht gearbeitet, Deutschkurs nur in der Stadt wo Freunde leben – damit Jobcenter die Fahrkarte zahlt, die am Wochenende weiter verkauft wird – und an den Tagen, wie sie wollen. Arbeit nur in einer ganz bestimmten Firma. Wenn Ramadan ist, gar nicht oder bestenfalls nur nach bestimmten Vorgaben. Dass unser Sozialsystem für Hilfsbedürftige in Notlagen ist und ebenso finanziert werden muss, konnten oder wollten diejenigen, mit denen ich sprach, nicht verstehen. Ich habe bis heute nicht verstanden, woher dieses Bild vom „unendlichen Reichtum ohne Gegenleistung“ kommt. Es begegnet mir immer wieder. In einer Diskussion sagte ein Mann aus Afghanistan: „Die Deutschen sitzen nur auf der Straße!“ Er bezog sich auf einen sozialen Brennpunkt, in dem seine Schule war. Offensichtlich war ihm entgangen, dass es noch andere Deutsche gab.

Ich verfolge hin und wieder die Helfernetzwerke in den sozialen Medien und stelle fest, dass viele der Helfer mittlerweile die gleichen Erfahrungen wie ich machen und enttäuscht sind. Sie organisieren über Kontakte Praktikumsplätze, Fahrräder, Wohnungen, Möbel und Kleidung – doch häufig werden die Sachen abgelehnt ohne Begründung oder mit der Begründung „Ich hätte gern ein neues, größeres, o.ä.“. Insbesondere der Wohnungsmarkt ist sehr überlaufen mit Nachfragen. Ich habe mehrfach erlebt, dass Syrer mir erzählten, sie bekommen keine Wohnung, weil sie Syrer sind. Bei Nachforschungen stellte sich dann heraus, sie kamen zu spät zur Besichtigung, hatten die gemeinsam vorbereiteten Unterlagen nicht dabei, o.ä. Ich habe mehrfach versucht, das zu erklären und auch, dass auf ein Wohnungsangebot 30 Bewerber oder mehr kommen und es klar ist, dass nicht jeder die Wohnung bekommen kann. Das konnten sie nicht annehmen. Da einige wirklich Druck machten, dringend eine Wohnung zu brauchen für die Familie, haben wir über Kontakte geeignete Wohnungen für diese Familien organisiert. Diese Wohnungen hatten ausreichend Platz nach Deutschen Standards – z. B. für 2 Kinder 4 Zimmer etc. –, doch am Ende wurden diese Wohnungen einfach abgelehnt. Gründe konnten sie nicht benennen. Ich musste feststellen, dass es so dringend dann wohl doch nicht war.
IMG_7511_Ehrenamliche sortiert Spenden fuer ContainerheimBeeindruckt war ich zunächst von der von Helfern auf Spendenbasis organisierten Kleiderkammer. Ich erinnere mich noch gut, wie viele Menschen sich mit viel Zeit und Fürsorge für die Kleidung engagierten. Noch nie habe ich ein so geordnetes Lager gesehen. In meiner hauptberuflichen Tätigkeit arbeite ich mit benachteiligten Erwachsenen, meist deutschen Menschen. Sie brauchen auch Klamotten und das Geld ist häufig sehr knapp. Für sie ist die Kleiderkammer des roten Kreuzes oder andere Sozialkaufhäuser Anlaufstelle. Wir sind dankbar für diese Möglichkeit, doch im Vergleich zu der Auswahl, die in der Kleiderkammer für die Geflüchteten geboten wurde, ist das ein Witz. Die Kleiderkammer hatte so viele Sachen, vor allem sehr gut erhaltene und hochwertige Markenklamotten. Als Hauptansprechpartnerin für viele Helfer war ich häufig beauftragt, Kleidung zu besorgen. Die Hemden, Sportschuhe und Jeans, um die es sich hauptsächlich drehte, waren den Geflüchteten, für die sie gedacht waren, in 9 von 10 Fällen nicht annehmbar. Man hätte sich lustig gemacht über Karomuster (eine renommierte Marke, Neupreis des Hemdes 95,-) und unpassende Sportschuhfarben. Ich erinnere mich, wie ein anderer Helfer 15 Paar Schuhe holte, um auf die „Bedürftigen“ und ihre Interessen einzugehen – am Ende wurde 1 Paar angenommen, über alle anderen wurden gelacht. Ich meine hier keineswegs alte abgetragene Schuhe – an den meisten hing sogar noch das Preisschild. Passende Größe, gängige Sportmarken – nichts wurde anprobiert.

Damals (2016) hatte ich das erste Mal den Gedanken, dass die Lage in Deutschland kippen könnte. Toleranz? Ja – aber bis zu welchem Maß? Selbstverleugnung eigener Werte? Bedürftigen Menschen helfen ja – das ist sicher gut für unsere gesellschaftlichen Werte – teure Markenprodukte, die nicht gut genug sind, die sich Sozialhilfeempfänger, die Deutschland als ihre Heimat sehen, wünschen würden, weil sie im Winter keine geeignete Jacke haben und frieren. Zu den Angeboten für die Geflüchteten haben sie keinen Zugang – das kann es nicht sein und ich wusste und weiß bis heute nicht, wie ich das meinen Klienten erklären kann.

 

 

©copyright 2019 Initiative an der Basis

VIDEO: Christiane Soler – Erfahrungsbericht einer ehemaligen Flüchtlingshelferin: “die Lügen der Politiker” (Initiative an der Basis)

Christiane Soler, von der Initiative an der Basis, berichtet über ihr ehemaliges Engagement als Flüchtlingshelferin und erklärt, warum sie aufgehört hat.

(Video©Rebecca Sommer, Sommerfilms)

“Ich habe mit meinen Landsleuten tiefes Mitleid bekommen. Die werden einfach ausgeplündert von Leuten, die darauf überhaupt kein Recht haben. Ich bin von Frau.. von unseren Politikern benutzt worden und das nehme ich ihnen sehr übel“.
(Christiane Soler von der Initiative an der Basis)

„Warum ich aufgehört habe? Weil ich die Undankbarkeit so leid war“, erzählt Christiane Soler von der Initiative an der Basis. Auch sie glaubte anfangs den Politikern und Medien, es seien alles hilfsbedürftige Flüchtlinge. Dann aber stellte sie fest, dass dem nicht so ist und manche sogar enorme Gelder zuhause gelassen hatten, um hier ohne jedes schlechte Gewissen von der Sozialhilfe leben.

Frau Soler berichtet von der respektlosen Behandlung durch moslemische Asylbewerber, die sie angeschrien hätten, warum ihnen der Staat dieses oder jenes noch nicht gegeben hat, obwohl ihnen das zustünde, von Ahmad, dem Afghanen, der für alle seine Landsleute in der Containersiedlung die Fluchtgeschichten erfindet, die dann bei der Befragung im BAMF vortragen werden.

Sie berichtet von pakistanischen Asylbewerbern, die sich durch Schwarzarbeit in Restaurants im Monat 800 bis 1000 Euro hinzuverdienen, ihr ins Gesicht lachten und meinten, Deutschland würde sie nie mehr los werden, weil sie keine Papiere hätten und Pakistan sie nicht zurücknimmt.

Sie berichtet von Rassismus, dass die Afghanen die Pakistani und die Iraner hassen, die Syrer wiederum keine Afghanen mögen und die Afrikaner südlich der Sahara nicht mit den Nordafrikanern auskommen.

Sie berichtet von einem Somali, der seit sieben Jahren in Deutschland lebt, kaum Deutsch gelernt hat und nie abgeschoben werden konnte. Eines Tages riefen die Eltern aus Somalia an und teilten ihm mit, dass sie nun pflegebedürftig seien und seine Hilfe brauchen. Innerhalb einer Woche hatte er dann seine Wohnungseinrichtung verkauft, die Rückkehrprämie und das Flugticket von den deutschen Behörden kassiert, sich im Schnellverfahren von der somalischen Botschaft einen Pass ausstellen lassen, und weg war er.

Sie berichtet von Grünen, die ihr die Verletzung eines „Schweigegelübdes“ vorwarfen, als sie anfing sich über die Asyl-Migrations-Problematik zu äußern.

„Was gar nicht mehr akzeptiert wurde, war, dass ich anfing, öffentlich darüber zu sprechen, was ich erlebt hatte. Die haben versucht, herauszufinden, wer ich bin und wen sie kontaktieren müssen, um mich zu denunzieren. Ich halte das für eine sehr ungute Entwicklung in Deutschland. Es kanns nicht sein, dass man stigmatisiert wird, wenn man vom „Flüchtlingsglauben“ abweicht. Als ich angefangen hatte, öffentlich zu sprechen, bin ich von Grünen angeschrieben worden (…), ich sei mies, ich hätte ein Schweigegelübde. Wenn ich Flüchtlingen geholfen hätte, hätte ich über all meine Erlebnisse zu schweigen.“

Doch Christiane Soler ist nicht umsonst Teil von unserer Initiative an der Basis,

denn:

Wir sind Lehrkräfte, Erzieher, Ehrenamtliche, Sozialarbeiter, BAMF-Übersetzer und Dolmetscher, Justizangestellte, Psychologen, Ärzte, Polizisten sowie säkular und kritisch eingestellte Geflüchtete und Migranten. Wir alle sind Engagierte, die haupt- oder ehrenamtlich mit Geflüchteten und Menschen mit Migrationshintergrund arbeiten und haben teilweise selber einen Migrationshintergrund.

Wir erleben aufgrund unserer Arbeit an der Basis bzw. unserer eigenen Erfahrungen täglich die Auswirkungen der Asyl-/Migrationspolitik sowie der fehlenden politischen Unterstützung.

