Initiative an der BASIS:

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BASIS Treffen Sommer Wand mit Zettel Foto © Rebecca SommerWir sind Lehrkräfte, Erzieher, Ehrenamtliche, Sozialarbeiter, BAMF-Übersetzer und Dolmetscher, Justizangestellte, Psychologen, Ärzte, Polizisten sowie säkular und kritisch eingestellte Geflüchtete und Migranten. Wir alle sind Engagierte, die haupt- oder ehrenamtlich mit Geflüchteten und Menschen mit Migrationshintergrund arbeiten und haben teilweise selber einen Migrationshintergrund.

Wir erleben aufgrund unserer Arbeit an der Basis bzw. unserer eigenen Erfahrungen täglich die Auswirkungen der Asyl-/Migrationspolitik sowie der fehlenden politischen Unterstützung.

In unserer Arbeit an der Basis bzw. in unserem täglichen Leben werden wir regelmäßig mit Problemen und Missständen konfrontiert, die bislang in der öffentlichen Debatte zum Thema “Migration und Flucht” als Einzelfälle oder gar Ausnahmen deklariert werden. Dabei handelt es sich eben nicht um Ausnahmen, wie wir anhand unserer Erfahrungen feststellen können.

Es ist uns ein dringendes Anliegen, unsere gesammelten Erfahrungen an die Öffentlichkeit zu bringen.

Um Probleme anzugehen, ist es erforderlich, diese offen und ehrlich zu benennen, um dann eine sachliche Debatte darüber zu führen, wie diese (vor allem auch auf politischer Ebene) gelöst werden können.

Wir von der Basis sehen uns in der Verantwortung, mit unserem – von vielen Menschen zusammengetragenen – Erfahrungsschatz wie auch erarbeiteten, möglichen Lösungsvorschlägen zu dieser Debatte beizutragen.

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Zusammenfassung Pressekonferenz vom 07.04.2019 – Initiative an der Basis: “Deutschland braucht eine grundlegende gesellschafts- und einwanderungspolitische Neuausrichtung.”

Zusammenfassung der PK vom 07.04.2019 der Initiative an der Basis

Deutschland braucht eine grundlegende gesellschafts- und einwanderungspolitische Neuausrichtung.

Geltende Gesetze sind anzuwenden. Neue Gesetze sind zu formulieren

Pressekonferenz 7.4.2019_2_Alle_blurBei der Pressekonferenz diesen Sonntag am 07.04.2019 stellte die inzwischen bundesweit agierende Initiative an der Basis den anwesenden Journalisten einen fast fast 50 Seiten langen work-in-progress Forderungskatalog zum Thema Flucht und Migration vor.

Beköstigt wurden die Gäste mit einem reichhaltigen Buffet, zu dem auch Ivana vom Volk der Roma einen wertvollen Beitrag leistete und sehr liebevoll und aufwändig gebackene Roma-Spezialitäten beisteuerte. „Dieser Kuchen soll die Herzen der Deutschen erreichen, damit sie aufwachen und verstehen, was für Probleme sie sich mit den vielen muslimischen Leuten ins Land holen”, so der Auftrag der Mutter an die Initiative der Basis.

„Ich begleite die Familie von Ivana seit sieben Jahren als Ehrenamtliche, eine der Töchter durchlitt im Alter von 13 Jahren eine schreckliche Gruppenvergewaltigung und wurde von den Strafverfolgungsbehörden und der Justiz im übertragenen Sinne in den Müll geworfen. Ich habe für dieses Mädchen gekämpft, aber bei ihrem und ähnlichen Fällen kann man nur das Vertrauen in den Rechtsstaat verlieren, und das darf so einfach nicht mehr weitergehen”, erklärte Rebecca Sommer, eine der Initiatorinnen von der Basisgruppe den ankommenden Gästen.

Von der Basisinitiative, die aus Menschen besteht, welche aus unterschiedlichen Berufen kommen und entweder haupt- oder ehrenamtlich mit Flüchtlingen, Migranten und Menschen mit Migrationshintergrund arbeiten, waren gut 30 Mitglieder bei der Pressekonferenz anwesend, darunter Lehrkräfte, ein ehemaliger BAMF-Übersetzer, Dolmetscher, Justizangestellter, Psychologin, Ärztin, Ehrenamtliche sowie säkulare und kritische Geflüchtete und Migranten.

Die Initiative wies ausdrücklich darauf hin, dass ausnahmslos alle Mitglieder aus ihrer eigenen Erfahrung berichten und das auch die Grundbedingung für die Teilnahme an der Initiative sei.

Teil der Initiative, die sich im Frühjahr 2018 gründete, sind auch direkt von kulturell-religiös konnotierten Straftaten und Gewalt betroffene Frauen, sowie Flüchtlinge und MigrantInnen, die von ihren Erfahrungen in Flüchtlingsheimen mit vor allem muslimischen Migranten, sowie von Erfahrungen im familiären Umfeld von Zwangsheirat, Kindesentführungen und Gewalt berichten können.

Ernüchternde als auch erschütternde Erfahrungen sind die Grundlage für den umfangreichen, fast 50 Seiten langen “work-in-progress” Forderungskatalog der Initiative an der Basis.

Mit diesen Forderungen, einem „work-in progress“-Masterplan mit dem TitelDeutschland braucht eine grundlegende gesellschafts- und einwanderungspolitische Neuausrichtung. Geltende Gesetze sind anzuwenden. Neue Gesetze sind zu formulieren“, will die Initiative die Exekutive, Judikative und Legislative sowie die Gesellschaft, Medien und die Öffentlichkeit in Deutschland erreichen.

