Sprecherin der Lehrkräfte an weiterführenden Schulen von der Initiative an der Basis: “ Zur Situation an den Schulen“

PIC Birgit Ebel © Initiative an der Basis

Nachtrag: Birgit ist am 19.11.2020 aus der Initiative an der Basis ausgetreten

Birgit Ebel ist Lehrerin an einer weiterführenden Schule in Herford und Sprecherin der Lehrkräfte an weiterführenden Schulen von unserer Initiative an der Basis. Somit spricht Birgit in diesem Erfahrungsbericht im Namen von uns allen und nicht nur für sich selber.

Hintergrundinformation zu Birgit Ebel: Hier

 

Zur Situation an den Schulen  

von Birgit Ebel

„Fast alle von uns, die wir in den Schulen mit Kindern und Jugendlichen aus Migrantenfamilien oder denen mit Fluchterfahrung arbeiten, sind aus voller Überzeugung in diese Schulformen gegangen und wollen auch mit großem Engagement fördern und helfen.

Viele der Lehrkräfte sind aber heillos überfordert durch die Fülle an Problemen, und nicht nur wegen viel zu großen Klassen. Wir reden hier nicht von den Gymnasien, in denen kaum Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund sind. Es geht vielmehr um Hauptschulen, Realschulen, Gesamtschulen, sogenannte Sekundarschulen und Gemeinschaftsschulen wie auch um Berufskollegs.

Wir sind in diesen Schulen mit vielen migrantischen Kindern und Jugendlichen konfrontiert, die nachmittags in den etwa 360 Milli Görüs-Moscheen und den 950 DITIB-Moscheen und in weiteren bosnischen oder arabischen Moscheen mit den archaischen und verfassungsfeindlichen Inhalten der Scharia indoktriniert werden und an einer echten Integration gehindert werden.

Die aktuellen Moscheeberichte belegen, welche Agenda dort wirklich herrscht. Die Islamverbände und Moscheen sind in ihrer Mehrheit ein Gegenprogramm zur schulischen Bildung und diese Moscheen und Islamverbände gibt es in nahezu jeder Stadt.

Für viele dieser muslimisch erzogenen Kinder und Jugendlichen zählen religiöse Gebote mehr als das Grundgesetz. Wie ihre Eltern, von denen gerade diejenigen aus sozial schwachen Milieus oftmals kein hinreichendes Deutsch sprechen, geschweige denn lesen oder schreiben können, auch wenn sie schon 20 und mehr Jahre in Deutschland leben, zeigen viele von ihnen offenen Hass gegen Juden und andere religiöse oder ethnische Minderheiten als auch gegen westlich geprägte Menschen bzw. Deutsche und eine ablehnende Einstellung bis hin zur Verachtung von Forderungen zur Gleichberechtigung der Geschlechter. Ihr Frauenbild ist reaktionär und zeigt sich oft in abfälligen Sprüchen und Dominanzgebahren gegenüber Mitschülerinnen, Respektlosigkeit und sexistischen Beleidigungen der weiblichen Lehrkräfte, den Sozialarbeiterinnen und dem Mensa- und Reinigungspersonal gegenüber.

Wir erleben es fortlaufend, dass Mädchen aus konservativen muslimischen Familien Angst vor den eigenen Brüdern, Cousins und Mitschülern haben, die ihnen vorschreiben wollen, wie sie sich zu verhalten haben, wie sie sich kleiden und mit wem sie befreundet sein dürfen. Sie dürfen nicht auf Partys gehen, nicht in die Disco, nicht neben Jungen in der Schule sitzen, auch keinen Freund haben, geschweige denn sexuelle Erfahrungen machen. Die Jungen bewachen die Mädchen und kontrollieren sie auf Schritt und Tritt.

Wir kennen es alle, dass viele dieser Jungen aus türkischen, arabischen, tschetschenischen oder bosnischen Familien, die muslimisch aufgewachsen und geprägt sind, erwarten, dass sich muslimische Mädchen mit dem islamischen Hidschab bedecken und ihre Haare verstecken, während sie selber ständig durch sexistische und obszöne Fäkalsprache und hemmungslose Angriffe auf die weibliche Würde auffallen.

Da ist die Rede von „Huren“ und „Schlampen“, von „Bitches“, von dem „deutschem Hurenpack“, von lauten Sprüchen über angebliche Sexualpraktiken, fantasierten Treffen mit den Müttern der Mitschüler, die sich angeblich prostituieren und die man „gefickt“ habe oder „ficken“ wolle. Nicht mal der Unterricht ist frei von solchen entwürdigenden Beleidigungen.

