P r e s s e m i t t e i l u n g: Initiative an der Basis – Konferenz der Ex-Muslime am 4. September 2019 in Berlin

Ex-Muslim Konferenz-4Die Initiative an der Basis hat zur Konferenz der Ex-Muslime in Berlin eingeladen. Die Basisinitiartive besteht aus haupt- und ehrenamtlich tätigen Menschen, die in ihrer Arbeit täglich mit Migranten zu tun haben. LehrerInnen, ErzieherInnen, SozialarbeiterInnen, Justizangestellte, PolistInnen, Flüchtlingshelfer und MigrantInnen selber berichten über die Initiative von ihren Erfahrungen und haben einen „work-in-progress“Forderungskatalog erstellt, den sie vor ein paar Tagen als geladene Gäste in einer Veranstaltung  der WertUnion-Berlin vorstellten.

Veedu&Mimzy Vidz, Armin Navabi, Kian Kermanshahi, Harris Sultan, Mohamed Hisham

Veranstaltung der Initiative an der Basis: Veedu&Mimzy Vidz, Armin Navabi, Harris Sultan, Mohamed Hisham

Eine Sprecherin der Initiative an der Basis begrüßte die Gäste und bedankte sich ausdrücklich bei den alternativen Medien, „ohne deren Unterstützung wir nicht gehört würden.“ Dann stellt sie die Referenten vor: „Die Ex-Muslime kommen heute aus ganz unterschiedlichen Ländern zu uns: Aus London, Kanada, Australien und Deutschland. Sie haben eines gemeinsam: Sie waren sehr fromme Muslime, sogar Fundamentalisten. Heute sind sie Atheisten und bezeichnen sich als Ex-Muslime.“

Veedu Vidz, Pakistan-stämmiger Londoner, Youtube-Comedian: Das Recht auf freie Rede ist die größte Errungenschaft der Menschheit – verbietet uns nicht den Mund!
Er kommt aus einer gemäßigten Familien. Zum praktizierenden Muslim wurde er auf einer vom Konvertiten Cat Stevens gegründeten Schule. Im Studium lernte er wissenschaftliche Methoden kennen und versuchte, wissenschaftliche und muslimische Konzepte zu versöhnen. Bis eines Tages muslimische Freunde sagten: „Du redest wie ein Atheist. Das war es dann mit dem Islam.“ In einer Pause zwischen Jobs begann er, Comedy-Videos über islamische Themen zu drehen. „So wie die Christen und ihre Kirchen kritisiert werden, müssen auch die Muslime und ihre Moscheegemeinden kritisiert werden. Dieses Recht spricht uns die Linke ab. Der Kampf um die Redefreiheit darf nicht verloren gehen. Denn die westliche Welt ist der einzige Ort, an dem Muslime frei sprechen dürfen. Und warum immer dieser Respekt vor den Religiösen, die ihrerseits nicht zimperlich sind, wenn sie über Homosexuelle, Frauen und Andersdenkende herziehen!“

VEEDI VIDZ (Englisch, deutsche Untertitel)

Mohamed Hisham, in Deutschland lebender Flüchtling aus Ägypten, auf Jobsuche in der IT-Branche: „Deutschland ist nicht so frei wie erhofft“.
Mohamed Hisham hatte sich als Student in Kairo in einer Fernsehsendung als Atheist geoutet. Er wurde aus dem Studio geworfen, mit Morddrohungen überhäuft und konnte sich der Gewalt seines Umfeldes nur dadurch entziehen, dass er sich wieder zum Islam bekannte, bis ihm die Flucht gelang. Übrigens erhielt er von Deutschland weder ein Visum noch Asyl, weil Ägypten trotz der Sharia-Gesetze fuer ihn angeblich als sicheres Herkunftsland gilt. „Auch in Deutschland musste ich bemerken, das ich hier nicht sicher vor Muslimen bin, die mir als Atheisten bzw. Aussteiger aus dem Islam gefährlich werden könnten. Jetzt gebe ich mich wieder als Muslim aus und verschweige meine sexuelle Orientierung. Ich hatte mir in Deutschland ein freies Leben erhofft.“
Seine Kindheit beschreibt Mohamed als von Alpträumen über höllische Strafen und die Angst vor dem Letzten Gericht geprägt. Er lernte, dass seine Homosexualität eine Perversion war. Dass er an der Universität Englisch lernte, war sein Ausgang aus dem religiösen Gefängnis. Im Internet traf er auf Atheist Republik und somit auf Menschen, die wie er waren und wie er dachten. Er sei Armin Navabi, den Initiatoren von Atheist Republik, sehr dankbar für dieses Movement.