„Es ist höchste Zeit, die eklatanten Versäumnisse der letzten Jahre aufzuarbeiten und einen Masterplan für eine neue Flüchtlings- und Migrationspolitik zu erarbeiten“, sagt Rebecca Sommer. „Das geht nur, wenn die Erfahrungen derjenigen, die an der Basis tagtäglich mit Flüchtlingen und MigrantInnen arbeiten, gehört werden und ihre Erkenntnisse in einen Masterplan einfließen. Wir benötigen dringend eine klare Unterscheidung zwischen Flucht und Migration. Es kann doch nicht sein dass ich in meiner Ehrenamtstätigkeit fast keine Flüchtlinge nach den Regeln der UN-Konvention kenne, die meisten aber trotzdem Asylstatus erhalten. Auch kann nicht sein, dass unser uns zustehendes Menschen- und Völkerrecht dermaßen mit Füßen getreten wird, wie es sichtbar zunehmend zur Zeit passiert.“

Für ein gedeihliches Miteinander zwischen Aufnahmegesellschaft und Flüchtlingen bzw. MigrantInnen müsse die Migrationspolitik auf allen Ebenen neu ausgerichtet werden.

So fordert die Initiative einen sofortigen Aufnahmestopp für die nächsten drei Jahre, um die aufgelaufenen Probleme zu reflektieren und angemessene Lösungen zu finden.

Grundlegende Forderungen der Initiative sind:

  • Klare Kommunikation europäischer Werte und einer europäischen Leitkultur gegenüber Geflüchteten
  • Klare Kommunikation, dass Asyl eine zeitlich befristete Aufnahme im Gastland Deutschland bedeutet, die dann endet, wenn eine Rückkehr in das Heimatland möglich ist
  • Keine Alimentierung von Geflüchteten ohne Gegenleistung. Wer ohne Sprachkurs, Arbeit oder Ausbildung ist, wird verpflichtet, kommunale, gemeinnützige Arbeit zu verrichten
  • Überwiegend Sachleistungen statt Geldleistungen
  • Konsequente Umsetzung von Sanktionen bei Verweigerung der Mitarbeit
  • Einrichtung einer anonymen Meldestelle für Salafisten und Gefährder.
  • Kein Asyl und keine Duldung von Straftätern
  • Aberkennungsmöglichkeit des Asylstatus bei Gewaltdelikten und Straftaten
  • Novellierung der Sicherheitsarchitektur (Vernetzung aller asylrelevanten Stellen, Bundesbehörden, Polizei etc.)
  • Unterstützung der Polizeigewerkschaft bei der Durchsetzung von Abschiebungen
  • Abkehr vom Prinzip „Integration durch Förderung des Islam“ (z. B. keine Unterstützung für Akteure des politischen Islam, die Flüchtlinge zwar in ihre Moscheegemeinden, nicht aber in die deutsche Gesellschaft integrieren)
  • Ausweitung des Berliner Neutralitätsgesetzes auf das gesamte Bundesgebiet
  • Einführung eines flächendeckenden, verpflichtenden Ethikunterrichts in deutschen Schulen
  • Unterstützung von Forderungen der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes (Kopftuchverbot, Verbot von Polygamie, Minderjährigen-Ehe, Zwangsheirat, Genitalverstümmelung etc.), Stärkung der Rechte von weiblichen Geflüchteten
  • Klare Unterscheidung zwischen Flucht und Migration und Erarbeitung eines Einwanderungsgesetzes nach amerikanischem Vorbild
  • Befürwortung der Erklärungen der 1. Kritischen Islamkonferenz von 2008
    und des Wiener Appells

Ibrahim Hassan+Rehab_Pressekonferenz_7.4.2019 (siehe auch Videointerview mit Ibrahim A. Hassan: “Die Scharia und unsere falsche Toleranz ist gefährlich für Deutschland” https://www.youtube.com/watch?v=EcyN7SsDFjw

Als Erster kam Ibrahim A. Hassan, Justizangestellter und ehemaliger BAMF-Übersetzer aus Lingen, zu Wort. Er wurde, wie weitere acht Mitglieder der Initiative, nicht weiter vom BAMF als Dolmetscher angefragt, weil– so ihre Vermutung – sie die Interviewer des BAMF zu oft vor Gefährdern bzw. Jihadisten gewarnt hatten.

Siehe dazu auch VIDEO mit einem weiteren Mitglied der Initiative: „Syrischer Flüchtling Majd Abboud berichtet über das, was uns verschwiegen wird“ https://wp.me/paweNU-37

Ibrahim A. Hassan:„Als BAMF-Übersetzer stellte ich fest, dass viele der Interviewten keine Flüchtlinge sind. Anstatt dessen waren die meisten der Interviewten, aus dem Irak oder aus Syrien, extreme Islamisten. Es gab auch gleichgesinnte radikal-islamische Dolmetscher, ideologisch Talibannahestende, die z.B. Bombenanschläge gut fanden.

Als Justizangestellter wiederum wurde ich in einem mit muslimischen Straftätern überfüllten Gefängnis auch bereits selber angegriffen”, berichtete Hassan.