In unserer Arbeit an der Basis bzw. in unserem täglichen Leben werden wir regelmäßig mit Problemen und Missständen konfrontiert, die bislang in der öffentlichen Debatte zum Thema “Migration und Flucht” als Einzelfälle oder gar Ausnahmen deklariert werden. Dabei handelt es sich eben nicht um Ausnahmen, wie wir anhand unserer Erfahrungen feststellen können.

Es ist uns ein dringendes Anliegen, unsere gesammelten Erfahrungen an die Öffentlichkeit zu bringen.

Um Probleme anzugehen, ist es erforderlich, diese offen und ehrlich zu benennen, um dann eine sachliche Debatte darüber zu führen, wie diese (vor allem auch auf politischer Ebene) gelöst werden können.

Wir von der Basis sehen uns in der Verantwortung, mit unserem – von vielen Menschen zusammengetragenen – Erfahrungsschatz wie auch erarbeiteten, möglichen Lösungsvorschlägen zu dieser Debatte beizutragen.

„Wenn man vom „Flüchtlingsglauben“ abfällt, dass man so stigmatisiert wird. Das kann nicht angehen.“ Es kann nicht sein, dass ich meine eigenen Landsleute nicht vor Gefahren warnen darf“.

(Christiane Soler, Initiative an der Basis)

Flüchtlingserfahrung: “Ich bin Mohamed, und ich bin Atheist.” (Initiative an der Basis)

Flüchtling und Atheist Mohamed Hisham ist vor ca. zwei Wochen in Deutschland angekommen. Er möchte frei leben und vor den Gefahren des Islam warnen. Er möchte sicherstellen, dass die Werte der Aufklärung und die Menschenrechte weiterhin bei uns gelten, und versuchen zu verhindern,  dass sich die Religion in seinem neuen Zuhause weiter durchsetzt. Aus diesem Grund hat sich Mohamed Hisham unserer Initiative an der Basis angeschlossen.

Von Rebecca Sommer, 24.5.2019

Ein echter Flüchtling!

Willkommen in Deutschland, Mohamed.

Nachdem ich seit 2012 als ehrenamtliche Flüchtlingshelferin bis jetzt tätig bin, und schon mit allen möglichen Flüchtlingen zu tun hatte, kam ich schon lange zu der Erkenntnis, dass viele, wenn nicht die meisten, überhaupt keine echten Flüchtlinge nach den Standards der UN Genfer Konvention sind.

Das ist nicht der Fall bei Mohamed Hisham.

11 scheint eine wichtige Zahl im Leben von Mohamed zu sein.
Mohameds Terror begann am 11. Februar 2018 , als der couragierte 28 jährige Ägypter als Gast in der religiösen Alhadath Aloum TV Show in seinem Heimatland on-Air ging,
Das Video wurde viral und schlug weltweit Empörungswellen.
Genau am 11. Mai 2019 setzte er seine Füße auf europäischen Boden, um Freiheit und Sicherheit zu suchen.

Ich erinnere mich an den genauen Moment, als ich das Video zum ersten Mal sah. Mohamed versuchte in der TV Show dem Show-Moderator Mahmoud Al Abd Al-Halim und dem anwesenden Scheich (Imam), dem ehemaligen Stellvertreter vom machtvollen Al-Azhar (dem religiösen Arm der Regierung), zu erklären, dass er nicht an Gott glaubt, sondern an die Wissenschaft.

Dass man keine Religion benötige, um moralische Werte zu haben oder ein vollständiges gleichberechtigtes Mitglied der Gesellschaft zu sein.

Der Moderator und der religiös-politische Imam flippten aus. “Wie kannst du das sagen? Wer hat dich erschaffen, warum gibt es dich?” Es war unfassbar für beide, Mohameds Äusserung anhören zu müssen.

Mohammed antwortete, dass es viele Theorien darüber gebe, wie Leben entsteht, zum Beispiel gäbe es da die Big-Bang-Theorie oder…. und schon wurde er aggressiv von einem empörten TV-Moderator gescholten: “Sprich Arabisch”, während Mohamed versuchte, dem Moderator zu erklären, dass wissenschaftliche Bezeichnungen wie die für die Urknalltheorie in der arabischen Sprache nicht existieren würden, bevor er schon wieder unterbrochen wurde. Er durfte nicht einmal seinen Standpunkt erklären.

Der Moderator schäumte” Du leugnest die Existenz Gottes und lehnst unsere Prinzipien und unsere Religion ab. ” Ist es so schlimm”? fragte Mohamed zurück.

“Natürlich. Du bist hierher gekommen, um über eine bestimmte Idee zu sprechen, hast aber nichts zu bieten”, keifte der Moderator. “Du bietest Atheismus, du bietest Ketzerei”, und entschuldigte sich im selben Atemzug sichtlich sauer bei den Zuschauern dafür, dass er in seiner Show Jemanden von “dieser Art” eingeladen hatte. Zu Mohamed sagte er, dass er nicht mehr in der Show bleiben dürfe, weil seine Ideen unangemessen seien und solche destruktiven Ideen verboten wären…

Er erniedrigte weiterhin Mohamed vor den Zuschauern und behauptete, Mohamed habe kein einziges überzeugendes Wort gesagt.

Screen Shot 2019-05-24 at 11.18.43 AM

Das Gesicht von Mohamed, das für Sekunden über den Videoscreen huschte, während der Moderator ihn beleidigte, war genau der Moment, in dem mein Herz zu Mohamed hinüberflog.

Er hatte ein so ehrliches, aufrichtiges Gesicht, er war sichtlich getroffen und verletzt, während der TV-Moderator ihm befahl das Fernsehstudio zu verlassen, obwohl er doch einfach nur erklären wollte, warum er Atheist ist.

Und konnte nicht einmal zu Wort kommen, um seine Ansichten zu erklären. Er wurde abgewürgt, unterbrochen und vor Millionen von Zuschauern ehrverletzend beschimpft und diffamiert.

Der Regierungsreligiöse Scheich verspottete Mohammed, weil nicht sein konnte was nicht sein darf – ein Mensch der nicht an Gott glaubt: “Schau, du brauchst eine psychiatrische Behandlung. Viele junge Menschen leiden heute an psychischen Erkrankungen, die auf materielle oder psychische Umstände zurückzuführen sind”.

Der Moderator hetzte, indem er in die selbe Kerbe haute:” Es ist, wie Scheich Mahmoud sagt, hast du einen Psychiater besucht? Ich rate dir, das Studio zu verlassen und direkt in eine psychiatrische Klinik zu gehen. Du solltest nicht hier sein. Leider kann ich dich nicht länger hier (in der TV Show) lassen”.

Mohamed saß dort, und er war das Gesicht so vieler arabischer junger Männer und Frauen, die nach Antworten suchen, anderswo als im Koran. Menschen, die wachsen, diskutieren, verstehen, lernen, sich entwickeln und frei sein wollen, in Geist und Verstand. Die die Ketten eines religiösen Gefängnisses abwerfen wollen, welches sie und letztendlich alle Menschen als Geiseln gefangen hält und ihr Denken und Leben bestimmt.

Es war dieses traurige Gesicht von Mohamed, an das ich mich haargenau erinnern konnte, als ich von Kian Kermanshahi, einem deutschen Kurden und schiitischen Ex-Muslim, hörte, dass Mohamed in Deutschland angekommen ist.

Kian musste nur sagen: “Der Atheist, der aus dieser ägyptischen TV-Show geworfen wurde, und ich wusste, dass es Mohamed war.

Heute habe ich stundenlang mit ihm gesprochen, er ist ein kluger junger Mann, der fließend Englisch spricht.

Nachdem er in der TV-Show ausgestrahlt wurde, wurde sein Leben zur lebenden Hölle. Seine streng orthodox muslimische Familie war wütend. Bis zu dem Moment, in dem er sich entschied, diese Show zu besuchen, hatte er seinen Unglauben versteckt. Niemand wusste, dass er ein Atheist war. Aus gutem Grund: Auch wenn Ägypten einst auf dem Weg zu einem modernen Land war, mit einem Präsidenten, der über die Idee lachte, dass Frauen Hijabs tragen müssen, verfiel es wie so viele Länder mit muslimischer Mehrheit jeden Tag immer weiter in sich verschärfende Scharia-Lebensregeln zurück.

Wo jede Handlung, jeder Gedanke, jede Auesserung in Haram oder Halal gemessen wird. Wo Geschlechterapartheid herrscht, wo Frauen und Mädchen als Objekte und als Eigentum von Männern beherrscht und demenstprechend missbraucht werden, wo zunehmend das Scharia-Recht die Justiz beherrscht und die Gesellschaft selbst jeden Einzelnen, jede Familie, jedes Dorf oder jede Gruppe nach diesem islamischen Regelwerk be- und verurteilt und unter Druck setzt.

Bedauerlicherweise sind viele muslimische Flüchtlinge, die hierher kommen, wahre Anhänger des Scharia-Rechts, welches sich in vielen Teilen gegen die universellen Menschenrechte und auch gegen unser Grundgesetz richtet. Was leider viele Deutsche nicht verstehen, sehen sie den Islam doch als eine friedliche Religion und nicht als politisches Instrument unter dem Deckmantel der “Religion”, um Menschen, u.a. solche wie Mohamed, unter Kontrolle zu halten.

Die TV-Show, in der Mohamed auftrat, die Reaktion des TV-Moderators und Imams, spiegelt den genauen Status der Gefahren einer islamischen Ideologie wider, was diese m.M.n. den Menschen antut. Ein Ex-Muslim kann sogar getötet werden, nur dafür, dass er “den Islam” verlassen hat. Das ist verboten. So viel zum Thema, was für eine friedliche Religion der Islam ist.

Ich behaupte hier nicht, dass jeder Muslim so denkt oder sich so verhält. Ich habe Freunde, die religiöse Muslime sind, aber sie sind friedlich und haben wunderbare Charaktere – aber nicht wegen des Islam, sondern trotz des Islam! Das ist der Unterschied. Tut mir leid, das so sagen zu müssen.