Die Schülerinnen und oft auch die Lehrerinnen sind die ständige Zielscheibe von dominant-aggressiven Demütigungen und letztendlich Opfer eines entwürdigendem sexistischem Verhalten vonseiten dieser oft als Gruppen agierenden Jungs und jungen Männern. Sie werden quasi gezwungen sich unterzuordnen, sich still zu verhalten, sich einzupassen, sich krankschreiben zu lassen.

Wir sind ständig damit konfrontiert, dass die Kinder und Jugendlichen – hier auch beiderlei Geschlechts – weibliche Lehrkräfte geringer achten als männliche und sich offen den Lernanforderungen verweigern. Sie sind nicht selten sozial verwahrlost, bildungsfern, sie kommen oft ohne Frühstück und ohne Bücher, Stifte und Material in die Schule, sind unkonzentriert und oftmals nicht in der Lage, sich auch nur fünf Minuten ruhig auf den Unterricht zu konzentrieren.

Übersteigerter unkontrollierter Medienkonsum scheint die Ursache für die Müdigkeit im Unterricht zu sein. Ihre Sprache ist der frauenfeindlichen und brutalen Sprache der Rap- und Hiphop-Musik entlehnt. Sie ist homophob, behindertenfeindlich, antisemitisch, gewaltverherrlichend und alarmierend brutal-obszön. Selbst Fünft- und Sechstklässler/innen reden und verhalten sich vielfach hasserfüllt und können ihre Emotionen nicht kontrollieren.

Viele Kinder haben immense Schwierigkeiten, einfachste Sätze korrekt und verständlich vorzulesen, zu verstehen, geschweige denn, auch nur einen einzigen Satz fehlerfrei aufs Papier zu bringen. Zuhause gibt es oft keine sprachlichen Vorbilder. Dort wird nicht nur kein Deutsch gesprochen, sondern vielfach beherrschen die Eltern auch nicht die Schriftsprache und die Grammatik ihrer eigenen Herkunftssprache.

Das Anforderungsniveau in den Schulen wird sukzessive abgesenkt. Es droht beispielsweise eine „Verhauptschulung“ der Gesamtschulen durch eine immer homogener werdende lernschwache Schülerschaft aus prekären sozialen Verhältnissen. Diese Entwicklung beklagen insbesondere die Gesamtschulen in den Städten, in denen die Hauptschulen geschlossen wurden.

Um die Kinder ruhig zu bekommen, geben gestresste Lehrkräfte nicht selten dem Drängen der Kinder nach und lassen sie im Unterricht für angebliche Toilettengänge den Raum verlassen oder ihre Smartphones benutzen. Das gilt insbesondere für fachfremde Vertretungsstunden, die wegen der hohen Krankenstände oft eintreten. Dadurch gewöhnen sie sich daran, ihre Interessen gegen bestehende Regeln der Schule durchzusetzen, wenn sie nur lange genug den Unterricht sprengen. Damit werden insbesondere weibliche Lehrkräfte konfrontiert, die sowieso mehr Disziplinverstöße von Seiten der Jungen erleben, weil diese sie weniger respektieren und versuchen zu dominieren. Die Forschung spricht bereits von dem Phänomen der Systemsprenger, während viele Schulen noch versuchen, die Dramatik herunterzuspielen, um ihren Ruf nicht zu gefährden. Auch zuhause setzen sich diese Jungen gegenüber ihren Müttern und Schwestern durch.

Die Mütter, die auch in deutsch-einheimischen Familien eher für Schulangelegenheiten als zuständig gelten, sind auch in Migrantenfamilien zumeist einem großen Druck ausgesetzt. Erschwerend kommt hinzu, dass die Mütter aus archaisch geprägten muslimisch orientalischen Familien sogar häufig Analphabetinnen sind, weil sie keine Schule besuchen konnten oder durften. Es sind die Mütter, die in der Elternarbeit überhaupt nur ansprechbar und sehr wichtig sind, da Väter nicht da sind oder sich verweigern. Die Väter erscheinen dementsprechend kaum bei Elternsprechtagen, selbst dann nicht, wenn die Frauen die einzigen sind, die durch zumeist gering entlohnte unqualifizierte Erwerbstätigkeit zu einem Einkommen beitragen, wie etwa als Reinigungskräfte und die Männer gänzlich erwerbslos sind und viel eher die Zeit dazu hätten.