Er traf noch weitere Feststellungen wie folgt:

“Der Islam ist eine problematische Religion, da im Koran keine Trennung von Staat und Religion gegeben ist.“

“Die Frauenfeindlichkeit, die von vielen muslimischen Männern ausgeht, begründet sich u.a. in vielen Aussagen des Koran sowie den Hadithen. Man muss nur an die Festlegung bedenken, die besagt, was ein muslimisches Gebet ungültig macht: Wenn ein Esel, ein schwarzer Hund oder einer Frau an einem Betenden vorbeiläuft. Die Regulierung jeglicher Lebensbereiche durch die Festlegungen im Koran wirkt sich letztlich negativ auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft aus, da konservative Muslime den Koran und die daraus folgenden Gesetze für Muslime – die Scharia – über unsere geltenden Gesetze, insbesondere das GG, stellen.“

Deshalb, so betonte er, sei eine der Forderungen von der Initiative, dass unsere Gesellschaft sich klar gegen menschenverachtende Aussagen des Koran bzw. Regeln der Scharia stellen muss, die unsere freiheitlichen Werte wie auch das Grundgesetz verletzen. Zudem bemängelte er die politische Zusammenarbeit mit Islamverbänden wie u.a. der DITIB, die verfassungswidrige Interessen Erdogans und z. B. der Grauen Wölfe in Deutschland verfolgt.

Ibrahim A. Hassan sprach klar und deutlich aus: „”In den Hinterhöfen herrscht die Scharia. Wir müssen gegen die Ideologie des Islam vorgehen. Die Deutschen haben sich über lange Zeit entwickelt – die Errungenschaften dieser Entwicklung müssen geschützt werden und dürfen nicht verloren gehen. Die falsche Rücksichtname auf die Ideologie des Islam zerstört unsere Gesellschaft.“ (Siehe dazu auch Bericht von einem weiteren Mitglied der Initiative, Ehrenamtliche Sigrid Weber: “Salafisten in meinem Wohngebiet und meine persönliche Erfahrung mit ihnen: https://wp.me/paweNU-40 )

Sven Stemmer, Telc-Prüfer und DaF-Lehrer, berichtete daraufhin über seine Erfahrungen u.a. als Lehrer im Strafvollzug.

„Sehr viele muslimische Migranten haben nie unsere Lernkultur kennengelernt und sind weder Willens noch intellektuell in der Lage, sich unserer Lernkultur anzupassen.“ Er gab Aussagen von Kursteilnehmern (Herkunft aus dem Kaukasus und dem Nahen Osten) in der JVA bezügl. der Möglichkeiten für Asyl in Deutschland wieder: „Gehst du zu Grenze, schmeißt deinen Pass weg und dann bekommst du alles.“ Und er bemerkte dazu: „Wenn ich das erzähle, dann gelte ich als Nazi.“

Er merkte an, dass die sehr radikale Einstellung der Schüler in Bezug auf Andersgläubige – auch innerhalb des Islam – sehr offensichtlich war. So wurden Muslime aus Aserbaidschan bedroht, weil sie angeblich ‚keinen richtigen Islam betreiben‘.

Zudem stellt er in Jugendkursen mit z. B. Syrern und Kurden fest, die an sich sehr modern, eher nicht-religiös und aufgeschlossen wirkten, dass das Thema Homosexualität grundsätzlich heftige Reaktionen der Jugendlichen hervorrief. Die Einstellung der Jugendlichen war, dass ein ‚netter‘ Homosexueller krank sei, und bestenfalls therapiert werden muss, die meisten aber waren der Meinung das homosexuelle Menschen getötet werden müssten.

Ein liberal eingestellter Schüler erzählte ihm, dass er heimlich islamkritische Bücher lese. Er sagte, dass die anderen viel konservativer seien, als man denke. Er dürfe das keinesfalls offen lesen, noch darüber berichten., sonst würde er sich in ernstliche Gefahr begeben.

 

Birgit Ebel, Sprecherin der Initiative für die Lehrkräfte der weiterführenden Schulen (Klasse 5 bis 13). Sie selber arbeitet in Herford an einer Gesamtschule und engagiert sich zusätzlich ehrenamtlich u.a. in der von ihr gegründeten Jugendprävention extremdagegen! die sich vehement gegen den sich ausbreitenden salafistischen Extremismus positioniert. Anfangs sprach sie davon, dass die ursprünglich gute Idee der Gesamtschule verwässert würde, da das Niveau immer mehr Richtung ehemaliger Hauptschule abrutsche. „Es findet eine Homogenisierung nach unten statt, da bessere Schüler an Realschulen oder an Gymnasien angemeldet werden. Bestehen sie die Probezeit nicht, kommen sie an die Gesamtschule. Viele Schüler sind im Prinzip kaum beschulbar.“

Sie berichtete über den erschütternden beruflichen Alltag in Schulen und davon, dass die Lehrer mit einer wachsenden Lernunwilligkeit sowie Respekt- und Disziplinlosigkeit seitens einer großen Zahl von Schülern – oft mit Migrationshintergrund – konfrontiert seien. Ebenso sprach sie an, dass Schulleitungen eine angemessene Sanktionierung und damit verbundene Problembewältigung meistens blockierten. Sie wies auch auf das Problem hin, dass muslimische Schüler zwischen den Inhalten im Unterricht und den Inhalten der Predigten in den Moscheen hin- und hergerissen seien und von den Moscheen eine große Gefahr ausginge, dass die jungen Menschen radikalisiert würden. „Die Schüler werden in den Moscheen gegen uns aufgehetzt.