Aber zurück zu Mohamed:

Als er nach der Ausstrahlung der TV-Show nach Hause kam, brach die Hölle los. Nachbarschaft, Familie, seine Freunde, er geriete in eine Spirale aus Hass, Gewalt, physischer und psychischer Gewalt. Er wurde zu den staatlichen religiösen Klerikern befohlen, wurde befragt, festgehalten, interviewt. Er wurde geschlagen, belästigt, erhielt hunderte Morddrohungen.

Der Druck kam von allen Seiten, er musste untertauchen.

Er war völlig allein, hatte niemanden, der ihn verstehen konnte.und wollte. Es ist ein Wunder, dass er nicht daran zerbrochen ist.

Was hat er eigentlich getan?

Er hatte es einfach gewagt, selbst zu denken, sich eine eigene fundierte Meinung zu bilden, und versucht seine Meinung zu äußern. Was ja inzwischen auch in Deutschland zusehens nicht mehr so einfach ist. Seine Meinung sagen zu dürfen, meine ich. Auch in Deutschland ist es zunehmend schwieriger seine Meinung zu äußern, ohne mit negativen Konsequenzen rechnen zu müssen.

Dass es in einem islamischen Land nicht einmal möglich ist den Islam zu verlassen, man sogar mit Mord und Totschlag rechnen muss, spricht für sich. Es sollte uns wirklich aufwecken, wenn man die enorme Ausbreitung des Islam durch eine schnell wachsende, teils doch recht orthodox-muslimische Bevölkerungsgruppe bedenkt, und auf schon andere Deutsche Ex-Muslime schaut, die unter Polizeischutz stehen und bewacht werden müssen, weil gegen sie Mordaufrufe in Form von Fatwas ausgesprochen wurden.

Eben weil der Islam und seine dazugehörenden Scharia-Regeln überhaupt nicht tolerant sind.

“Mohamed”, sagte ich zu ihm am Telefon. “Leider wirst du hier genau auf die gleichen Menschen und religiösen Einstellungen treffen, denen du zu entkommen versucht hast. Sie sind hier, in Massen. Du musst die Stimme der Menschen sein, die du dort zurückgelassen hast, die sich in der gleichen Situation befinden wie du, die sich verstecken und versuchen zu fliehen. Und du musst uns hier in Deutschland helfen, damit die Leute hier endlich aufwachen und erkennen, wie schlimm es ist, wenn wir den “Intoleranten” erlauben, durch unsere falsche Toleranz immer mehr Raum und Macht zu ergreifen”.

Mohamed hatte bereits in der kurzen Zeit, in der er hier ist, von der Tatsache gehört, dass ein muslimischer Mann hier zwei Frauen haben und sogar eine Staatsbürgerschaft bekommen kann – und sagte genau das, was ich von dieser Situation halte: “Es ist ungerecht, ich verstehe nicht, wie ein säkulares Land wie Deutschland solche Schariaregeln zulässt. Oder warum jemand, der eindeutig nicht die Werte und Normen von Deutschland leben will, Staatsbürger werden kann”.

Ich fragte ihn, was er hier in Deutschland vorhat. “Der erste Schritt zu einer religionsfreien Gesellschaft ist, aufzustehen und gehört zu werden. Ich möchte frei leben und vor den Gefahren des Islam warnen. Ich möchte sicherstellen, dass wir dorthin gelangen, wo die Werte der Aufklärung und die Menschenrechte noch immer gelten, und ich verspreche, mich denen in meinem neuen Zuhause anzuschließen, die versuchen zu verhindern, dass sich die Religion durchsetzt.”

Aus diesem Grund ist Mohamed Hisham unser neuestes Mitglied von der Initiative an der Basis.

Als Elektroingenieur-Programmierer für Android-Anwendungen, sucht er nun eine Wohnung sowie eine Firma oder einen Arbeitgeber, der ihn einstellen würde, damit er nach “Berlini” ziehen kann! Wo er sich jetzt gerade in Deutschland aufhällt, verrate ich lieber nicht.

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Nachtrag:

Am 4. September findet die erste EX-Muslim Konferenz in Deutschland statt, die unsere Initiative an der Basis organisiert.

Mohamed Hisham und Armin Navabi von “Atheist Republic”werden auch mit dabei sein.

Hier das neuste Video Interview von Armin Navabi mit Mohamed Hisham als Gast.

© Copyright 2019 – Alle Inhalte, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, einschließlich der Vervielfältigung, Veröffentlichung, Bearbeitung und Übersetzung, bleiben vorbehalten, [Initiative an der Basis/Rebecca Sommer].

Erfahrungsbericht eines Theologen und ehemaligen Flüchtlingsbetreuers sowie Leiter einer Flüchtlingshilfeeinrichtung (Initiative an der Basis)

PIC Altar in Kirche im Kreis PinnebergChristian, Theologe und ehemaliger Flüchtlingsbetreuer sowie Leiter einer Flüchtlingshilfeeinrichtung, und Teil von unserer Initiative an der Basis:

Von Christian

Aktuelles:
Derzeit tätig in einer Weiterbildungseinrichtung mit Maßnahmen aus dem Bereich SGB II und SGB III, die auch Integrationskurse und Sprachkurse anbietet.
Schwerpunkt meiner Tätigkeit: U25er mit multiplen Vermittlungshemmnissen für den ersten Arbeitsmarkt trainieren.

Beobachtungen zum Integrationsprozess von Migranten und Menschen mit Migrationshintergrund:

* Auffällig: von 15 Teilnehmern sind 2/3 Moslems und lehnen die Teilnahme an der Maßnahme kategorisch ab. (Quote 80-100%!) Darunter sind auch in Deutschland geborene Orientalen mit Abitur und muttersprachlichen Deutschkenntnissen.

* Die deutschstämmigen Teilnehmer sind in 80% der Fälle regelmäßig und engagiert dabei, obwohl sie erhebliche Schwierigkeiten, teils mit Drogen und Kriminalität haben.

* Im Falle von Teilnehmern mit Fluktuationshintergrund meldet das Jobcenter nicht die mangelnde Kooperation, die bei U25ern mit 100% Leistungskürzungen sanktioniert wird, als Integrationsverweigerung an die Ausländerbehörde. Dies wäre aber im Sinne des Integrationsgesetzes, Novelle 2016.

Beispiel Muslima Sara K.: Baujahr 1994, geboren in Minden, Westfalen, libanesischer Abstammung, hat Fachabitur.

Stockkonservativ muslimisch, schwarzes Kopftuch.

Ist islamisch „verheiratet“ ohne standesamtliche Trauung, daher also eher als verlobt anzusehen.
TN kam zu spät, fummelte nur an ihrem Handy rum, hatte keine Lust mit den anderen zu reden, hielt immer und ständig viel Abstand, auch wenn die Gruppe zum Einkaufen o. Ä. ging. Mitgegessen hatte sie auch nicht.

Sie erweckte den Eindruck, als betrachte sie die Menschen um sie herum als „haram“ (= Kopftuch im Kopf).
Mit einer Kollegin zusammen sprach ich sie an, warum sie sich so aus der Gruppe ausgrenzte. Sie gab persönliche Gründe an. Ich fragte nach, ob ihre Haltung an ihrer Religion läge. Sie sagte nein. Allerdings meldete sie sich tags drauf krank und blieb fortan der Maßnahme fern. Mittlerweile wurde ihre Teilnahme an der Maßnahme seitens des Jobcenters zurückgezogen.

Eine Arbeit aufnehmen, um nicht mehr vom Jobcenter zu leben, schien auch nicht ihre Priorität zu sein.

Tätigkeiten im Bereich Flüchtlinge und Migration

07/2018 – 11/2018
Leitung und Koordination einer renommierten Flüchtlingshilfe in Hamburg-Bahrenfeld

* Leitung der verschiedenen Projekte im Bereich der Flüchtlingshilfe
* Betreuung der Ehrenamtlichen
* Netzwerkarbeit im Stadtteil und in der kirchlichen Flüchtlingsarbeit
* Finanzierung und Weiterentwicklung des Standortes und der Projekte
* Öffentlichkeitsarbeit
* Das Evangelium als Botschaft vom guten Leben für alle Menschen erfahrbar machen

05/2016 – 12/2017
Flüchtlingsbetreuung für die Diakonie in einer 20.000-Einwohner-Stadt nördlich von Hamburg

* Hilfen im Umgang mit Behörden, Existenzsicherung
* Unterstützung bei der Integration in den Arbeitsmarkt
* Beratung und Begleitung ehrenamtlicher Helfer (Paten- und Helfertreffen)
* Krisenintervention und Konfliktmanagement (u. a. bei Abschiebungen)
* Gemeinwesen- und Öffentlichkeitsarbeit
* Vermittlung von weiterführenden Hilfsangeboten
* Organisation von Flüchtlingsprojekten, Informations- und Bildungsveranstaltungen

Persönliche Erfahrung mit Flüchtlingsgewalt:

Es war Freitag Morgen, den 1.3.2019 gegen 10h. Ich fuhr gerade zu einem Bewerbungsgespräch nach Neumünster und musste in Elmshorn umsteigen. Auch auf den Zug wartete eine Afghanin, Sonita T., geboren ca. 1999, wohnhaft in Q.. Ich kenne sie durch meine zweijährige Arbeit in Q. als hauptamtlicher Flüchtlingsbetreuer.