MOHAMED HISHAM (Englisch, deutsche Untertitel)

Mimzy Vidz, Londerin mit nordafrikanischen Wurzeln, Youtuberin: „Das muslimische Kopftuch als Zeichen meiner Emanzipation zu sehen, war mein größter Selbstbetrug.“

Mimzy ist die Tochter eines muslimischen Religionslehrers. Durch seinen Glaubensabfall verschwand er aus ihrem Familienleben und ihr wurde erklärt, er sei geisteskrank. Bereits mit fünf Jahren trug sie das Kopftuch. „Uns wurde stets erklärt, dass wir uns von Jungs fernhalten müssten, sie seien gefährlich. Wir müssten rein bleiben, stets das Kopftuch tragen. Für jede sichtbare Haarsträhne würden wir im Fegefeuer gehängt. Später wurde uns gesagt, durch das Kopftuch würden wir nicht auf unsere Schönheit reduziert, sondern durch unseren Verstand definiert. Deshalb sei das Kopftuch Zeichen unser Emanzipation.“ Und sie stellt fest: „Das Kopftuch wird wegen des kulturellen Drucks getragen. Nie, weil es etwa eine Wahl für die Mädchen gäbe. „Außer wenn die Mädchen sich entschlössen, auf ewig in der Hölle brennen zu wollen.“ Muslimische Mädchen würden hinter verschlossenen Türen ständig bedroht und misshandelt: „Sie sind eben nach der Scharia nur Menschen zweiter Klasse intellektuell und religiös defizitär.“
An der Universität ging Mimzy an den Strand. Dort sah sie viele Mädchen im Bikini. „Ich war natürlich ganz verhüllt. Und das ist kein Vergnügen!“ gesteht sie. Was ihr zu denken gab: „Die Jungs und die Mädchen am Strand waren nett zueinander, hatten Spaß zusammen. In arabischen Ländern dagegen werden Frauen sexuell belästigt oder beleidigt, egal wie verhüllt sie rumlaufen.“
Auf eine Frage aus dem Publikum gesteht sie, dass es ihr nach dem Glaubensabfall ergangen ist wie ihrem Vater: „Die Verwandten werfen dich ganz aus ihrem Leben oder halten dich auf Abstand.“

MIMZY VIDZ (Englisch, deutsche Untertitel)