Vor allem gegen uns Frauen und Mädchen, die modern leben wollen und sich auch dementsprechend kleiden und verhalten, also auch die Lehrerinnen mit eingeschlossen; aber es werden auch generell Minderheiten massiv von vielen – nicht allen – muslimischen Migranten abgewertet. So erleben Lehrerinnen eine unglaubliche Respektlosigkeit und Frauenverachtung, die ich z. B. vor zehn Jahren als Lehrerin in diesem Ausmaß nicht für möglich gehalten hätte. Damit werden wir ständig in unserer Würde verletzt, laut Artikel 1 des GG, und sind dem Sexismus und der Aggression fast schutzlos ausgesetzt – das macht einen auf die Dauer kaputt. Kein Wunder, dass kaum eine Lehrkraft bis zum Rentenalter arbeiten kann.

Ich bin leidenschaftlich gerne Lehrerin und mag meine Schüler, aber die Bedingungen inkl. Sanktionsmöglichkeiten und Schulleitungen, die an unserer Seite stehen, müssen gegeben sein. „So wie das alles im Moment aus dem Ruder läuft, macht es uns krank.“

 

Hartmut Krauss, der ca. 20 Jahre lang an der Basis mit MigrantInnen und Flüchtlingen als DaF-Lehrer arbeitete, in der Öffentlichkeit aber als renomierter islamkritischer Buchautor und -verleger bekannt ist, stellte bei der Gelegenheit deutlich heraus, dass diese Problematik seit langer Zeit bekannt ist und auch schon lange von ihm thematisiert wird . Er erwähnte, dass die Initiative an der Basis die Forderungen der 1. Kritischen Islamkonferenz unterstützen würde, die bereits im Jahr 2008 stattgefunden hatte.

Seine Feststellung zu der Situation heute ist: „Wir machen nach all den Jahren trotz der sich weiter zuspitzenden Problemlage in Folge der unregulierten Masseneinwanderung 2014/15 keine Fortschritte, sondern wir befinden uns eher in einem Regressionsprozess.“   (Video “Hartmut Krauss zum UN-Migrationspakt“ https://www.youtube.com/watch?v=2ZQjcOnBMMU )

Christiane Soler, ehemalige ehrenamtliche Flüchtlingsbegleiterin in ihrem Dorf in der Nähe von Hamburg, erzählte u.a. davon, wie ursprüngliche Migrationsgründe in den Erzählungen der Flüchtlinge verfälscht wurden. So berichtete sie, wie ein Asylsuchender aus Afghanistan sich die Fluchtgeschichten für all seine Landsleute ausdachte, die ebenfalls in seinem Heim wohnten, um bessere Chancen auf einen positiven Asylbescheid zu erhalten.

Zudem wies Frau Soler auf den Rassismus der Flüchtlinge gegenüber den Deutschen als auch untereinander hin, der ein großes Problem darstelle: „Ich musste oft afghanische Paschtunen darauf hinweisen, dass sie hier nicht mehr die ‚Herrenrasse‘ darstellen und die Hazara hier bei uns keine Untermenschen sind, sondern gleichwertig. Das ist u.a. einer der Gründe, warum wir in unserem Forderungskatalog auch auf das Thema Rassismus aufmerksam machen“.

Zudem berichtete Frau Soler davon, dass sie beschimpft wurde, wenn sie den Männern keine Wohnung vermitteln konnte: „Diese Männer konnten nicht akzeptieren, dass ich als Privatperson keinen Einfluss auf eine Vergabe von Wohnungen hatte.“ Auch berichtete sie von einer Flüchtlingsfrau aus Syrien, der es hier in Deutschland zu kalt war – diese lebte dann wieder in Syrien, kam aber zwischendurch her, um den Asylstatus aufrecht zu erhalten, damit sie sich hier weiterhin medizinisch behandeln lassen konnte. „Obwohl ich diesen Asylbetrug bei den relevanten Behörden meldete, passierte nichts. Es ist anscheinend nicht gewollt.

Letztlich habe ich resigniert und das Ehrenamt aufgegeben. Ich bekam immer mehr ein schlechtes Gewissen gegenüber meinen Landsleuten, da ich mit der Zeit immer besser Dari und Farsi verstand, die Leute besser kannte, und daraufhin erkannte, dass diese Masseneinwanderung für unsere Gesellschaft nicht gut gehen kann.“

Ein Arabisch und Hebräisch sprechender Theologe, der mehrere Jahre bis vor einem Monat als Ehrenamtskoordinator für die Diakonie in Norddeutschland tätig war und selber auch Flüchtlinge begleitete merkte an: „Nicht nur Frauen werden bedroht, ich wurde auch schon bedroht. Ich kümmere mich eigentlich mehr um die Interessen von Männern. Aber im heutigen Zusammenhang werde ich ‚feministisch‘. So hatte eine junge Frau ihr Kopftuch abgenommen – ich habe ihr zugesprochen und meine Zustimmung gezeigt. Das hat gereicht, dass ich von ihrem Cousin aufs heftigste bedroht wurde.“

Die ebenfalls Arabisch sprechende Berufsschullehrerin Christine (weiteres von Christine hier: https://wp.me/paweNU-5e ) aus München, die seit 2011 bei einer Berufsschule für den Einzelhandel mit hohem Migrantenanteil in den Klassen als auch in speziellen Sprachförderklassen für den Einzelhandel arbeitet, merkte an: „Obwohl ich Leute in meinen Klassen habe, die kognitiv eher zur Cremé de la Cremé gehören, muss ich feststellen, dass die meisten große Probleme haben den Lernanforderungen zu genügen.“