Oft sind die Mütter auch alleinerziehend mit einer Vielzahl von Kindern und man merkt ihnen die Verzweiflung an, auch die Hoffnung, dass ihre Kinder in der Schule erfolgreich sind, damit wenigstens sie einer Hartz4-Existenz oder einem einzig aus staatlichen Unterstützungsleistungen finanzierten Alltag ohne wirkliche spätere Beschäftigungsperspektive entkommen können. Intensive und wirksame Gespräche sind jedoch aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse oft nicht möglich. Auch die Mütter benachteiligen und kontrollieren die Mädchen, verhindern oft ihre Selbstständigkeit, während die Jungen wie kleine Prinzen verwöhnt werden und sich nahezu alles erlauben können. Entsprechend selbstüberschätzend agieren die Jungen und zeigen auch gegenüber den Lehrkräften eine oft unerträgliche Überheblichkeit, leider viel zu oft gepaart mit einer erschreckenden Frauenfeindlichkeit.

Manche Eltern vermeiden es, überhaupt in der Schule zu erscheinen. Unter den Telefonnummern meldet sich keiner. Wir sind als Lehrkräfte aber überfordert damit, alleine die eigentliche Erziehungsarbeit und die Vermittlung grundlegender demokratischer Werte, wie Respekt vor anderen, Einhaltung von Regeln, Ablehnung von Gewalt als Durchsetzung eigener Interessen zu leisten.

Kinder, die es nicht gewohnt sind, sich an Regeln zu halten, sich im Interesse der Gemeinschaft zurückzuhalten, auf andere Rücksicht zu nehmen, überhaupt zuzuhören und ohne Streit mit anderen ergebnisbezogen zusammenzuarbeiten, sind im Prinzip fast gar nicht beschulbar. Ihnen fehlt auch häufig die Einsicht in ihr Fehlverhalten, eine Selbstkontrolle und oft auch die Bereitschaft und der Ehrgeiz etwas zu lernen.

Wenn diese Kinder oder Jugendlichen bei Fehlverhalten angesprochen, z.B. nach ihrem Namen gefragt werden – etwa in Vertretungsstunden oder in Aufsichten – geben vor allem in Brennpunktschulen fast alle Schüler keine Auskunft zu ihrer wahren Identität: Respektlos und die LehrerInnen verhöhnend wird die Antwort verweigert, es wird gelogen und meistens eine andere Identität vorgetäuscht. Viele haben diese Identitätstäuschung in ihrer Community gelernt, die übrigens in der Asylpolitik eigentlich unter Strafe steht und bis 5 Jahre nach der Entdeckung zur Ausweisung führen kann. Derzeit wird die Erhöhung auf 10 Jahre diskutiert. Andere Formen des Asylbetruges werden aber nicht als Straftat geahndet.

Falls solche Kinder aus prekären sozialen Lagen zuhause durch sehr autoritäre oder auch gewaltorientierte Umgangsformen, insbesondere durch die Väter, geprägt sind, akzeptieren sie teilweise die gewaltfreie Erziehung und Bildung von Seiten der Pädagog/innen nicht. Sie erleben uns als schwach und ohnmächtig und machen, was sie wollen. In den Gesamtschulen gilt zumeist das Prinzip, dass die Kinder bis zum Ende der 8. Klasse nicht sitzenbleiben können. Schlechte Noten interessieren viele Kinder also nicht, weil sich dadurch in den ersten Jahren keine Nachteile für die Versetzung ergeben.

Die Empfehlung mancher Eltern, ihre Kinder mit körperlichen Sanktionen, also mit Schläge, zu bestrafen, zeigt, dass hier verschiedene Welten aufeinandertreffen und wie hilflos und verfahren die Situation in den Familien, aber auch in den Schulen ist, in denen es an pädagogischen Personal, ob nun Lehrkräfte, Sozialarbeiter/innen, Sonderschulpädagog/innen, sowieso mangelt und in denen der Krankenstand durch diese Dauerbelastung das Dilemma noch zuspitzt.