Sonita grüßte mich und ich ging zu ihr. Mir fiel auf, dass sie – anders als früher noch – kein Kopftuch mehr trug. Ich sagte zu ihr, sie positiv darauf ansprechend: „Hallo, Sonita, du trägst ja gar kein Kopftuch mehr, das freut mich, finde ich super”. Dann stellte sich ein junger Mann, der neben ihr stand, offensichtlich aggressiv dicht vor mich in den Weg, bedrängte mich und meinte: „Was fällt dir ein, ihr das zu sagen?” Ich weiß nicht, ob es ein Cousin, ihr designierter Ehemann oder gar noch ein Bruder war, der mir bislang unbekannt war. Ich sagte ihm: „Es ist nicht böse gemeint, sondern nett gemeint. Ich habe mich darüber gefreut, weil ich sehe, dass Sonita sich vom Kopftuch befreit hat, weil sie jetzt in Deutschland lebt.” Er entgegnete, mit drohender Körpersprache ganz dicht mit seinem Gesicht an meines herangehend: „Ich ficke dich und dann die ganze Stadt.” Und er drohte mir: „Verpiss dich! Ich weiß, wo ich dich finde in Q..”

Verängstigt wich ich schnell zurück und versteckte mich hinter anderen wartenden Männern. Er folgte mir mit Drohgebärden und Beschimpfungen. Der komplette Rückzug war mir nicht möglich, da ich mit dem Zug fahren musste. Ich musste also in Sichtweite des Aggressors auf dem Bahnsteig bleiben, um mit dem selben Zug wie die Afghanin zu fahren und diesen nicht zu verpassen. Der junge Mann warf Müll nach mir. Er kam immer wieder zu mir und meinte: „Los, komm, wir klären das, lass uns um die Ecke gehen. Los, komm. Komm, du Feigling!“ (= Schlägerei). Ich schaute immer weg, um ihn nicht weiter zu provozieren, aber er ließ nicht locker. Dann schaute ich ihm in die Augen und sagte: „Lassen Sie mich in Ruhe. Lassen Sie mich in Ruhe.” Dann: „Lassen Sie mich in Ruhe, sonst rufe ich die Polizei.” Sonita T. verblieb an seiner Seite und versuchte ihn aufzuhalten, und meinte aus dem Augenwinkel zu mir, offensichtlich verängstigt, leise flüsternd: „Bitte geh’ weg, bitte geh’, sonst schlägt er dich.”
Er machte Anstalten, nach mir zu treten, wäre ich weiter in der Nähe geblieben. Aufgrund meiner Erfahrung als Betreuer halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass er sogar ein Messer hatte. Das wollte ich aber auch um keinen Preis herausfinden. Ich denke, es war klug, dass ich so weit wie möglich immer wieder zurückwich und nichts weiter sagte, um den Afghanen zu provozieren. Ich stellte mich hinter zwei andere junge Männer, die die Sicht auf den Afghanen verdeckten. Diese meinten zueinander und sagten das laut: „Kein Wunder, dass die keiner mag.“ Aus der Deckung sah und hörte ich, wie der Afghane Sonita extrem laut und aggressiv beschimpfte. Diese Art von Verhalten lässt in mir die Alarmglocken schrillen, ist doch genau dies Verhalten, was mir als ehemaliger Betreuer und Koordinator für Flüchtlingshelfer immer wieder verdeutlicht hat, dass gerade orthodox muslimisch, patriarchalisch geprägte Flüchtlinge ihre Frauen sehr unterdrücken. Zudem haben sie keinerlei Achtung vor uns Nicht-Muslimen und wenig bis kaum Hemmschwellen, sodass sie auch zuzuschlagen bzw. körperliche Gewalt anwenden, um ihre Interessen durchzudrücken.
Ich habe drei Jahre lang hauptamtlich und in Vollzeit Flüchtlinge betreut und bin daher geschult, Anzeichen von Gefahren, die in der Klientel liegen, zu erkennen. Insbesondere die Radikalisierung von Muslimen fällt mir als gelerntem Theologen relativ schnell auf. Ich finde es wichtig, Frauen zu ermutigen, sich auch optisch in unsere Gesellschaft zu integrieren, und von der gesamten Familie der Afghanin hatte ich noch als Betreuer den Eindruck, dass sie dazu durchaus willig war.

Die derart aggressive, gewalttätige Reaktion dieses scheinbar unbeteiligten jungen Mannes deutet darauf hin, dass dieser ein radikalisierter, vermutlich schariatreuer Islamist ist, der an dieser Stelle ein erstes Warnzeichen seiner gesellschaftsfeindlichen Gesinnung durchscheinen ließ. Ich denke, dass dieses dringend untersucht werden muss, um die Öffentlichkeit vor weiteren Gefahren zu schützen, die von diesem Mann ausgehen.

Mindestens aber hat dieser Mann durch sein Verhalten dokumentiert, dass er keinen Willen zur Integration aufweist und damit gegen das Integrationsgesetz in seiner Fassung von 2016, das Integrationsbemühungen einfordert, ganz klar verstößt. Schlimmer noch: Er gängelt eine integrationswillige junge Frau aus seinem Land und reagiert gewalttätig auf fremde Männer, zu denen sie Kontakt hat. Es ist daher auch nicht auszuschließen, dass dieser junge Mann einen islamistischen Hintergrund hat und durch weitere Radikalisierung zum Gefährder oder gar zum Dschihadisten wird. Dieses muss dringend geprüft werden.

Gut einen Monat später, just am Tag meiner Vernehmung durch die Polizei, traf ich den Afghanen, der mich am 1.3. bedroht hat, erneut. Er war im selben Zug wie ich. Während ich saß und auf mein Handy schaute, bedrängte er mich erneut und bezichtigte mich, dass ich ihn gefilmt hätte. Dann wollte er mein Handy, das ich in der Hand hielt, an sich reißen und draufschauen. Dann ging die Schaffnerin der Nordbahn (Abfahrt 17:45h in Pinneberg (übrigens die Stadt, in der der polygame Syrer lebt – ging brandheiß durch die Medien (Video) (Artikel)), Zug nach Elmshorn, Datum: 3.4.2019) dazwischen. Sie fragte den Afghanen, was denn los sei.

Dieser entgegnete: „Er hat Scheiße über meine Religion gelabert.“, und dass er photographiert worden sei. Er bestand darauf, Einblick in mein Telefon zu nehmen. Ich fragte ihn daraufhin, ob ich gleich die Polizei rufen solle. Er entgegnete: „Ich habe keine Angst vor der Polizei.“ Die Schaffnerin bat mich, reinsehen zu dürfen (ich kenne sie vom Sehen) und konnte sich selbst überzeugen, dass ich keine Aufnahmen gemacht habe.

Die Schaffnerin meinte, dass sie ihn öfter schon gesehen hat, er fahre öfter die Strecke. Ich wollte wissen, ob sie dessen Namen kennt. Dieses verneinte sie.

Dadurch, dass ich den Mann nun erneut und von Nahem sehen konnte, war ich in der Lage zu erkennen, ob er Ohrlöcher hat, und tatsächlich, je eines links und eines rechts. Daher kann ich nun mit Sicherheit sagen, dass er der Mann mit den „Mädchenohrringen“ vom Bild ist.

Zur Personenbeschreibung, jetzt habe ich glücklicherweise bewusst darauf achten können: Er ist einen halben Kopf größer als ich, recht stämmig. Er trug weiße Nike-Air-Turnschuhe mit rotem „swoosh“ (Nike-Symbol) und durchsichtiger Luftkammer, weiße, enge Hose, Jeansstoff, eng anliegend.

Zur Familie T.:

Sonita macht auf mich einen aufgeräumten Eindruck, sie spricht gut Deutsch, wirkt intelligent und interessiert an Integration. Sie macht eine Ausbildung in Kiel. Ihr Bruder Reza ist ein einfacher, aber wohlwollender Mensch. Ich denke insgesamt, dass die Familie Schwierigkeiten hat, aber durchaus mit ihren Möglichkeiten das Beste anstrebt, zumindest aber eher als harmlos einzuschätzen ist. Sonitas Mutter Nadja T. ist Anfang 30 und schwer depressiv, eventuell weil auch Sie von einem gewalttätigen Ehemann genötigt wird. Sonitas Vater Gajom (auch: Qajum) T. ist Diabetiker und Mitte 60. Mir sind zwei Brüder von Sonita bekannt: Reza, ihr Zwillingsbruder, und Mohammed, der jüngste. Ich kenne die Familie, denn ich habe sie mehrere Jahre lang intensiv betreut. Es gab Schwierigkeiten mit häuslicher Gewalt zwischen dem Vater und dem Sohn Mohammed. Meiner Meinung nach war auch die Mutter betroffen. Die Afghanen waren Landwirte und lebten anscheinend zeitweilig im Exil im Iran. Zeitweilig war 2017 das Jugendamt und auch die Polizei mit der Familie befasst. Der Sohn Mohammed deutete mir gegenüber auch schon aggressives und orthodox religiöses Verhalten an. Dieser jedoch ließ sich in Gesprächen öffnen und für Integration begeistern. Seither hat sich mein Eindruck von ihm deutlich gebessert.

Kirchenasyl
* abendländische Tradition; begonnen als Heiligtumsasyl in antiken, griechischen Heiligtümern, aber auch im Judentum eine bekannte Institution. Hier galt göttliches Recht, nicht das Gesetz der Welt. Daher konnten auch Straffällige hier Schutz finden. Diesen Aspekt soll das moderne, politische Kirchenasyl der Gegenwart ausklammern.

* geregelt durch eine Absprache zwischen der AG Kirchenasyl der EKD und der Katholischen Kirche und dem Innenministerium. Durch dieses geduldet, kein Rechtsgut. Sprich: KA kann jederzeit aufgelöst werden durch die Exekutive.

* Keine strafrechtliche Durchleuchtung der Gäste, daher ein potentielles Versteck für Straftäter. Damit bricht die Kirche ihre eigenen Grundsätze, s. o. – abendländische Tradition, deshalb grundsätzlich schätzenswert, aber unter dem Vorzeichen von Massenmigration kein guten Werkzeug, da es das staatlich induzierte Chaos eher verstärkt, als dass es Not lindert.