„Die Schüler machten im Ethikunterricht Kommentare zu Ehrenmorden wie ‚unschön, aber was soll der Mann schon tun, wenn die Frau nicht gehorcht.‘“

Auch bekäme sie öfter Aussagen zu hören wie: „Wir kriegen eh‘ mehr Kinder, dann habt ihr hier nicht mehr das Sagen.“

Weiterhin äußerte sie sich: „Viele haben Gewalt in der Familie erlebt. Männliche Schüler drohen regelmäßig damit – sie zeigen die entsprechende Körpersprache. Oft ignorieren sie deutsche Schüler, beachten ihre Kritik nicht, oder dominieren bzw. verlachen sie.“

„Auch Syrer sagen, dass sie vor allem in der Koranschule stets geschlagen wurden. Die meisten haben häusliche Gewalt erlebt. Meinen Beobachtungen nach sind die meisten Muslime, die schon länger in Deutschland leben, unter dem zunehmenden Einfluss islamistischer Gruppierungen wie den Muslimbrüdern.“

Sie erwähnte auch, dass die radikale Einstellung der Schüler in Bezug auf Israel offen zutage trat, als sie die Attentate u.a. in Paris thematisierte. Eine Anteilnahme am Schicksal der Opfer gab es nicht.

Beobachtungen einer Ärztin (Mehr von der Ärztin hier: https://wp.me/paweNU-5b) in eigener Praxis: „Wir haben ein zunehmendes Problem mit Verwandtenehen. Muslimische Inzucht ist sehr weit verbreitet. Bei Verwandtenehen ist das Risiko für Erbkrankheiten deutlich erhöht. Wie wollen unsere Politiker mit diesen hohen Kosten umgehen, die die ganze deutsche Bevölkerung mittragen muss?

„Manche eng verwandte Migranteneltern sehen in den relativ hohen staatlichen Pflegegeldern für behinderte Kinder im Vergleich zu den Leistungen nach Hartz IV einen finanziellen Vorteil und nehmen daher die Zeugung weiterer behinderter Kinder in Kauf. Das Inzestproblem greife ich aus Mitgefühl für die Kinder und ihre Familien auf. Mir als Ärztin geht es um den Schutz dieser Menschen, insbesondere der Frauen, die für die Betreuung der Kinder sehr viel Zeit aufwenden und sie bei leidvollen Untersuchungen und Behandlungen begleiten müssen.

Eine Aufklärungskampagne ist zwar dringend erforderlich, stößt aber in den Kulturen der meisten Migranten auf aggressiven Widerstand.”

Eine Lehrerin von Integrations-/Alphabetisierungskursen aus Berlin berichtete, sie sehe dasselbe Problem mit Antisemitismus: Ihre Kursteilnehmer forderten die Ausrottung Israels.

„Es gibt ein grundlegendes Problem mit vielen Menschen, die aus den muslimisch geprägten Kulturkreisen zu uns gekommen sind. Sie stellen ihre Religion über alle hier geltenden Regeln und Gesetze. Das sieht man schon an den kleinen Dingen wie das fehlende Erscheinen an Freitagen oder zur Zeit des Ramadan.“ – „Die Nichtakzeptanz unserer Regeln ist allgegenwärtig – zumal auf viele dieser Verstöße gegen unsere Regeln auch keinerlei Sanktionen erfolgen.“ Diese Aussagen wurden von allen anwesenden LehrerInnen mit Nicken bestätigt.

Rebecca Sommer stellte die 17 Jahre alte „Boijana“ vor, die sie als Ehrenamtliche seit 6 Jahren begleitet. Boijana, ein Mädchen aus dem Balkan, ist auch in Sommers Tanzgruppe ‘Heimatsterne’ , sei aber in dem Sinne kein Flüchtling, weshalb die Familie schon einmal ausreisen musste, da der Asylantrag abgelehnt wurde. Wie es aber bei vielen Menschen aus dem Balkan seit Jahren üblich sei, kam die Familie kurz danach wieder nach Deutschland, beanspruchte erneut Asyl und hat nun eine Bleibemöglichkeit, da Bojiana inzwischen in die 10te Klasse geht, weshalb die gesamte Familie nicht mehr abgeschoben werden kann. Im nächsten Jahr rückt dann die nächste Schwester in die 10te auf und so geht es dann immer weiter.“ Sommer beklagte, dass viele abgelehnte Asylbewerber wiederholt nach Ablehnung nach Deutschland einreisen würden, um erneut Asyl zu beantragen. Die Heime seien zur Winterzeit voll mit erneut zurückkommenden Asylbewerbern aus dem Balkan, zu Lasten des Steuerzahlers.“

Daher würde die Initiative an der Basis auch fordern, dass nach einmaliger Ablehnung und Ausreise kein erneuter Asylantrag gestellt werden dürfe, auch dieser Zustand sprenge unser Sozialsystem und sei unfair den Schulkindern gegenüber, die hin- und hergerissen zwischen ihrem Heimatland und Deutschland seien. Weiterhin erklärte Sommer, dass sie sich für Bojiana freuen würde, dass diese hierbleiben könne. So sei das auch mit anderen Menschen, die im eigentlichen Sinne keine Flüchtlinge sind, sich aber in unsere Werte- und Lebensgemeinschaft einfügen würden. „Boijana hat schon mit 13 davon geträumt Krankenschwester zu werden. Immer sitzt sie in den Bibliotheken und lernt, wann immer sie nur kann. Ich besorgte ihr ein erstes Praktikum im Krankenhaus, da war sie gerade mal 14 Jahre alt.“ Seitdem bemühte sich Boijana um mehrere Praktika in Krankenhäusern, um ihren Traum zu verwirklichen. „Ich bin echt stolz auf sie,   sie hat es geschafft und hat jetzt einen Ausbildungsplatz als Krankenschwester“, sagte Sommer.