Bevor dann tatsächlich ein Schüler mal die Schule wegen seines Fehlverhaltens verlassen muss, hat er zumeist schon mehrere Lehrkräfte und MitschülerInnen über lange Zeit hinweg terrorisiert und davor unzählige Unterrichtsstunden kaputtgemacht. Es dauert häufig viele Monate, eher noch Jahre, bis endlich Maßnahmen in Richtung seiner Suspendierung und Abschulung erfolgen. Da kein Schüler in der Zeit der gesetzlich vorgeschriebenen Schulpflicht ohne eine ihn unterbringende Schule sein darf, muss zuerst eine Schule gefunden werden, die bereit ist, ihn aufzunehmen. Außerdem besteht hier zumeist ein Ringtausch. Ein Systemsprenger wird an eine andere Schule verwiesen und dafür bekommt man von dort oder anderswo einen anderen Systemsprenger. An dem Dilemma der zu großen Menge nicht beschulbarer Kinder und Jugendlicher, die unglaublich viele Ressourcen binden, ändert sich nichts.

Diese Situation führt für viele Kolleginnen und Kollegen zu einem Zustand völliger Erschöpfung und auch Desillusionierung. Der ursprünglich geliebte Beruf wird zu einer Bedrohung für die eigene Gesundheit und das gesamte Lebensgefühl. Der hohe Krankenstand im Kollegium bildet genau dies ab. Alarmstufe rot.

Krank wiederum werden wir alle, ohne Ausnahme, immer häufiger, weil wir faktisch am Rande unserer Möglichkeiten sind. Sexistische Beleidigungen, nicht beschulbare hochgradig aggressive Schüler, die ständige Hinnahme von entwürdigenden bis hin zu gefährlichen Situationen im Klassenzimmer und Schulgebäude und die erlebte Ohnmacht zehren an uns. Es macht viele von uns einfach krank, seelisch und körperlich.

Es gibt zunehmend Lehrkräfte, die überdauernd so massiv und täglich angegriffen, beleidigt und gedemütigt werden, dass sie arbeitsunfähig sind und das Schulgebäude gar nicht mehr betreten können. Diese Schicksale werden jedoch weitgehend verschwiegen und tabuisiert.

Wir erleben es auch, dass gerade uns weiblichen Lehrkräften die Väter mit spürbarer Herablassung und Geringschätzung begegnen und uns als spürbaren Ausdruck einer aus diesen archaisch geprägten muslimisch orientalischen Herkunftskulturen gelernten Abwertung von Frauen überhaupt nicht ernstnehmen und Machoallüren an den Tag legen.

Wir erleben es zunehmend, dass religiös motivierte Konflikte den Schulalltag belasten.

So gibt es Väter, die uns wegen ihrer Einbindung in ein traditionelles reaktionäres Glaubensverständnis des Islams nicht in die Augen schauen, uns die Hand nicht reichen wollen, mit weiblichen Lehrkräften auch teilweise gar nicht sprechen wollen, weil sie uns als sündige und schmutzige Wesen ansehen und uns damit auf unerträgliche Weise sexualisieren und abwerten.

Diese Einstellung geben sie oft an ihre Söhne weiter, die auch weder uns noch den Mädchen die Hand geben, nicht mit Mädchen zusammensitzen wollen oder im Sportunterricht sein wollen. Dasselbe findet sich in diesen islamisch-konservativen Familien dann bei den Müttern. Sie geben ihrerseits männlichen Lehrkräften nicht die Hand und wollen nur mit weiblichen Lehrkräften sprechen. Damit bahnen sich geschlechterpolitische Zustände wie in Saudi-Arabien an, die unerträglich sind.

Fakt ist, dass sich auf diese Weise durch das Verhaftetsein in einer rückwärtsgewandten religiösen Ideologie eine Geschlechterapartheit in unsere Schulen einschleicht, die alle Werte einer aufgeklärten liberalen und offenen Gesellschaft konterkariert und aushebelt. Ständige Konflikte sind an der Tagesordnung. Lernen kann nicht mehr stattfinden.

Nationalistische türkische Familien, die auf Erdogan- und AKP-Linie sind, haben zumeist Kinder, mit einer ebensolchen Orientierung, die ja auch noch durch die Beeinflussung in den auf die fundamentalistisch vermittelte Koranauslegung in den Moscheen gesteigert wird.

Es entstehen Streitereien, sogar Schlägereien zwischen den verschiedenen ethnischen Gruppen. Kinder und Jugendliche, die während der Zeit des Fastenmonats Ramadan auf Essen und Trinken verzichten, sind kaum zum Lernen in der Lage, sie sind oft schnell reizbar und spielen sich gegenüber nichtfastenden Mitschüler/innen auf. Sie beschimpfen sie als „Ungläubige“, als „Haramkinder“ und „sündig“ und es brodelt in den Klassengemeinschaften.