Ehrenamt
* Flüchtlingshilfe wird fast immer durch vom Bundesland finanzierten Ehrenamtskoordinatoren begleitet, die die Initiativen von Ehrenamtlichen koordinieren und verwalten. (Nutzung von Ressourcen)

* Die Behörden arbeiten ungerne mit Bürgern, sondern lieber mit Trägern zusammen. (Diese werden vom Staat finanziert und sind in gewisser Weise auf wohlgefälliges Verhalten gegenüber den staatlichen Organen angewiesen, um ihre Finanzierung nicht zu gefährden.

* Ehrenamtliche agieren öfters mal mit viel Herz und wenig Hirn, sind aber im günstigen Falle offen für fachkundige Unterstützung. Dennoch ist der Institutionalisierungsgrad des Flüchtlingswesens mitunter immens.

© Copyright 2019 – Alle Inhalte, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, einschließlich der Vervielfältigung, Veröffentlichung, Bearbeitung und Übersetzung, bleiben vorbehalten, [Initiative an der Basis/Christian].

 

Ulrike Bause, Erfahrungsbericht einer ehemaligen Flüchtlingshelferin (Initiative an der Basis)

Ulrike Bause, Teil unserer Initiative an der Basis, hat mehrere Jahre in Unterkünften und Schulen mit Flüchtlingen Deutsch geübt.

Ulrike Bause Koeln_silhuette

Kölner Silhouette, Zeichnung von Ulrike Bause

Erfahrungsbericht:

Zu meiner Person: Ich bin 1949 im Rheinland geboren worden. Mein Grossvater väterlicherseits saß 1933 wegen angeblichen Hochverrates – er war in einer Widerstandsgruppe im Rheinland – in einem Gestapo-Gefängnis. Unter den Folgen hat er lange Jahre gelitten, er bekam nach dem Krieg eine VVN-Rente. Unsere ganze Familie war dementsprechend eingestellt. So bin ich auch erzogen worden. Ich bin von klein an atheistisch und liberal erzogen worden. Die ganze Familie war links. Meine Eltern gingen aus Überzeugung kurz vor dem Mauerbau 1961 vom Rheinland in die DDR, da war ich knapp 12 Jahre alt. Mein Vater hat schnell gemerkt, dass das ein grosser Irrtum war, aber man ließ uns nicht mehr gehen. Also lebte ich bis Anfang 1986 in der DDR und konnte dann, nach vielen Querelen mit der Stasi und Berufsverbot, mit zwei Kindern, einem Kater und einer Zeichenmappe ausreisen. Dieses System dort habe ich bis ins Kleinste kennengelernt.

Ich habe meine Kinder locker, man kann sagen, multikulti, erzogen. Berührungsängste mit Menschen, egal, woher, gab es für uns nicht. Wir zogen dann nach einigem Hin und Her 1989 nach Köln. Ich arbeitete wieder im Trickfilm – mit Kollegen aus 16 Ländern. Mit Amerikanern, Irakern, Iranern, Ägyptern, Libyern, Holländern, Kanadiern, Dänen, Ungarn, Polen, Tschechen, Franzosen, Bangladeshis, Deutsche, u.a. Alles Weltbürger, da funktioniert dann auch Multikulti. Wir hatten ein supergutes Arbeitsklima. Meine Kollegen gingen bei uns ein und aus. Wir kochten zusammen – es war einfach schön. Die iranischen Kollegen waren vor Khomeni abgehauen und konnten schon damals nicht verstehen, warum die Deutschen dem Islam, islamischen Predigern gegenüber so tolerant sind.
Auch die Grauen Wölfe waren damals vor 30 in Köln schon sehr stark vertreten. Es war abzusehen, was sich da entwickelt. Wir hatten türkische Freunde, die das auch alles mit Sorge sahen.
Ich arbeitete in der Kölner Südstadt. Meine jüngere Tochter, die erst an der Grundschule war, ging später an das Musikgymnasium, auch in der Kölner Südstadt, 2.000 Schüler aus allen möglichen Ländern. Keine Probleme, tolle Atmosphäre.

Im Gegensatz zur Südstadt, in der ich auch arbeitete, war unser Wohnviertel auf der rechten Rheinseite alles andere als angenehm, auch die Grundschule war schon damals ziemlich problematisch.
In unserem Viertel lebten sehr viele streng-gläubige Muslime, die mir gegenüber, ich war alleinerziehend mit zwei Töchtern, blond und blauäugig, äussert respektlos, beleidigend – rassistisch – waren. Das ging bis zu Bedrohungen. Z.B. spuckte ein Jugendlicher aus einer Gruppe neben mir auf den Sitz im Bus mit einer entsprechenden Bemerkung. Ein anderer Jugendlicher aus der Gruppe wischte das dann weg und entschuldigte sich. Den fand ich sehr mutig – das gab es natürlich auch. Überhaupt waren bestimmte Leute damals schon saufrech, intolerant und rassistisch uns Deutschen gegenüber. Da wurde man von kleinen Jungs in der U-Bahn schon mit entsprechenden Wörtern angemacht und beleidigt. Auch junge Mädchen, die dort standen, die fingen dann schockiert an zu weinen. Diese Leute konnten alle kaum Deutsch, aber die übelsten, frauenfeindlichsten Schimpfwörter hatten selbst die kleinen Jungs schon drauf. Da klappte einem der Unterkiefer ab…. Und sie konnten das Wort “Nazi” und “ausländerfeindlich”. Das hat mich schon damals auf die Palme gebracht.
Meine ältere Tochter, die damals dort noch zur Schule ging, erlebte immer wieder, dass türkische Mädchen aus ihrer Klasse nach den Sommerferien nicht mehr kamen. Sie wurden verheiratet. Andere Familien waren ganz offen und tolerant, auch mit ihren Töchtern.
Wir fuhren ja jeden Morgen mit der S-Bahn von der rechten auf die linke Rheinseite und einige Mitfahrer kannte man im Laufe der Zeit vom Sehen. Es sassen immer zwei fröhliche türkische junge Mädchen in der Bahn. Einen Morgen stürmten zwei dicke Frauen mit Kopftüchern in die Bahn, gingen auf die Mädchen zu und ohrfeigten sie und beschimpften sie. Wir haben natürlich nichts verstanden, waren allerdings geschockt. Am nächsten Morgen sahen wir die Mädchen wieder in der Bahn, beide hatten Kopftücher auf und waren nicht mehr so locker drauf. Schon damals konnte man in Köln in bestimmten Ecken in der Richtung einiges erleben. Anstatt draus zu lernen und klare Regeln vorzugeben, macht man dieselben Fehler wieder.

Es war auch nicht ohne, dort nachts mit der Bahn nach Hause zu fahren. Aus unserem Nebenhaus wurde eine junge Frau an unserer S-Bahn-Station abgestochen, von zwei türkischen Jugendlichen, die wahrscheinlich nur Langeweile hatten. Sie überlebte gerade so. Also diese Probleme sind nicht neu. Es gab mit türkischen und libanesichen Jungs in der Grundschule Probleme. Weil sie meine Tochter auf dem Schulweg bösartig pisackten, sprach ich sie an, und das hatte zur Folge, dass eine Gruppe Männer dann bei mir klingelte und mich bedrohte und beleidigte, weil ich ihren “Prinzen” zurechtgewiesen hatte.

Die Lehrerin der Grundschule, in der meine Tochter zuerst war, entschuldigte sich bei mir und meinte: es tut ihr so leid, aber in dieser Klasse – 12 Schüler, davon 6 türkische Jungs, die kaum Deutsch konnten und den Unterricht massiv störten, könne sie einfach keinen normalen Unterricht abhalten. Das war eine Peter-Petersohn-Schule, die schon kleine Klassen hatte und eigentlich ok war. Meine Tochter wechselte also an die zweite Grundschule, auch da war es nicht viel besser. Die Lehrerin hatte mir das hinter vorgehaltener Hand gesagt, denn schon damals galt man als “rechts”, wenn man den Mund gegen Missstände aufmachte. Zum Glück konnte meine jüngere Tochter dann an das Musikgymnasium wechseln. Die linke Rheinseite war natürlich eine andere Welt.

Nur eine Wohnung gab es dort nicht, wir mussten weiterhin in dieser Gegend wohnen, daraus wurden sechs Jahre. Das war nicht lustig. Darüber könnte man einen Roman schreiben.

Meine ältere Tochter verliebte sich dann in einen Kurden, der einige Jahre älter war, sie hatten sich beim Judo kennengelernt. Er kam heimlich, d.h. sie durfte ihn auch nicht zu Hause anrufen, seine Familie durfte nicht wissen, dass er eine Deutsche zur Freundin hatte, eine “Ungläubige”. Seine Eltern, seine Sippe, streng-gläubige Muslime, lebten schon über 20 Jahre in Köln.
Er kam, und da kein Mann bei uns im Haus war, war er der “Macker”. Er war nicht unfreundlich, er war nur so erzogen, dass er in einem Frauenhaushalt nun der Chef war. Ich fand das nicht so lustig und ich habe dann mein Revier verteidigt. Meine Tochter hielt natürlich zu ihm, probierte Kopftücher auf, las im Koran, kaute türkischen Kaugummi. Sie wollte natürlich von der Familie akzeptiert werden. Ich stellte ihn zur Rede und meinte: wenn er das mit seinen Eltern geklärt hat, könnte er weiter kommen, sonst nicht.
Meine türkischen Freunde hatten uns gewarnt und meinten, wenn die Eltern praktizierende Muslime sind – Finger davon! Ich wusste erst gar nicht, was die meinten, ich kannte mich mit diesen Dingen gar nicht aus. Ich war atheistisch erzogen worden, Religion war für mich kein Thema. Also warum sollte so was wichtig sein? Und meine frischverliebte Tochter mit ihren 18 Jahren verstand noch viel weniger.