Boijana berichtete: „In unserem Flüchtlingsheim haben wir oft mit ‚Arabern’ Probleme, aber auch in der Schule, wo die uns Mädchen sexistisch drangsalierten und – wie soll ich sagen – kleinmachen. Wir werden schnell beschimpft als Huren, man mag gar nicht rausgehen deshalb.“

Im Flüchtlingsheim wurde laut Boijana von der Heimleitung auf der Einhaltung muslimischer Bekleidungsvorschriften bestanden: „In unserem Heim hatten mein Vater und meine Schwester Probleme mit dem Chef. Er hat meinem Vater und uns verboten Shorts zu tragen, ‚wegen den Arabern‘ sagte er, aber es war so heiß und wir wollten das nicht machen. Wir haben dem Chef gesagt: ‚Wir sind hier in Deutschland und keine Muslime.‘ Trotzdem mussten wir Mädchen im heißen Sommer Jeans tragen, und mein Vater Shorts, die über das Knie gehen, so wie die Muslime wollen, dabei sind wir Christen und Europäer.“

Auch berichtete sie über viel Gewalt, die sie miterlebt hat – von Frauen, die geschlagen und getreten werden, aber darüber schweigen. „Eine Frau hat letztens nur für einen Moment ihr Kopftuch abgenommen, ihr Mann ist ausgerastet, zuerst schlug er sie und schmiss sie gegen die Wände, die Frau rannte barfuß und ohne Kopftuch schreiend vor Angst durch die Gänge, um ihm zu entkommen. Er hatte ein Messer in der Hand, er wollte sie mit einem Messer töten. Meine Schwester rief die Security, aber die haben nichts gemacht, weil die Frau sagte, es sei nichts passiert. Dabei haben wir es alle gesehen und auch der Security erzählt!“

Auch erzählte sie, wie Rebecca Sommer mit einer Flasche auf den Kopf gehauen wurde, von zwei jungen syrischen Flüchtlingen. „Wir waren in der S-Bahn, vier Mädchen und ein Junge von unserer Tanzgruppe ‘Heimatsterne‘ und Rebecca. Die zwei syrischen Jungs beschimpften uns als Kartoffeln. Wir sagten wir kommen nicht aus Deutschland, sondern aus dem Balkan. Dann sagten die wir seien Sharmutas, also Nutten, und als Rebecca sich zu denen umdrehte, um die zu ermahnen, schlug der eine ihr mit voller Wucht eine Flasche auf den Kopf, so dass sie ohnmächtig wurde. Der eine trat auf sie ein, als sie auf dem Boden lag. Uns Mädchen wollten die zwei Syrer töten, aber deutsche Fahrgäste haben die aufgehalten. Dabei haben wir Mädchen oder auch unser Bruder nichts gemacht oder gesagt. So gefährlich sind so viele von diesen arabischen Jungs, davon haben wir viele bei uns im Heim, deshalb haben wir auch immer Angst.“

Eine der Forderungen von der Initiative:

  • Wir fordern ausdrücklich Intoleranz und Nichtakzeptanz der schleichenden Verdrängung von Frauen und Mädchen aus dem öffentlichen Raum.
  • Wir fordern einen schonungslos öffentlichen Diskurs darüber, dass Frauen immer häufiger von einer extrem religiös-kulturell bedingten Dominanzkultur von Männern umgeben sind, in der sie immer mehr entrechtet werden.

Schon jetzt finden laut polizeilicher Kriminalstatistik ein Drittel aller Fälle von „Partnerschaftsgewalt“ unter Nicht-Deutschen statt (unter Berücksichtigung der Tatsache, dass Bürger mit doppelter Staatsangehörigkeit nicht in dieser s.o. genannten Statistik erfasst werden).

  • Männern, aber vor allem muslimischen und ethnisch-tribal patriarchalisch sozialisierten Männern, muss u.a. auch durch konsequente Sanktionierung und Strafverfolgung, bis hin zur Ausweisung unmissverständlich klargemacht werden, dass weder Frauen noch Andersdenkende als untergeordnet betrachtet werden können.
  • Wir fordern die konsequente Ahndung von sexualisierter Gewalt, Nötigung und Beleidigung von Frauen und Mädchen, v.a. wenn sie von neu hinzugezogenen muslimischen und ethnisch-tribal sozialisierten Männern infolge ihres religiösen und kulturellen Hintergrundes stattfinden. Zur Anzeige gebrachte Vorfälle dürfen nicht als „nicht im öffentlichen Interesse“ klassifiziert und eingestellt werden. Dies setzt ein falsches Zeichen dahingehend, dass die Belange von Mädchen und Frauen als geringwertig erscheinen und die Täter im Glauben gelassen werden, berechtigt sexistisch gehandelt zu haben.