In den meisten Mensen der Schulen mit heterogener Schülerschaft und vielen muslimischen Kindern wird sich bereits der islamischen Ess- und Verbotskultur angepasst. So gibt es kein Schweinefleisch im Angebot und es gibt Speisen, die ausdrücklich „halal“ zubereitet wurden. Diese vorauseilende Unterwerfung unter eine anachronistische Verbotskultur, eine „Haramkultur“, ist abzulehnen, da hiermit einseitig einer religiösen und in der Regel reaktionär orientierten Teilgruppe der Muslime ein roter Teppich ausgerollt wird, der es eher säkular ausgerichteten Kindern aus muslimischen Familien erschwert, selbstbewusst, frei und unbelastet zu leben und ein modernes Leben zu führen. Es entsteht und es befördert einen Gruppendruck der konservativ sozialisierten Kinder auf die liberal sozialisierten Kinder, was bekanntlich durch den Einfluss der Moscheen und Islamverbände zusätzlich genährt wird.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Kinder und Jugendliche die Erkenntnisse der Naturwissenschaft ablehnen, weil es im Koran anders erklärt wird.

Wir erleben, dass sie laut vertreten, dass Allah die Welt erschaffen habe, dass die Scharia gelte, dass Juden kein Existenzrecht hätten, der Staat Israel zerstört werden und von der Landkarte gestrichen werden müsse, dass Juden oder die USA den terroristischen Anschlag auf das World Trade Center im September 2001 verübt hätten und hinter den islamistischen Terrorattacken in Paris und anderswo stecken würden. Ihrer Auffassung nach sind Angehörige der Glaubensgemeinschaft der Jesiden „Teufelsanbeter“ und „Ungläubige“, sie leugnen den Völkermord an den Armeniern, sind feindselig gegenüber Aleviten, Christen oder Menschen, die nicht religiös sind.

Ganz besonders hasserfüllt reagieren viele dieser Kinder und Jugendlichen auf homosexuell eingestellte Menschen und auf Mädchen und Frauen, die auf ihre sexuelle Selbstbestimmung verweisen, zeigen, dass sie selbstbewusst sind, die sich nicht an Kontaktverbote zu anderen ethnischen Gruppen halten, sich der geplanten arrangierten Ehe – also Zwangsheirat – widersetzen könnten.

Muslimische Mädchen, die etwa einen deutsch-einheimischen Freund haben, werden massiv gemobbt, verhöhnt und mit obszönsten Verunglimpfungen verfolgt. Deren Geschwister und die Eltern werden aufgehetzt und unter einen Gruppenzwang gebracht, bis sie dem Druck der Community nachgeben, die Tochter drangsalieren/nötigen und psychologischen Terror ausüben, der Tochter den Umgang verbieten oder sie verstoßen.

Auch liberale Familien können dem Druck häufig nicht standhalten, da im Islam das Kollektiv von höherer Bedeutung als das Individuum ist. Der Druck der Gemeinde ist so hoch, dass sich fast immer die reaktionären Positionen durchsetzen. Viele modern ausgerichtete Muslime leben ihre Bedürfnisse nur heimlich aus oder führen ein Doppelleben. Nicht selten verlassen die jungen Leute ihre Familien, um einer Zwangsverheiratung zu entgehen oder aus Angst vor Sanktionen bis hin zum sogenannten Ehrenmord. Diese Verfolgung kennt man allerdings auch von den Jesiden. Dort werden häufig die Cousins und Cousinen geheiratet mit allen bekannten Folgen der Erbschädigung. Wie bei den Muslimen werden diese Probleme stark tabuisiert. Die Betroffenen leben oft in großer Verzweiflung und ständiger Angst.

Wenn solche Vorfälle in Schulen bekannt werden, rechtfertigen Kinder und Jugendliche dieser Community zumeist noch diese Diskriminierung bis hin zur offenen Befürwortung von Gewalt, um die vermeintliche Familienehre zu sichern oder diese bei Verletzung zu rächen. Muslimische Mädchen mit deutschem Freund werden von fast allen anderen Muslim/innen diffamiert und sexistisch verhöhnt und bedroht. Da heißt es: „Na, wie schmeckt der deutsche Schwanz?“ oder „Du Hure, du Schlampe, lässt dich von einem deutschen Schweinefleischfresser durchficken?“ und „Pass auf, dass du es nicht übertreibst!“ und „Wir sagen es deiner Familie!“ Daran beteiligen sich nicht nur die Jungen, sondern auch die Mädchen. Alle werden dazu gedrängt, dieses Mobbing mitzumachen. Das sind Phänomene, die oft unbemerkt von den Lehrkräften und Sozialarbeiter/innen geschehen, weil die Betroffenen sich niemandem anvertrauen.