Harris Sultan, Pakistan-stämmiger Australier und politischer Aktivist: „Don’t fuck it up Germany! Vermassel es nicht, Deutschland! Sonst gibt es auf der ganzen Welt keinen freien Ort mehr. Nicht für Euch, nicht für die Muslime!“
Europa und die westliche Welt werden aus der Sicht von Sultan im Moment von einer Idee erobert, die sich überlegen fühlt, Respekt einfordert und sich für unantastbar erklärt: Dem Islam.
Alle Religionen sind für ihn gefährlich: „Die Ideen der Aufklärung haben Europa groß gemacht, weil sie Vernunft und Humanismus gegen die Kirchen durchgesetzt haben. Und nein: Der Islam ist keine östliche Idee gegen christlich-westliche Ideen. Humanistische rationale Ideen kennen wir aus vielen Hochkulturen. Sie sind nicht wegen der Religion entstanden, sondern trotz der Religion. Die großen Denker der europäischen Aufklärung haben gegen die Kirchen die Freiheitsrechte erkämpft und die beste humanste Gesellschaft geschaffen, die je existiert hat.“
Nun erniedrigt sich der Westen, stellt seinen für die Demokratie wichtigsten Wert zur Disposition: Die Meinungsfreiheit. „Ich glaube nicht an Allah. Für diesen Satz kannst du in islamischen Ländern gehängt werden. Und ich bin unter 220 Millionen Pakistani der Einzige, der ihn offen sagt.“
Und jetzt sagen die Linken in Europa, Kritik am Islam ist Hassrede! Ein Ex-Muslim kann kein Rassist sein! Nein, er verteidigt Frauenrechte und LGTB-Rechte!“ Er appelliert an die Europäer: „Steht zu den humanistischen Werten, die Eure Vorfahren durch die Aufklärung hart erkämpft haben. Steht jeden Tag in der Schule, in der Arbeit, in der Politik für sie ein!“
„Deutschland begeht nationalen Selbstmord, wenn es fast zwei Millionen Migranten aus muslimischen Ländern ins Land lässt!“ Er führt aus, dass 2 % der Bevölkerung bereits Wahlen entscheiden und warnt: „Echte Scharia ist jenseits der Vorstellungskraft westlich geprägter Menschen. Und die Europäer müssen sich klar machen: Ein muslimischer Kandidat bekommt alle muslimischen Stimmen. So wie Sadiq Khan in London, der zum Glück kein Fundamentalist ist. Aber es werden strenggläubige Muslime kandidieren und sie werden die Demokratie und die Freiheit bedrohen.“ Sultan warnt: „Die Linke ist in der Hand der Islamisten die extreme Rechte geworden: Sie bedroht jeden, der über Islam und Zuwanderung kritisch spricht.“
Europa und besonders Deutschland solle seine Prioritäten neu setzen: „Deutsche Politiker sind dem Wohl des Deutschen Volkes verpflichtet und seinen Werten. Ich meine nicht dass ihr den Menschen aus unterdrückten und vom Krieg zerrütteten Ländern den Rücken kehren sollt wenn diese Euch um Hilfe bitten, aber wenden Sie sich dabei nicht von Ihrer Demokratie und Ihren Werten ab. Es sollte nur eine begrenzte Anzahl von Flüchtlingen aufgenommen werden, und ihr solltet nur Flüchtlinge aufnehmen, die Sympathie und eine gewisse Gemeinsamkeit mit den deutschen Werten zeigen. Wenn ihr das vermasselt, gibt es auf der Welt keinen freien Ort mehr. Nicht für Euch, nicht für die Anderen!“

HARRIS SULTAN (Englisch, deutsche Untertitel)