Er kam immer noch heimlich. Und dann kamen Anrufe seiner Mutter: “Deutsche Mädchen nix gut für meine Sohn, deutsche Mädchen meine Sohn spielen, nix heiraten.” Diese Anrufe kamen immer häufiger, es riefen auch irgendwelche männlichen Personen an. Dann wieder diese Mutter. Ich meinte dann ziemlich sauer zu ihr, warum sie denn in Deutschland wären, wenn sie so denken würden? “Deutsche nix gut, deutsche Geld gut!” Das hat mich schon sehr geärgert. Die konnte nach über 20 Jahren in Deutschland nichts weiter als diese blödsinnigen Sätze sagen. Ich habe ihm verboten, zu kommen, aber er kam trotzdem, und einige Zeit später dann ein Anruf, als die beiden wieder mal bei einem Freund waren, “deutsche Mädchen tot, meine Sohn tot”, nix deutsche Mädchen heiraten!” Ich dachte, ich bin im falschen Film. Ich hatte dann natürlich auch Angst.
Bei der nächsten Gelegenheit habe ich ihn dann rausgeschmissen, es gab noch eine Rangelei, ich habe mich aber dann durchgesetzt. Er ging dann und entschuldigte sich. Meine Tochter war natürlich aufgelöst und sie dachte, nun sucht er eine Wohnung für beide. Aber er hat sich dann zu Hause gefügt, er war ja schon als Kind verlobt worden mit einem Mädchen aus dem tiefsten Anatolien. Auch Jungs werden zwangsverheiratet. Er hing zwischen den Kulturen. Später sahen wir ihn noch mal wieder. Er meinte, er hätte zwar alles – Haus, zwei Söhne, eine Frau, aber glücklich wäre er nicht. Und auf meine Frage, ob die Familie die Drohung, sie beide umzubringen, wahrgemacht hätte, meinte er: er glaubt schon!

Meine ältere Tochter hat sich dann später in Berlin mit den “Prinzen” der Clans rumärgern müssen. Sie dealten unterhalb ihres Balkons, und sie drohten ihr, falls sie ihren Balkon nochmal betreten würde, ihr die Kehle durchschneiden. Diese halbwüchsigen Kotzbrocken fuhren mit dicken teuren Autos vor mit ihren Kampfhunden und vertickten harte Drogen. Das ist jetzt auch schon 15 Jahre oder länger her, heute sind das die Clanchefs, gegen die keiner mehr ankommt. Damals war an diesen jugendlichen Libanesen und Türken Frau Heisig dran, die hat das mit ihrem Leben bezahlt (glaube ich). Warnungen wurden in den Wind geschossen – alles bäh! Alles Nazi!

Vor ein paar Jahren bin ich in Rente gegangen. Da ich freiberuflich bei den Medien tätig war und nicht so viele Festanstellungen hatte und dank meiner DDR-Vergangenheit, habe ich eine kleine Rente. Ich hatte Glück: ich bekam drei Jahre lang (von Anfang 2015-Ende 2017) einen Job in der Flüchtlingsarbeit. Ursprünglich habe ich neben einzelnen jungen Frauen in Flüchtlingsheimen mit Kindern gezeichnet und dabei Deutsch mit ihnen gelernt. Über die Kinder an der Schule bin ich dann an die Eltern gekommen, weil ich dachte: ich schaue mir mal die dazugehörigen Eltern an. So kam ich zu den Frauen, mit denen ich Deutsch geübt habe.

Deutschunterricht im Flüchtlingsheim (Zeichnung Ulrike Bause)

“Friedenstaube”  Ulrike Bause

Ich bin also in verschiedene Heime gegangen, u.a. habe ich gezielt nach einer Mutter eines kleinen Mädchens gesucht, das ich in der Schule hatte. Eine kleine Kurdin, die sehr fröhlich war und schnell sprechen lernte. Die Mutter war Analphabetin. Ich habe das Mädchen dann ab und zu mal mit zu mir nach Hause genommen, damit es mal aus diesen schrecklichen Verhältnissen – sie lebten mit 14 oder noch mehr Personen in einem Zimmer – herauskommt. Die Kinder waren unglaublich zutraulich und wollten alle mitgehen. Das ging natürlich nicht. Als ich dann später mit der Mutter dort in einem Raum saß, kamen gleich mehrere Männer und Frauen und guckten neugierig durch die Tür. Das Mädchen hatte in der Schule ein von mir gezeichnetes Schweinchen (ich hatte Bauernhoftiere gezeichnet) hellbegeistert mit ins Heim gebracht, und das hatte schon die Runde unter den Muslimen gemacht, die nun diese “Ungläubige” sehen wollten.

Es gab auch Kinder in der Schule, die sich weigerten, ein Buch über einen Bauernhof anzuschauen, weil eben dort Schweine abgebildet waren. Und Kinder, die nichts durften, die ganz streng den Ramadan einhielten, was z.T. für alle in der Schule sehr anstrengend war. Und das gezeichnete Schwein sorgte natürlich nun für Aufregung. Verständigt haben wir uns eigentlich nur auf eine Art – sprechen ging ja nicht: ich habe alles schnell gezeichnet, so wussten sie, was ich meine. Und deshalb war es relativ locker. Die Leute waren zumindestens neugierig und offen zu der Zeit, sie wollten Deutsch lernen, sich verständigen können, am Anfang war das ja noch alles sehr schwer. Bis auf einige, die ich auch gleich richtig einschätzte. Es waren einige Männer dabei, die sich eher “feindlich” verhielten, aber trotz des Schweinchens kam ich mit den meisten ganz gut klar, wenn ich dort hinging.

Wenn ich über den Gang lief, standen die Türen alle offen und in jedem Zimmer lagen die Männer in den Betten und starrten die Decken an oder standen im Türrahmen. Ich dachte: meine Güte, die Leute brauchen eine sinnvolle Beschäftigung, das geht doch nicht. Das sind kräftige junge Männer, die keine sinnvolle Ablenkung haben – das kann nicht gutgehen. Ich hatte so die verrückte Vorstellung: warum nutzt man als Staat nicht dieses Potenzial und macht ein Aufbauprogramm für den öffentlichen Nahverkehr. Diese Männer hätten im ganzen Land Schienen für Strassenbahnen usw. legen können. Wir hätten gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen können – wir hätten ernsthaft etwas für die Umwelt getan und die hätten Arbeit gehabt und vielleicht ein Einkommen statt Sozialhilfe.

Ein Familienvater einer muslimische Familie, bei der ich dann auch öfters zu Hause (in ihrem Zimmer im Heim) war, hatte sich einen Job als Hausmeister im Heim organisiert. Er fragte mich (mit Händen und Füssen), wie das sein kann, er würde nur einen Euro pro Stunde verdienen. Das muss man erst mal schaffen, das jemandem aus Syrien zu verklickern, warum man, wenn man doch Arbeit hat, weiter so eine Art Sozialhilfe kriegt und nur einen Euro verdienen kann. Das versteht ja hier auch kein Mensch! Dieser Mann hat mir letztens übrigens nach mehr als drei Jahren wieder per Whatsapp schöne Ostern gewünscht!

Ich habe so verschiedenste Erfahrungen mit vielen Leuten dort gemacht. Ich habe mir die Leute ja selbst ausgesucht. Und die Leute waren alle in Ordnung – und – die hatten auch alle ihre Papiere. Die Frauen kamen zu mir nach Hause zum lernen, die brachten ihre Kinder mit, sonst hätten die gar nicht lernen können.

Deutschunterricht im Flüchtlingsheim (Zeichnung von Ulrike Bause)

Worte – Kleidung  (Zeichnung von Ulrike Bause)

Ich hatte diese kurdische Analphabetin mit den drei Kindern, die happy war, lesen und schreiben zu lernen, sie brachte dann nach und nach auch andere Frauen mit zu mir. Ihr Vater hatte ihr im Irak verboten, zur Schule zu gehen. Sie war dort nie außerhalb des Hauses gewesen. Sie hat in der Familie viele Peschmerga-Frauen, die im Kampf gegen den IS gefallen sind. Ich habe sie soweit fittgemacht, dass sie die Voraussetzung hatte, dann einen Deutschkurs zu besuchen. Ihr Mann hat uns mal seine Familie auf dem Handy gezeigt: Auch Peschmergas. Sein Vater hat drei Frauen, er weiss nicht genau, wer seine Mutter ist, er hat drei Mütter, und er hat noch 23 Geschwister. Mit allen ihren Kindern ist das ein grosses Dorf dort im Irak. Und dieses Ehepaar mit den Kindern ist nun hier und sie sollen sich allein zurechtfinden bzw. glauben wir, das ist alles so locker! Als wir mal zum Essen eingeladen waren, wunderten wir uns, wo denn die junge Kurdin, also die Frau des Hauses, ist. Sie aß mit den Kindern allein in der Küche. Der Mann aß mit uns, den Gästen. Und sie muss auch den Mann bedienen, wenn er Freunde zu Besuch hat. Das ist eben wirklich noch eine andere Welt. Aber nun macht sie auch noch den Dreck der ganzen alleinstehenden Männer, die inzwischen auf der Etage wohnen, in der gemeinsamen Küche mit weg. Das ist einfach unmöglich! Aber sie ist happy, weil sie allein in die Stadt gehen kann, und lesen und schreiben kann.