Marianne_Sven-HartmutFoto von links: Mutter Marianne M.H., Sven Stemmer, Hartmut Krauss

Mutter Marianne M.H. („Ich klage an“: https://wp.me/paweNU-3G ), die sehr ergreifend als betroffene Mutter vom fürchterlichen Mord durch einen strenggläubigen algerischen ehemaligen Flüchtling (mit inzwischen deutscher Staatsbürgerschaft) an ihrer Tochter Anne und ihrem Sohn Noah zum ersten Mal in der Öffentlichkeit berichtete. Ihre Tochter wurde ihrem Ex-Partner mit 15 Messerstichen und deren 4-jähriger Sohn mit zwei Messerstichen in aller Öffentlichkeit hingerichtet. Sie forderte ausdrücklich eine bessere Information der Öffentlichkeit sowie einen anderen Umgang mit solchen Taten, die in der Regel als „Beziehungstaten“ abgetan würden. Es seien keine Beziehungstaten, denn es gehe um den Besitz von Frau und Kindern. Und es sei ein grundlegendes Problem, das sich in der kulturell religiösen Prägung solcher Täter begründe. So habe sich der Täter bereits vor dem schrecklichen Mord mit Drohungen ihr selbst gegenüber ‚geoutet‘ wie „ich schlachte dich ab wie einen Hasen“. Und er drohte ihrer Tochter nach dem Auszug aus der gemeinsamen Wohnung mit massiver Polizeibegleitung mit dem Tod: „Es wird Blut fließen“. Die Tochter wurde zwar in ein Schutzprogramm aufgenommen, was ihr aber nicht half – er konnte sie und ihren Sohn finden und ermorden. „Wir Eltern waren zu naiv. Mischkulturen funktionieren viel zu oft nicht. Wir gucken weg, bleiben in unserer Liberalität. Wir müssen das, was diese Männer sagen [androhen], ernst nehmen.“

Sie schloss ihre bewegende Rede mit den Worten ab: „Ich plane nicht mehr für mein Leben, viele Jahre habe ich nicht mehr, ich sehe jetzt meinen Auftrag darin die Menschen vor dieser Gefahr zu warnen.”

Die Initiative hat Forderungen zu der Thematik erarbeitet, u.a. unter den Punkten in unserem Forderungskatalog: Einzug Frauenfeindlicher Kulturen (Schutz von Frauen und Kindern), Innere Sicherheit

  • Die Unterschiede zwischen unserer Kultur und Fremdkulturen (islamisch und/oder ethnisch-tribal geprägt), die konträr zu unserem Wertesystem stehen und dieses zum Teil grundlegend gefährden, müssen klar herausgearbeitet und offen benannt werden.
  • Straftaten von Tätern aus o.g. Kultur- und Religionskreisen müssen spezifisch in der Polizeistatistik als solche erfasst und benannt werden.

Rehab_Initiative an der Basis_Photo©Rebecca Sommer_1 copyFoto: Rehab,  Füchtling aus Syrien

Rehab, eine junge Frau aus Syrien, die von ihrer Familie massiv unter Druck gesetzt wurde, mit 17 Jahren einen von der Familie bestimmten Mann zu heiraten. Handy- und Ausgehverbot, solange sie nicht verheiratet sei, wurden ihr immer wieder vorgehalten. Als sie dann dem immensen Druck nachgab, übernahm der Mann die Rolle der Familie und sie war erneut in der Situation völliger Kontrolle. Sie wurde von ihm ständig misshandelt und erniedrigt, die Familie half ihr nicht, sondern schickte sie zurück zum Gewalttäter.

Nachdem sie mit Mann und Kind in Deutschland Asyl erhielt, trennte sie sich mit Unterstützung von Nuri, ebenfalls ein Mitglied der Initiative, von ihrem Mann und lebte zum Schutz vor dessen ‚Ehrgefühl’ im Frauenhaus.

Sie legte das Kopftuch ab und hat seitdem keinen Kontakt mehr mit der Familie.

Die Frage danach, wie sie das Verhältnis von Männern und Frauen in ihrer Kultur empfinden würde, beantwortete sie knapp und nüchtern: „Frauen sind unten, Männer sind oben. Es ist kein Leben für Mädchen oder Frauen im Islam. Hier ist für uns besser.“

Rehabs Schwester Fatime wurde ebenfalls zwangsverheiratet. Ihr Mann, ein gewalttätiger Jihadist, kam zuerst aus dem Libanon nach Deutschland, um hier Asyl zu beantragen, und holte Fatime nach. Auch Fatima trennte sich von dem Gewalttäter und flüchtete ins Frauenhaus. Beide Kinder wurden von dem Ex-Mann entführt. Er flog mit ihnen von Deutschland aus in den Libanon, wo beide Kinder vermutlich zu einer neuen Generation von Jihadisten großgezogen werden. Fatime hat große Angst, dass der Ex-Mann ihr was antun wird, und dass sie zurück nach Syrien geschickt wird, wo er sie finden würde. Weshalb die Initiative an der Basis u.a. fordert:

  • Eine härtere und engmaschigere Kontrolle bei Entführung minderjähriger Kinder aus Deutschland ist unbedingt erforderlich. So sollte bei Ausreise aus Deutschland mit minderjährigen Kindern ein notariell beglaubigtes Einverständnis beider Eltern vorgelegt werden. Darüber hinaus müssen Minderjährige von der Grenzpolizei sowie auch vom Personal bei der Prüfung des Fahrscheins von Bus/Flugzeug/Bahn befragt werden, ob der fehlende Elternteil mit deren Ausreise einverstanden ist. Des Weiteren müssen die Minderjährigen einzeln (unter Aufsicht von mehreren Sozialarbeitern) nach dem Zweck der Ausreise befragt werden und ob sie einverstanden sind (Entführung/Zwangsheirat/Kinderhandel).