Armin Navabi, Iran-stämmiger Kanadier; Gründer von Atheist Republik, der weltweit größten atheistischen web-community: „“Islam must die. Reformers are slowing the process.“
Als Kind hat sich Armin aus dem Fenster seiner Schule im Iran geworfen, um der Hölle zu entgehen. Denn ein Knabe kann keine Sünde begehen und geht rein in den Himmel. Als er sah, was er seinen Eltern angetan hatte und nach langer Zeit wieder genesen war, hat er sich der Religion umso heftiger zugewendet, um den Himmel auf die fromme Art zu erringen. Heute ist der Islam für ihn ein archaisches Gefängnis, das Menschen dazu treibt, falsche Entscheidungen für ihr Leben zu treffen und ihren Alltag unmenschlichen Regeln zu unterwerfen.
Viele Muslime sind nette Menschen und tun anständige Dinge und sind tolerant. Sie sind es aber nicht wegen, sondern trotz des Islams. Es gab in muslimischen Ländern stets auch eine Kultur, die über den Islam hinausgeht. Die sich der Wissenschaft, sogar der Toleranz und der Freiheit zugewendet hat. Das ging, weil, die Religion nicht so streng gelebt wurde. Wenn jetzt Europäer nach einer Reformation des Islam rufen, muss ich ihnen leider sagen: Sie hat bereits stattgefundenen, und nennt sich Wahabismus!“
Andere in Europa wünschen sich einen Reformislam. Sie wollen den Muslimen eine islamische Kultur bieten und eine Religion, die mit den Werten der Aufklärung vereinbar ist, eine humane Variante. Eine solche Reform funktioniert aber nicht ohne die Quellen des Islam entweder zu leugnen oder umzuinterpretieren. Das ist mit einem vernünftigen Denken, das kritischen wissenschaftlichen Ansprüchen genügt, nicht zu leisten.“ Reformislam selber hintergeht für Navabi deshalb bereits die rationalen Werte der Aufklärung und wird zum Schutzschild für die Islamisten, die sich hinter einem humanen Islam vor den Angriffen der säkular eingestellten Menschen verbergen. Der Reformislam werde nirgendwo in der muslimischen Welt akzeptiert oder gelebt. Sein Leben widme er deshalb der Zerstörung des Islam durch Kritik an seinen Glaubenssätzen. Jeden einzelnen Mulim müsse man auffordern, über seinen Glauben nachzudenken. Navabi: „Die Macht des mittelalterlichen Christentums wurde durch den Buch- und Zeitungsdruck gebrochen. Die Macht des Islam wird durch das aussprechen der Wahrheit zerstört!“

P r e s s e m i t t e i l u n g: Öffentliche Konferenz der Ex-Muslime am 4. September 2019 in Berlin (Initiative an der Basis)

Konferenz der Ex-Muslime am 4. September 2019 in Berlin
18:30 Uhr – 21:30 Uhr
Teilnahme nur mit bestätigter Anmeldung: hier

„Der Islam – friedliebende Religion oder repressive Weltanschauung?“Ex-Muslim Konferenz Flyer PIC DE-300dpi

Die Initiative an der Basis (Ini-B) präsentiert am 4. September auf ihrer Konferenz der Ex-Muslime in Berlin sechs Referenten aus Großbritannien, Kanada, Australien, Ägypten und Deutschland. Rebecca Sommer von der Basisinitiative: „Alle diese Ex-Muslime waren streng religiöse Muslime, bevor sie aus eigener Überzeugung den Islam verlassen haben und deshalb persönlich diffamiert, bedroht und manchmal gar aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Für solche Menschen engagieren wir von der Basis uns haupt- und ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit.“

„Aber“ fährt Sommer fort, „wir in Deutschland sollten diesen brillanten und mutigen Menschen genau zuhören. Sie nennen die Dinge beim Namen und machen uns klar, dass wir in Deutschland bei Integration und Migration ein großes Problem mit dem Islam haben. Und dass vor allem linksorientierte Politiker dem politischen Islam in die Hände spielen, weil sie den gesellschaftlichen Diskurs über die politische Ideologie des Islam unterdrücken.“

Den Anfang bei der Konferenz macht Mimzy Vidz, die als Vloggerin in London lebt. Sie schildert ihre persönlichen Erfahrungen, als sie den Hijab (=islamisches Kopftuch, das Hals und Ausschnitt bedeckt) anlegt und sich in die Grundlagen ihrer Religion vertieft. Doch statt spiritueller Vorbilder trifft sie dabei auf Gewalt und Intoleranz. Besonders schockiert sie die islamische Verachtung der von ihr als Nachbarn und Freunde geschätzten Hindus wegen ihres Vielgottglaubens. Inzwischen organisiert Mimzy mit ihrem Mann, dem Comedian Veedu Vidz, atheistische Versammlungen.