Ähnlich ist es, wenn muslimische Mädchen z.B. einen alevitischen oder jesidischen Freund haben. Beide werden so massiv unter Druck gesetzt, bis die Beziehung daran zerbricht.

Immer wieder hören wir von Vorfällen, dass Kinder und Jugendliche, insbesondere aus den Flüchtlingsklassen auf ihren Smartphones Videos von Enthauptungen haben und verherrlichen, diese in den Pausen abspielen oder versenden.

Genährt wird dies von vor Ort lebenden Salafisten, die sich gerade an Kinder und Jugendliche heranmachen, die sie über die Flüchtlingsunterkünfte, Einladungen zu salafistischen Gebetsveranstaltungen oder auch über Sportangebote, oft in die MMA-Boxcenter und MMA-Clubs rekrutieren und sie auch zu geheimen Wohnungsdawas einladen und radikalisieren.

Uns sind lokale Auftritte von Salafisten und bekannten islamistischen Hasspredigern bekannt, die über die sozialen Netzwerke beworben werden. Wir kennen die Fälle radikalisierter Mädchen und junger Frauen im Schulalter, nicht selten auch aus deutsch-einheimischen Familien, die gezielt angeworben werden, die häufig auch in Online-Plattformen aktiv sind, Anhängerinnen werben, sich dort für die islamische Gesichts- und Körperverschleierung aussprechen und Niqabs, Gebetsteppiche, gesichtslose Puppen als Spielzeug und andere islamische Utensilien verkaufen und andere anlernen, sich konspirativ unter falschem Namen zu vernetzen und Druck auf andere ausüben.

Vor Ort – in Großstädten und in Kleinstädten – gibt es seit Jahren auffallend viele vollverschleierte junge Frauen, meistens mit Kinderwagen. Sie tragen mit großem Stolz ihre Niqabs, die nur die Augenpartie frei lassen und darunter sind auch deutsch-einheimische Konvertitinnen, die Muslime geheiratet haben.

Sie werben v.a. im Internet für salafistische Tarnorganisationen wie „Ansaar International“ oder vermeintliche Hilfs- und Spendenorganisationen unter salafistischer Führung wie „Medizin mit Herz“, „Helfen in Not“, „Weiße Flügel“ usw. neue Anhängerinnen an, bewegen sich in islamischen Partnervermittlungsbörsen im Internet und werben sogar für die Ausreise ins „Kalifat, also in ein islamistisches Herrschaftsgebiet bzw. ins IS-Terrorgebiet.

Erschwerend kommt aus unserer Erkenntnis hinzu, dass Projekte unter dem Label des Anti-Rassismus und antirassistischer Jugendarbeit oftmals einseitig und unverhältnismäßig auf den sogenannten „weißen Rassismus“ fokussiert sind und somit den bekannten Opfermythos der Muslime fördern, mit dem der politische Islam, Anhänger islamistischer Sekten islamisch sozialisierte Menschen in eine Frontstellung gegen den vermeintlich islamophoben Westen und die deutsch-einheimische Mehrheitsgesellschaft bringen und Hetze betreiben. Die viel beschworene Integration wird auf diese Weise nicht nur verhindert, sondern kontraproduktiv unterlaufen und ins Gegenteil umgekehrt.

Statt Rassismus und Hetze ebenso in den Communities der verschiedenen Einwanderergruppen zu identifizieren, zu thematisieren und hier gezielt Demokratiepädagogik und Präventionsarbeit zu leisten, wie etwa gegen die Hetze von türkischstämmigen Muslim/innen gegen Angehörige der kurdischen Community oder anderer ethnischer Minderheiten mit durchdachten didaktischen Konzepte anzugehen oder den bekannten Antisemitismus arabischstämmiger Communities zu problematisieren, werden einseitig ausgerichtete Anti-Rassismuswochen oder Interkulturelle Wochen durchgeführt, in denen es Kooperationen mit den Verbänden des politischen Islams gibt.

In dem Rahmen werden oft die Moscheen des Islamverbandes Ditib oder von Milli Görüs besucht, die längst durch eine Vielzahl bekannt gewordener Skandale und Verbindungen zu Islamisten, zu Hasspredigern und ihre Zusammenarbeit mit den gefährlichen weltweit agierenden Muslimbrüdern jegliches Vertrauen verspielt haben sollten.