Ich habe auch die Bekanntschaft mit einer syrischen christlichen Familie gemacht, Aramäer, vier Personen, eine Mutter mit drei Kindern, der erwachsene Sohn ist homosexuell. Der Vater und der andere Sohn waren noch in Syrien. Die Bedingungen in dem Heim waren für die Leute furchtbar. Zwei Jahre lang zu viert in einem Zimmer. Das Schlimmste war aber: Sie wurden von einigen muslimischen Familien (nicht alle waren so) gemobbt, beschimpft, beleidigt, bedroht. Die Mutter und das Mädchen, die wunderschöne lange Haare hatten, wurden als Schlampen beschimpft, der Sohn lebte gefährlich. Man verlangte von der Mutter, dass sie ihr kleines Kreuz an der Kette abnimmt, das wäre eine Zumutung für die Muslime….
Die Lage spitzte sich dermassen zu, die Mutter wurde tätlich angegriffen und wir schalteten die Stadt ein. Die auch schnell handelte und die Familie mit Taxi in ein anderes Heim brachte. Das Familienoberhaupt der Familie, die am schlimmsten den christlichen Syrern gegenüber war, war ein streng-gläubiger Moslem, der sich damit brüstete, Kontakte zum IS zu haben oder selbst dabei war. Er drohte der Familie oft, sie umzubringen. Die Sozialarbeiter in dem Heim hatten Angst vor den Typen, und den Mund aufmachen wollten sie auch nicht, sie wollten “ihren Job behalten”. Wenn es “Konflikte” gab, stand man nicht zu den Christen, sondern zu den anderen, die waren ja auch die Mehrzahl und die haben auch entsprechend gejammert und Theater gespielt.
Der ältere Sohn fragte uns mal: wo sind denn alle die Christen, die geflüchtet sind? Es sind doch kaum welche in den Heimen? Man muss sich das vorstellen: die Menschen flüchten vor dem IS und auch vor bestimmten Muslimen, und dann sind die hier in den Heimen genau diesen Leuten wieder ausgesetzt. Das ist einfach der Wahnsinn.

Die Stadt hatte zwar gehandelt, aber die Leute kamen vom Regen in die Traufe: neben ihnen eine Familie mit einem “Oberhaupt”, den wir nach drei Sekunden richtig eingeschätzt hatten: Salafist (Tschetschene oder aus dem Kosovo). Der war gefährlich, er war rotzfrech uns gegenüber. Dieser Sozialarbeiter in diesem Heim nun hatte mit diesen “netten Menschen” vorher gesprochen, dass eine christliche Familie kommt, um die er sich ja ein bisschen kümmern könnte. Er meinte ernsthaft zu meiner Tochter, die inzwischen da involviert war, das wäre so ein netter Mensch….
Die Syrer waren fertig mit den Nerven und vor Angst. Da konnten die nicht bleiben. Also nahmen wir sie mit nach Hause und sie campierten in unserem Wohnzimmer. Wir haben der Stadt gesagt, dass das mit dieser Nachbarschaft in dem Heim unmöglich geht, und man wollte sich kümmern, dass sie woanders unterkommen. Unbegreiflich, wie naiv die Behörden sind. Ich fragte noch den Mann von dem Amt, warum man denn diese Leute nicht von vornherein getrennt unterbringt. Die Antwort: Ja, die sollen sich doch aneinander gewöhnen und lernen, miteinander klarzukommen, das wäre von oben so gewollt.
Also, die Christen werden in Syrien und in anderen islamischen Ländern ermordet wegen ihres Glaubens und Homosexuelle sowieso, und hier meint man, man kann die so mir nichts, dir nichts aneinander gewöhnen, weil wir als “Auserwählte” die Gabe haben, die Welt zu retten und alles zu befrieden? Witz Ende! Dass in den Ländern ethnisch-religiöse Kriege stattfinden, scheint hier noch nicht angekommen zu sein.
Ich hatte auch, als sie noch den Stress in dem anderen Heim hatten, die Antidiskriminierungsstelle angerufen, was man denn da machen könnte. Da meinte dieser Mensch dort zu mir: “dass die Christen verfolgt werden, ist ihm ganz neu, er kennt es nur, dass die Muslime bedroht und diskriminert werden”…..
Ich habe mit einem evangelischen Pfarrer gesprochen, der dort in der Nähe wohnt und diese Leute aus den Heimen dort zum Teil betreut hat, er wusste, wovon ich rede, und auch der Weiße Ring in Stuttgart wusste bescheid.

Jedenfalls, nach 10 Tagen zogen die Leute bei uns wieder aus. Sie hatten grosse Angst vor dem Heim, aber man gab ihnen einen anderen Platz. Dieser Salafist flog kurze Zeit später raus, wo er ist, wissen wir nicht. Er hat ziemlich üble Sachen gemacht, wie wir hörten. Inzwischen durfte auch der Vater und der andere Sohn der syrischen Familie einreisen. Diese Familie ist gebildet, der Vater ist Architekt, die Kinder besuchten eine Privatschule. Und dann kommen solche Leute nach Deutschland in dem Glauben, sie finden hier Schutz und sind dann solchen Zuständen ausgesetzt. Ein iranischer Freund meiner Tochter, der nun einige Jahre hier ist, hatte ähnliche Erfahrungen damals vor Jahren im Heim gemacht.

Ein anderer Mann, den ich auch als sehr problematisch sofort eingeschätzt hatte, stach dann mit dem Messer auf andere ein. Mit ihm gab es ständig Ärger. Als ich mit den Frauen im Heim Deutsch übte ganz am Anfang, guckte er ziemlich finster durch die Tür. Seine Frau war andauernd schwanger, die Kinder litten alle und die anderen Heimbewohner auch. Den habe ich den kurzen Moment gesehen und ich wusste, wie der drauf ist.
Man entwickelt mit der Zeit seine Instinkte für Gefahren, wenn man unter bestimmten Bedingungen leben muss, z.B. in einem Wohngebiet mit solchen Leuten.

Eine Afghanin, die mit der Kurdin zu mir kam, zog sich bei mir aus und zeigte mir ihre Misshandlungen: Brandwunden am ganzen Körper, sie war mit einem Taliban verheiratet worden und vor ihm geflüchtet.
Andere Frauen aus dem Iran haben sich sofort vom Islam losgesagt und sich hier taufen lassen, die eine heimlich, der Vater durfte das nicht wissen. Eine Yesidin, mit der ich auch Deutsch geübt habe, durfte endlich nach Köln zu ihrer Mutter und zu ihrem Bruder umziehen mit ihren kleinen Kindern.
Das ist ja auch der Irrsinn, dass man Familien nicht von Anfang an zusammengebracht hat, das war ja so schon für die Leute schlimm genug. Ihr Mann war in Bulgarien von ihr getrennt worden und musste zurück in den Irak. Es gibt schon schreckliche Schicksale. Man kann gar nicht viel helfen. Wir haben so viele Briefe an die Behörden geschrieben, ganze Nächte saßen wir daran.
Die Frauen waren happy, wenn sie bei mir waren, Kaffeetrinken in einem gemütlichen Umfeld und Kontakt mit Deutschen, mal raus aus dem Heim, und das mehrmals die Woche. Ich habe mit ihnen Ausflüge gemacht und ihnen die Stadt und die Gegend gezeigt und alles erklärt. Einige können heute sich ganz gut allein zurechtfinden. Und darum geht es. Diese Integrationskurse sind ein Witz. Wen interessiert es, wieviel Brötchensorten in Deutschland hergestellt werden? und lauter solche dämlichen Fragen, was Staatsbürgerkunde und deutsche Geschichte angeht. Die Deutsch-Prüfungen sind viel zu schwer. Die müssen erstmal im Alltag kommunizieren können. Alles andere kommt später.
Und nach den Unterrichtsbüchern zu gehen, besteht die deutsche Kultur nur aus Schlager und Fußball. Ich habe dem jungen christlichen Syrier ein Büchlein über Schiller geschenkt, der wollte was über deutsche Kultur wissen und nicht so einen Blödsinn.
In Gesprächen kam immer wieder zum Ausdruck, dass sie lieber mit Deutschen zusammenwohnen würden, um die Sprache usw. zu lernen.
Ich verstehe auch nicht, warum man neue teure Heime baut, wo die unter sich sind, wo die sich gegenseitig kontrollieren, ob ja keiner aus dem ganzen muslimischen Milieu ausschert. Und da sind dann wirkliche Opfer, wirkliche Flüchtlinge, mit Tätern, Mördern, womöglich auf einer Etage. Und dieser Wahnsinn macht einem fassungslos.

Ich habe einige Leute kennengelernt, die vom IS, vom Krieg, traumatisiert sind, z.B. ein syrisches Mädchen, dass aus den Trümmern gezogen wurde. Die bekommen hier gar nicht die Betreuung, die sie wirklich brauchen. Ein anderes Beispiel: ein syrischer Junge, den ich betreut habe, der ohne Eltern kam, nur mit seiner Tante und deren Kindern, in der Hoffnung, dass wenn die Familie den jüngsten Sohn mitgibt, sie auch bald alle kommen können. Er hat ständig mit seiner Mutter telefoniert und anscheinend ging es ihnen dort ganz gut. Natürlich tat er mir leid, jahrelang ohne Eltern und Geschwister. Wir haben uns gut verstanden, ich war am Anfang die Einzige, die an ihn heran kam, weil ich mit ihm gezeichnet habe, da sind Kinder immer zugänglicher. Aber er fragte mich auch immer, ob ich Moslem bin, er hat es dann akzeptiert, dass ich keiner bin, wir mochten uns trotzdem. Leider tat er sich furchtbar schwer mit Deutschlernen und wie ich hörte, hat er keinen guten Umgang inzwischen. Die, die wirklich alle Hilfe brauchten, die lässt man links liegen, und andere, die sich prima als Opfer darstellen und laut schreien und heulen können, kriegen alles. Dabei sind oft die wirklichen Opfer ganz still und bescheiden.
Ich habe meine Arbeit gerne gemacht – und fast alle, mit denen ich geübt habe, machen ihr Ding inzwischen. Sie gehen zur Schule, oder lernen Berufe oder studieren. Ich habe ein bisschen geholfen, ihre Situation zu verbessern. Mehr kann ich nicht tun.