Veedu Vidz beschäftigt sich in seinen satirischen Videos mit islamischen Traditionen. Für ihn sind es in erster Linie die säkularen Werte der Aufklärung und die Wertschätzung des Individuums, welche den Entdeckergeist und die Tatkraft der Menschen freisetzen und so das friedliche Zusammenleben unterschiedlicher Menschen im Wohlstand möglich machen.

Armin Navabi, ein gebürtiger Iraner, der heute in Kanada lebt, ist sicher der Referent des Tages mit der höchsten Social-Media-Reichweite. 1,6 Millionen Menschen folgen ihm auf facebook, seine Website Atheist Republic sehen sich wöchentlich 5 Millionen Menschen an. In seiner Jugend war er tiefgläubig und litt an der Angst vor den Höllenqualen, die ihm und seinen Angehörigen etwa durch versäumte religiöse Pflichten drohten. Den Reformislam bezeichnet er als Zuckerhülle um die bittere Pille des fundamentalistischen Islams, die nur dazu diene, den Westen in Sicherheit zu wiegen. Barmherzige und mitfühlende Muslime hätten sich bereits vom Islam losgesagt und seien bessere Menschen als ihre Religion. Den islamischen Fundamentalismus sieht er als sich weltweit rasch ausbreitende Gefahr, der man mit der stärksten Medizin begegnen müsse, dem Atheismus. Navabi: „Wir können es uns nicht leisten, den Kampf gegen den fundamentalistischen Islam zu verlieren.“

Als 2018 vom ägyptischen Fernsehen jemand gesucht wurde, der bereit war, sich öffentlich zu seinem Atheismus zu bekennen, meldete sich Mohammed Hisham. Bereits zehn Jahre zuvor war er sich bewusst geworden, dass er Atheist war und mit den islamischen Glaubenssätzen, die so viele Menschen gewaltsam ausgrenzen, nichts mehr anzufangen wusste. Dieser Abend im ägyptischen Fernsehen veränderte sein Leben. Er wurde aus der Sendung geworfen, diffamiert, bedroht, zu Hause verprügelt und vier Wochen lang eingesperrt. Um sein Leben zu schützen, gab er sich wieder als Muslim aus. Erst mit Hilfe aus dem Ausland gelang es ihm, auf einen Flug nach Ecuador mit Zwischenstopp Frankfurt zu gelangen, wo er politisches Asyl beantragte. Auf der Konferenz der Ex-Muslime freut er sich erst einmal darüber, frei reden zu dürfen. Sein Traum ist eine arabischsprachige Fernsehsendung, welche die islamische Aggression gegen LGTB-Leute thematisiert und sich an die vielen LGTB-Menschen richtet, die in arabischen Ländern ausgegrenzt und gefährdet leben und sich nach einer Community sehnen.

Aus Australien angereist ist Harris Sultan. Er hat dort erst im Mai mit der säkularen Partei Australiens für den Senat kandidiert. Sein politisches Engagement wendet sich einerseits gegen die ultra-konservative Rechte, die nichtweiße Minderheiten ausgrenzt und religiöse Einrichtungen konservativer Christen privilegiert. Als Ex-Muslim und Atheist setzt er sich für Freiheit von Religion ein und wendet sich damit auch gegen linke Politiker, die zwar die christlichen Kirchen heftig kritisieren, aber den Mund halten, wenn Kritik am Islam angebracht wäre. Die Weigerung der Linken, über reale Probleme zu diskutieren, treibe Menschen aus der politischen Mitte, die sich nicht mehr den Mund verbieten lassen wollen, in die Arme von Parteien am rechten Rand.