Gerade linksliberalen Gruppen und antifaschistische Initiativen wie auch die Bündnisse gegen Rechts, die zusammen mit Migrationsräten interkulturelle Wochen mit oft jugendlichen Zielgruppen ausrichten und mit Schulen kooperieren, zeigen eine erstaunliche Naivität im Umgang mit fundamentalistischen und extremistischen Gruppen des Islams. Dazu gehören Aktive des „Netzwerks Demokratie und Courage“ (NDC), das seit 1999 existiert und immer sehr SPD-nah war. Es wird seit 2001 u.a. aus Mitteln des Bundes, der Länder und Europa finanziert und kassierte bereits 17 Auszeichnungen, die viel AntiRassismusarbeit in Schulen leisten und kulturrelativistische Ansätze vertreten. Jährlich werden hier 1500 Projekttage mit etwa 28.000 beteiligten SchülerInnen durchgeführt. (Weitere Informationen dazu in dem von Vojin Sasa Vukadinovic herausgegebenen Sammelband „Freiheit ist keine Metapher. Antisemitismus, Migration, Rassismus, Religionskritik“, Querverlag, Berlin 2018).

Dazu gehören oft auch die lokalen oder regionalen Steuerungsgremien oder Koordinatorinnen der schulbezogenen Netzwerke „Schule ohne Rassismus/Schule mit Courage“. Auch hier wird die Vorstellung eines rein „weißen Rassismus“ genährt und die migrantischen Jugendlichen werden darin bestärkt, den muslimischen Opfermythos zu übernehmen. Die islamofaschistischen Aktivitäten der türkischen Grauen Wölfe bleiben unbeachtet.

Diese Gruppen misstrauen eher den Staatsorganen, der Polizei, dem Staatsschutz und dem Verfassungsschutz als den islamistischen Akteuren. Wenn hier Frauenrechte außer Kraft gesetzt werden, Mädchen verschleiert und sexualisiert werden, wird dies nicht selten ausgeblendet oder mit der ethnischen Traditionen und Kultur gerechtfertigt und relativiert. Der Kulturrelativismus existiert genau hier. Kritik an den Islamverbänden wird abgewehrt und als rechts und AfD-nah gebrandmarkt.

Die Erfahrung hat uns gezeigt, dass die meisten Moscheen und die Islamverbände eben keine Orte der Integration sind. Seit dem Jahr 2016, dem Putsch in der Türkei und der zunehmenden Islamisierung der Erdogan-Politik hat sich diese Entwicklung verschärft. Diese Erkenntnis ist durch diverse Studien hinreichend belegt. Moscheen und die Islamverbände sind ein Integrationshindernis und die dennoch stattfindenden regelmäßigen Besuche von Kindern und Jugendlichen in diesen Moscheen, in denen die aus der Türkei geschickten und von dort bezahlten Imame eine weltfremde Lehre und reaktionäre Dogmen predigen, untergraben unsere pädagogischen Bemühungen um eine echte Integration in die deutsche demokratische Gesellschaft.

Kontraproduktiv wirken auch die vielfach vor Ort stattfindenden Veranstaltungen der Kirchen für den sogenannten interreligiösen Dialog, bei denen ausgerechnet immer die konservativen Islamverbände Kooperationspartner sind. Es ist zu vermuten, dass hier das Interesse an Fördermitteln aus dem Geld von Stiftungen und der Steuerzahler/innen der motivierende Faktor für die Durchführung dieser fragwürdigen Veranstaltungen sind, die häufig Projekte für Kinder und Jugendliche anbieten.

Wir kennen es, dass während des Fastenmonats Ramadan Klassenarbeiten, der Sportunterricht, Schwimmen und Unternehmen nicht durchführbar sind oder dass Kinder wochenlang fehlen, teils auch wochenlang als angeblich krank gemeldet werden und dass dadurch der gesamte Unterrichtsalltag gestört wird.

Wenn hier Lehrkräfte intervenieren und klare Worte sprechen, gibt es nicht selten Fälle, in denen sie mit dem Vorwurf des Rassismus oder der „Islamophobie“ konfrontiert werden. Es wird ihnen mit diesem Kampfbegriff der Islamisten unterstellt, dass sie eine pathologische, also krankhafte Ablehnung des Islams und der Menschen muslimischen Glaubens aufweisen.