Viele Kinder in den Schulen fragten gleich: bist Du Moslem? Wenn man konsequent wäre und eine klare, sichere Haltung hätte, wäre das Problem nicht so riesig. Nein, habe ich gesagt, das ist unwichtig. Du glaubst das und ich glaub was anderes, na und!? Ich bin von niemanden deshalb angefeindet worden. Die brauchen eine klare Ansage und man muss autentisch sein, aber hier sind alle unsicher. Und was mich wirklich gestört hat: wie sollen denn solche Leute Sozialarbeiter-“Mausis” ernstnehmen, die mit Trägerhemdchen und Blüschen mit tiefen Ausschnitt und ganz kurzem Röckchen vor diesen Männern sitzen? Da ist man keine Autorität, die diese Leute brauchen! Und solche “sanften” Sozialarbeiter – diese Männer lachen sich darüber kaputt.

Ich hatte sehr viele verschiedene Leute, zu einigen habe ich noch ein gutes Verhältnis und das bleibt sicher auch so, als Freundschaft darf man das nicht bezeichnen. Mein Job war nach 3 Jahren zu Ende. Zum Schluss hin, durch dieses ganze Theater mit der syrischen Familie, bekam ich eine schwere Gürtelrose und dann habe ich mich von dem Ganzen verabschiedet. An dieser dämlichen Politik, an diesen weltfremden Besserwissern, kann man ja auch verzweifeln.

Es ist nicht gut, dass die Leute alles umsonst bekommen, einige wissen das nicht zu schätzen. Das sieht man an den Sachbeschädigungen in den Heimen, und Pünktlichkeit ist ein Problem. Dadurch, dass wir in Köln so einige Erfahrungen gemacht haben (6 Jahre in diesem problematischen Viertel), da braucht es keine Wissenschaftler, die mir sagen, was da so los ist – bin ich bzw. meine ältere Tochter nicht so mit einer rosaroten Brille an diese Dinge herangegangen. Wir haben bis vor 1,5 Jahren in einem Viertel einige Jahre in Freiburg gewohnt, in dem natürlich keine wohlsituierten Moralisch-Hochwertigeren leben müssen. Dort konnte man sich auch mit Türken und Libanesen rumärgern. Wir sind dann weggezogen.

Ich habe auch nicht gejubelt, als diese Massen kamen, ich wusste, da kommen viele Probleme. Es sind ja auch nicht alles wirkllich Verfolgte, und das ist das Schlimme, dass man hier Nichtsnutze, Kriminelle mit durchfüttert. Hier hungern Rentner, die immer gearbeitet haben und man päppelt diese Typen hier mit durch? Das versteht kein normaler Mensch mehr.
Ich hätte nicht ehrenamtlich gearbeitet. Wer die Leute hierherkommen lässt, muss sich auch darum kümmern. Alle, die das wollen, sollen Leute zu Hause aufnehmen und finanzieren und sich um alles kümmern. Der Staat hat entschieden, dass Tausende kommen können, also ist der Staat, die Politik, dafür verantwortlich und nicht die einfache Bevölkerung, die ihre eigenen Probleme hat. Es gibt hier genug Probleme, z.B. Altersarmut und Kinderarmut – das interessiert niemanden.

Es gibt Menschen, die wirklich vor dem IS, vor dem Krieg, geflohen sind, und denen sollte man helfen. Es kann aber nicht sein, dass die hierherkommen und von Imamen gegen uns aufgehetzt werden. Bei einem syrischen Jungen zu Hause auf dem Riesenfernseher liefen Programme mit arabischen Imamen, viele Sender mit diesen vorsintflutlichen Männern, die die Menschen hier beeinflussen, dann eben auch noch die Moscheen. Leute, die anfangs offen waren für alles Neue hier, machen dann irgendwann die Klappe runter, da weiss man, wie sie beeinflusst werden. Das darf nicht sein! Ich habe in der Schule mitbekommen, wie fanatisch schon Erstklässler sind. Glaubt man nicht an Allah, ist man nichts wert. Ich bin der Meinung, man muss überhaupt nicht auf so eine rückschrittliche Religion hier Rücksicht nehmen. Religionsfreiheit heisst für mich, frei von Religion in Ruhe leben können. Jeder soll glauben, was er will, so lange er friedlich ist und andere damit nicht belästigt. Religionsfreiheit heisst nicht Narrenfreiheit und Extra-Würste für eine bestimmte Religion. Man hat hier jahrelang Hassprediger machen lassen, was sie wollten und es hat sich daran nichts geändert.
Da ist schon so ein Hass auf Juden und Homosexuelle – auf “Ungläubige”, und frauenverachtend. Ein Junge in der Schule, mit dem ich gebastelt habe, sollte mit mir zusammen die Schnipsel vom Boden aufheben. Er weigerte sich, ich sollte das machen. Ich fragte, warum? Weil ich die Frau wäre. Ich habe ihn ziemlich angefahren und ihm gesagt, dass er wohl einen Knall hätte, dann hat er alles allein aufheben müssen. Er war in der 2. Klasse – da geht das noch, wehe, wenn die älter werden….
Solche Auswüchse sind nicht neu, umso mehr hätte man ab 2015 gegensteuern müssen. Nichts ist passiert.
Und jetzt päppelt man auch noch IS-Verbrecher hier mit durch. Sind alle übergeschnappt? Und ein Herr Maas nimmt das Wort “Christ” nicht mehr in den Mund. Was ist los in den Hirnen dieser Leute?

Ich komme nun wirklich aus dem linken Spektrum, wenn ich aber sehe, wie mit dicken Problemen umgegangen wird, die man nicht laut benennen darf, dann packt mich ehrlich die Wut.
Nun haben wir wieder das Zeitalter der Denunzianten und Eiferer und Feiglinge! Das erinnerte mich an etwas….

Ein Bekannter meiner älteren Tochter, ein Staatsanwalt aus Hamburg, meinte mal: es ist nur eine Frage der Zeit und der Menge, bis auch die glühenden Befürworter der Migration ihre Erfahrungen machen und die machen dann eine totale Wendung um 180 Grad….

 

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07.04. 2019: P R E S S E M I T T E I L U N G – Neuorientierung in der Flüchtlingspolitik gefordert (Initiative an der Basis)

07.04.2019

P R E S S E M I T T E I L U N G

Neuorientierung in der Flüchtlingspolitik gefordert

Flüchtlingshelfer kritisieren bisherige Strukturen und das Fehlen eines Masterplans. In Berlin hat sich die „Initiative an der Basis“ gegründet

Berlin – Die „Initiative an der Basis“ ist ein bundesweites Bündnis von Haupt- und Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit, das politische und gesellschaftliche Fehlentwicklungen in der Flüchtlingspolitik anprangert.

Die Initiatoren kommen aus unterschiedlichen Berufen, sie sind Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher, Sozialarbeiterinnen, BAMF-Übersetzer und Dolmetscher, Justizangestellte, Psychologinnen, Ärzte und Polizisten sowie säkulare und kritische Geflüchtete und Migranten.

Die „Initiative an der Basis“ fordert eine grundlegende Neuorientierung in der Flüchtlingspolitik. „Es ist höchste Zeit, die eklatanten Versäumnisse der letzten Jahre aufzuarbeiten und einen Masterplan für eine neue Flüchtlingspolitik zu erarbeiten“, sagt Rebecca Sommer, eine der Initiatorinnen. „Das geht nur, wenn die Erfahrungen derjenigen, die an der Basis tagtäglich mit Flüchtlingen arbeiten, gehört werden und ihre Erkenntnisse in einen Masterplan einfließen.“

Für ein gedeihliches Miteinander zwischen Aufnahmegesellschaft und Geflüchteten sollte die Flüchtlingspolitik auf allen Ebenen neu ausgerichtet werden. Einige Beispiele:

  • Klare Kommunikation europäischer Werte und einer europäischen Leitkultur gegenüber Geflüchteten
  • Klare Kommunikation, dass Asyl eine zeitlich befristete Aufnahme im Gastland Deutschland bedeutet, die dann endet, wenn eine Rückkehr in das Heimatland möglich ist
  • Keine Alimentierung von Geflüchteten ohne Gegenleistung. Wer ohne Sprachkurs, Arbeit oder Ausbildung ist, wird verpflichtet, kommunale, gemeinnützige Arbeit zu verrichten
  • Überwiegend Sachleistungen statt Geldleistungen
  • Konsequente Umsetzung von Sanktionen bei Verweigerungen
  • Einrichtung einer anonymen Meldestelle für Salafisten und Gefährder
  • Kein Asyl und keine Duldung von Straftätern
  • Aberkennungsmöglichkeit des Asylstatus bei Gewaltdelikten und Straftaten
  • Novellierung der Sicherheitsarchitektur (Vernetzung aller asylrelevanten Stellen, Bundesbehörden, Polizei etc.)
  • Unterstützung der Polizeigewerkschaft bei der Durchsetzung von Abschiebungen
  • Abkehr vom Prinzip „Integration durch Förderung des Islam“ (z.B. keine Unterstützung für Akteure des politischen Islam, die Flüchtlinge zwar in ihre Moscheegemeinden, nicht aber in die deutsche Gesellschaft integrieren)
  • Ausweitung des Berliner Neutralitätsgesetzes auf das gesamte Bundesgebiet
  • Einführung eines flächendeckenden, verpflichtenden Ethikunterrichts in deutschen Schulen
  • Unterstützung von Forderungen der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes (Kopftuchverbot, Verbot von Polygamie, Minderjährigen-Ehe, Zwangsheirat, Genitalverstümmelung etc.), Stärkung der Rechte von weiblichen Geflüchteten
  • Klare Unterscheidung zwischen Flucht und Migration und Erarbeitung eines Einwanderungsgesetzes nach amerikanischem Vorbild
  • Aufnahmestopp für die nächsten 3 Jahre, um die aufgelaufenen Probleme zu reflektieren und angemessene Lösungen zu finden

Ausführlicher “work-in-progress“ Forderungskatalog (pdf Format): Unsere Forderungen

Siehe auch unsere Erfahrungen