Der letzte Referent der Konferenz der Ex-Muslime, ein Deutsch-Kurde, der zur Zeit in London lebt, hat sich in Berlin als strenggläubiger schiitischer Muslim politisch für das Regime im Iran engagiert. Im Auftrag der iranischen Botschaft gestaltete er deutschsprachige Social-Media-Seiten und half sogar, die anti-israelischen Al-Quds-Demonstrationen zu organisieren. Auch er wurde der dem Islam immanenten Gewalt gewahr, als er sich mit den Quellen seiner Religion beschäftigte. Bereits als Reformmuslim wurde er von ehemaligen politischen Gefährten massiv angefeindet. Heute hat er sich vom Islam losgesagt und arbeitet daran, andere Aussteiger aus der islamistischen Szene in Deutschland besser zu unterstützen, da sie vielfältigen Diffamierungen und Drohungen ausgesetzt sind. Vor allem aber möchte er den AussteigerInnen politisches Gehör verschaffen: „Der Islam wird in Deutschland oft in seiner Blümchen-Version als barmherzige Religion verbreitet. Seine historischen Quellen geben aber genau das nicht her. Diese grundlegenden Glaubenssätze möchte ich auf den Pranger stellen, damit sich die Leute aus dieser Gefängnislehre befreien können.“

Die Veranstaltung wird moderiert von Buchautor Hartmut Krauss von der Initiative an der Basis, der u.a. 2008 die Kritische Islamkonferenz organisierte. Hartmut Krauss:“ In öffentlichen Stellungnahmen wird der Islam häufig als friedliebende und tolerante Religion schöngeredet. Wenn Gewalttaten, vom dschihadistischen Terroranschlag bis zum „Ehrenmord“, im Namen des lslam verübt werden, ist schnell von einem „Missbrauch“ der Religion die Rede. Unterzieht man die Glaubensgrundlagen des Islam (Koran, Sunna, Scharia) jedoch einer eingehenden kritischen Betrachtung, zeigt sich, dass die Gewalt im Namen des Islam eine tragende religiöse Grundlage besitzt und keineswegs auf einer „Verfälschung“ beruht. Der Islam entpuppt sich als Politreligion mit Doppelgesicht, eine religiös überhöhte, vormoderne Vorschriftenlehre, die sämtliche gesellschaftlichen Bereiche zu regulieren beansprucht und die der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen entgegensteht. Im Sinne der Verteidigung einer fortschrittlich-emanzipatorischen Zukunftsperspektive halten wir es für notwendig, die islamische Herrschaftskultur in aller Entschiedenheit zu kritisieren. Aus diesem Grund organisieren wir diese Ex-Muslim Konferenz am 4.September 2019 – um über den Islam aufzuklären.

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Aufgrund von verständlichen Sicherheitsvorkehrungen, um unsere Referenten vor eventuellen Fanatikern zu schützen, ist eine vorherige Anmeldung zur Ex-Muslim Konferenz unbedingt erforderlich. Interessierte müssen sich mit Ihrem vollen Namen und Meldeadresse registrieren (Einlass nur mit Passkontrolle).
Anmeldung: hier

Initiative an der Basis Ex-Muslim- Konferenz (Berlin, 4.9.2019): Vorstellung des Referenten MOHAMED HISHAM, Ex-Muslim & Atheist

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MOHAMED HISHAM – Ex-Muslim Konferenz 4.9.2019 in Berlin (18:30 – 20:30 Uhr)

Ex-Muslimische Konferenz Berlin.
18:30 – 21:30 Uhr
INFO über die Veranstaltung: Ex-Muslim Konferenz

 

Wir stellen Ihnen einen unserer sechs Referenten vor:

MOHAMED HISHAM

(Text von Shammi Haque) Der Ägypter Mohamed Hisham ist mit seinen 28 Jahren der wohl bekannteste Atheist seines Landes. Er wurde als „Terrorist des Intellekts“ in Ägypten verfolgt und musste fliehen. Seit 3 Monaten ist er in Deutschland. 