Kolleginnen und Kollegen berichten zunehmend davon, dass Schulleitungen und die Schulaufsichten vor dieser Konfliktakkumulation einknicken und dass sie das Schulschwänzen, die Verstöße gegen die Schulpflicht und die beleidigenden und anmaßenden Angriffe auf Kolleginnen und Kollegen weder ahnden noch dokumentieren wollen. Häufiger werdende Versetzungswünsche und Versetzungen sind die Folge dieser Konflikte und der Belastungen.

Seit Jahren und angesichts einer sich steigernden Anzahl an Flüchtlingen beobachten wir auch eine Rückkehr der islamischen Religion und ihren Einfluss auf die Schulen. Wir kennen Fälle, in denen muslimische Kinder und Jugendliche im Unterricht zu beten anfangen, Gebetsteppiche dabei haben, in Umkleideräumen der Sporthallen, auf Fluren beten oder auf dem Außengelände.

Wir haben auch die Erfahrung gemacht, dass Kinder und Jugendliche durch ihre konservativ-muslimischen Familien so unter Druck gesetzt werden, dass sie Freitagsnachmittags unerlaubt den Schulunterricht verlassen (wollen), um in der Moschee das Freitagsgebiet zu verrichten. Sie glauben, dass sie nicht ins Paradies kommen, wenn sie mehr als dreimal das Freitagsgebet versäumt haben.

Wir haben es erlebt, dass fundamentalistisch-muslimische oder salafistisch geprägte Väter die Schulen aufsuchen, um die Einrichtung von Gebetsräumen für ihre Kinder zu fordern und auch, dass sie im Kaftan, mit über den Knöcheln endenden Hosen, Gebetsmützen und brustlangen Salafistenbärten, also in einer Aufmachung wie bekannte Hassprediger vor den Schulen stehen, um ihre Kinder zum Freitagsgebet abzuholen.

Wir kennen ebenso alle Fälle von konvertierten Frauen dieser Muslime, nicht selten deutsch-einheimische Frauen, die mit Hidschabs, starker Körperverhüllung oder manchmal sogar vollverschleiert mit Niqabs vor den Schulen stehen oder auch die Schulen so betreten (wollen) und durch diese Auftritte, diejenigen Kinder und Jugendlichen verängstigen und traumatisieren, die aus ihren Herkunftsländern vor der Gewalt und dem Terror der Islamisten geflohen sind.

Wir fühlen uns oft in diesen Konflikten und bei diesen Begegnungen alleingelassen, weil es an klaren Regelungen in den Schulen oder an Maßgaben durch die Schulbehörden fehlt, die unter Verweis auf die Religionsfreiheit solche Vorkommnisse dulden oder verharmlosen, anstatt auf die Möglichkeit des Verweises auf den inneren Schulfrieden als höheres Gut zurückzugreifen und strikt eine solche islamistische Ideologisierung und Praxis im Schulalltag zu unterbinden und zu verbieten.

Generell wird uns der Lehrberuf inzwischen unglaublich schwer gemacht. Wir alle lieben unseren Beruf, aber die jetzigen Entwicklungen machen es uns fast unmöglich, diesen adäquat auszuüben. Man kann sogar sagen, dass wir Lehrkräfte verheizt werden und die Zustände uns entmutigen, zermürben und krank machen.

Das ist besonders fatal, da wir doch faktisch diejenigen sind, die an der Basis arbeiten und mit unserem Herzblut die Heranwachsenden in die Zukunft, nämlich in ihr Erwachsenenleben führen wollen und sollen, und zwar gestärkt und geprägt durch unsere freiheitlich-demokratischen Werte.


Die “Initiative an der Basis“ fordert eine grundlegende Neuorientierung in der Flüchtlingspolitik. Es ist höchste Zeit, die eklatanten Versäumnisse der letzten Jahre aufzuarbeiten und einen Masterplan für eine neue Flüchtlingspolitik zu erarbeiten. Das geht nur, wenn die Erfahrungen derjenigen, die an der Basis tagtäglich mit Flüchtlingen arbeiten gehört werden und ihre Erkenntnisse in einen Masterplan einfließen.

Für ein gedeihliches Miteinander zwischen Aufnahmegesellschaft und Geflüchteten sollte die Flüchtlingspolitik auf allen Ebenen neu ausgerichtet werden.

Link zu den Forderungen der Initiative an der Basis: https://basisinitiative.wordpress.com/unsere-forderungen/

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