Aufgewachsen ist Hisham in einer streng-religiösen Familie in einem Vorort der Millionenstadt Kairo, „direkt neben den Pyramiden“, erzählt er. Gebetet wurde jeden Tag. Doch schon als Kind begann Hisham, am Glauben zu zweifeln. „Bei einem Freitagsgebet wollte der Imam mir die Zweifel nehmen und sagte: ‚Wenn du heute Allah um etwas bittest, bekommst du es’“, erinnert er sich. „Ich betete dann, dass mein Mathelehrer am nächsten Tag nicht kommen soll. Und das ist erstaunlicherweise auch passiert! Dann war ich erstmal versöhnt und war gläubiger Muslim, wie meine Familie“, lacht er.

Hisham beschäftigte sich immer intensiver mit den islamischen Schriften, ein echter „Büchernarr“, beschreibt er sich, der die Bücher über seine Religion nur so verschlang. Doch je älter er wurde, desto lauter wurden die Zweifel.

Aufgewachsen ist Hisham in einer streng-religiösen Familie in einem Vorort der Millionenstadt Kairo, „direkt neben den Pyramiden“, erzählt er. Gebetet wurde jeden Tag. Doch schon als Kind begann Hisham, am Glauben zu zweifeln. „Bei einem Freitagsgebet wollte der Imam mir die Zweifel nehmen und sagte: ‚Wenn du heute Allah um etwas bittest, bekommst du es’“, erinnert er sich. „Ich betete dann, dass mein Mathelehrer am nächsten Tag nicht kommen soll. Und das ist erstaunlicherweise auch passiert! Dann war ich erstmal versöhnt und war gläubiger Muslim, wie meine Familie“, lacht er.

Hisham beschäftigte sich immer intensiver mit den islamischen Schriften, ein echter „Büchernarr“, beschreibt er sich, der die Bücher über seine Religion nur so verschlang. Doch je älter er wurde, desto lauter wurden die Zweifel.

Eine Talkshow ändert sein Leben

Die Freiheit jedes Einzelnen, nicht an Gott glauben zu müssen, ist eine Selbstverständlichkeit in Europa. Doch in Ägypten ist Hishams intellektuelle Entscheidung ein Verbrechen. Er beginnt, ein Doppelleben zu führen: Tagsüber mimt er den muslimischen Studenten, abends liest er in Internetforen über die Ideengeschichte des Atheismus, tauscht sich mit anderen Ex-Gläubigen aus.

„Ich war irgendwann müde von diesem Doppelleben, müde davon, dass ich nicht sagen konnte, was ich denke. Ich merkte, wie wichtig Religionsfreiheit ist, damit wir auch über Tabu-Themen diskutieren können.“

2017 kursiert in einem der Online-Foren eine Anfrage für eine Talkshow im ägyptischen Fernsehen über Atheismus. Niemand traut sich, die Anfrage anzunehmen, alle haben Angst, sich öffentlich zu outen. Alle außer Hisham.

Am 11. Februar tritt er in der Sendung auf und merkt schnell, dass er vom Talkshow-Host und dem zweiten Gast, einem hochrangigen Geistlichen, nur vorgeführt werden soll. In nur wenigen Sekunden legt Hisham dar, warum er an Gott zweifelt, bevor sich die beiden Männer verbal auf ihn stürzen.

▶︎ Es sind wenige Sätze, die sein Leben für immer verändern: „Ich bin Atheist … Ich brauche keine Religion, um moralische Werte zu vertreten und produktives Mitglied der Gesellschaft zu sein.“ Und: „Es gibt keine wissenschaftlichen Beweis für die Existenz Gottes.“

Der Talkshow-Host reagiert empört, sagt, er bereue, Hisham überhaupt eingeladen zu haben und wirft ihn kurzerhand aus dem Studio. Der Scheich unterstellt Hisham Geisteskrankheit und rät ihm, eine psychiatrische Behandlung zu beginnen. Wütende Anrufer werden durchgestellt, unterstellen ihm „Terrorismus“ gegen Ägypten und fordern seinen Tod.

Das Video wird weltweit millionenfach geteilt. Und auch Hishams Familie findet nun heraus, dass ihr Sohn nicht mehr an Gott glaubt. Brutale Prügel und Umerziehungsversuche der örtlichen Moschee folgen. „Vier Wochen lang wurde ich zu Hause eingesperrt“, erinnert er sich. An der Universität erhält er Morddrohungen, und einen Job bekommt er nicht. „Die Arbeitgeber hatten Angst vor den Folgen, wenn sie mich einstellen.“

Er will weg aus Ägypten

Auch die Polizei schaltete sich ein und ermittelte gegen ihn. In Ägypten ist Blasphemie gesetzlich verboten. Seit 2018 gibt es Versuche, auch Atheismus selbst unter Strafe zu stellen. Denn der Abfall vom Glauben ist gerade unter jungen Ägyptern immer weiter verbreitet.

Die bedrohliche Situation wird zu viel für Hisham. Er gibt vor, wieder ein Muslim zu sein. „Ich hatte keine andere Wahl, denn ich wollte leben“, erinnert er sich heute. Gleichzeitig versucht er heimlich, das Land zu verlassen. Internationale Menschenrechtsorganisationen laden ihn zu Konferenzen ein, doch Hishams Visumsgesuche für Europa werden immer wieder abgelehnt. Fast gibt er die Hoffnung auf, versucht sich sogar das Leben zu nehmen. Doch Unterstützer aus dem Ausland organisieren eine Kampagne für ihn, sammeln Geld für Flugtickets.

Dieser oben gespiegelte Text wurde von Journalistin Shammi Haque geschrieben und in der Bild veröffentlicht. Zum Artikel :“In Ägypten wegen Gottlosigkeit verfolgt- Ich will den Islam mit Fakten widerlegen

Weiter Artikel, von Rebecca Sommer: Das Wagnis, sich als Ägypter eine eigene Meinung zu bilden: Ich heiße Mohamed und ich bin Atheist

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Rede von Mohamed Hisham bei der Ex-Muslim Konferenz Deutschland in Berlin von der Initiative an der Basis (Englisch mit deutschen Untertiteln):

 


Ex-Muslim Konferenz Flyer PIC DE-300dpi

Ex-Muslim Konferenz – 4.9.2019 – Berlin – „Der Islam – friedliebende Religion oder repressive Weltanschauung?“ (Initiative an der Basis)

E I N L A D U N G

18:30 – 21:30 Uhr

download EINLADUNG

Ex-Muslim Konferenz Flyer PIC DE-300dpi

Der Streit über die Beschaffenheit des Islam bestimmt seit Jahren die öffentliche Debatte. Tonangebenden Akteure in Politik und Medien haben das vergiftende Dogma befestigt, Kritik am Islam sei per se „rassistisch“, „fremdenfeindlich“, „islamophob“ etc.

Um dieses „Feindbild Islamkritik“ abzusichern, wurden und werden islamkritische Analysen und Stellungnahmen auf der Grundlage aufklärungshumanistischer und gesellschaftskritisch-emanzipatorischer Ausrichtungen systematisch ausgegrenzt und in postdemokratischer Manier gezielt totgeschwiegen. Dennoch blieb die propagierte These „Der Islam gehört zu Deutschland“ ohne Rückhalt in der Bevölkerung. Deshalb ist man nun verstärkt darum bemüht, vermittels Konstrukten wie „liberaler Islam“, „säkularer Islam“ oder „Reformislam“ das Gefüge faktenbasierter kritischer Einstellungen aufzuweichen.

Vor diesem „verzwickten“ Hintergrund kommen nun Ex-Muslime aus Kanada, Australien und England, allesamt ehemalige streng gläubige sunnitische und schiitische Muslime, die sich nach ihrem „Austritt aus dem Islam“ eine religionsfreie, wissenschaftlich-säkulare Weltanschauung angeeignet haben.

Auf unserer Veranstaltung werden sie uns ihre erfahrungsbasierte Innenansicht auf den Islam darlegen und dabei „Tacheles“ reden.