Syrer Nuri, ein ehemaliger Familienbetreuer, der seit 14 Jahren in Deutschland lebt, und damals Rehab geholfen hatte, arbeitet jetzt als Vätergruppenleiter mit getrennten Gruppen. Eine Gruppe mit muslimischen syrischen Vätern , eine mit kurdischen Vätern und eine arabische Männergruppe. Er bemüht sich die Werte von Deutschland, u.a. Gleichberechtigung an diese heranzutragen. „Besonders bei muslimischen Männern ist die Gewalt gegen Jugendliche, Kinder und Frauen besonders ausgeprägt, weshalb ich meine Aufgabe darin sehe, die Aggression der Männer zu deeskalieren. Als Psychotherapeut habe ich Umgang mit traumatisierten Menschen, sowohl in der Psychiatrie als auch in der Gruppenarbeit. „Die Scharia ist der Grund der Aggressivität, des Hasses, vor allem gegen Frauen. Männer sind laut der Scharia die absoluten Herrscher, Frauen sind ihr Besitz, die Kinder ebenfalls. Das macht die arabisch-muslimischen Familien kaputt und bringt großes Leid über viel zu viele Betroffene. Besonders die Scharia zerstört mehr als die meisten hier in Deutschland wahrhaben wollen, die Scharia-Regeln des Islam sind mittragend Schuld daran, dass Frauen, Nichtgläubige, Andersdenkende und freiheitlich lebende Menschen als minderwertig angesehen werden. Das bedeutet, dass eine Person, die schariagetreu lebt, sich hier weder integrieren kann, noch will.“

(Siehe dazu auch den ” Offener Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel” von einem Mitglied der Initiative, syrischer Zahnarzt Majd Abboud: https://wp.me/paweNU-4K)

Frau Sommer erklärte schon am Anfang der Pressekonferenz, dass sich die Initiative an der Basis aufgrund eines Interviews gründete, welches sie Natalia von Osten-Sacken (Polen) gegeben hatte. So hätten sich viele der jetzigen Mitglieder bei ihr gemeldet, nachdem sie den Bericht von Sommers Erfahrungen gelesen hatten, da sie dieselben bzw. ähnliche Erfahrungen in ihren jeweiligen Berufen oder ebenfalls im Ehrenamt gemacht hatten. Aber gleichzeitig hätten sie Angst sich in der Öffentlichkeit oder im sozialen Umfeld dazu zu äußern – aus Furcht vor Stigmatisierung oder vor Arbeitsplatzverlust. So wie es z. B. einer der Lehrerinnen von der Initiative tatsächlich erging.  Lehrerin Andrea F., die für EMMA einen Artikel schrieb wurde wegen ihrer öffentlichen Kritik von ihrer Schulen verwiesen.

Natalia von Osten-SackenMonate nach dem Interview begann Natalia von Osten-Sacken in Polen ebenfalls ehrenamtlich zwei Flüchtlingsfamilien zu unterstützen. Zudem arbeitete Frau von Osten-Sacken teilweise als Wissenschaftlerin in Schweden. Sie berichtete über die Zustände in Uppsala. Sie erzählte von Vierteln, in denen überwiegend muslimisch sozialisierte Flüchtlinge lebten und in denen es regelmäßig zu Schießereien mit Verletzten und Toten käme. Bei Anrufen bei der Polizei käme es öfter vor, dass diese nicht erreichbar sei, da über 100 Anrufer in der Warteschlange warteten, bzw. die Polizei käme bei Konflikten von vornherein nicht mehr. Personalprobleme gäbe es auch bei der Polizei, da viele den Job wegen der unzumutbaren Zustände aufgäben.

Natalia von Osten-Sacken berichtete davon, dass es wegen der fehlenden Erreichbarkeit der Polizei inzwischen eine Art selbst organisierte Bürgerwehren gibt, die telefonisch erreichbar sind und insbesondere Frauen dann abends/nachts am Wochenende nach Hause begleiten. „Beleidigung und Belästigung von Frauen durch junge, meist muslimische Männer, sind keine Seltenheit. Viele sind vorsichtig geworden, wenn sie abends weggehen. In den Medien wird das nicht berichtet – es gibt so etwas wie eine Nachrichtensperre bei solchen Fällen.“ Sie machte darauf aufmerksam, dass in Deutschland die Situation inzwischen ebenso prekär werden könnte, wie dies in Schweden bereits der Fall ist.

Weitere Erfahrungsberichte von Mitgliedern der Initiative an der Basis folgten, die die bereits vorgetragenen Berichte ergänzten und bestätigten.

Am Ende der umfangreichen Beiträge resümierte eine Integrationskurslehrerin aus Berlin nochmals die gesamte Problematik des Themenkomplexes. Sie erinnerte daran, dass der Forderungskatalog sich auf den gesammelten Erfahrungen der Mitglieder der Initiative begründe.

„Die Missstände in der gesamten Flüchtlings- und Migrationspolitik ziehen sich durch sämtliche Bereiche unserer Lebensgemeinschaft.“

Im Namen der Initiative richtete die Lehrerin nochmals einen eindringlichen Appell an die Anwesenden: „All die Berichte, die wir heute gehört haben, sind die Grundlage für unsere Forderungen. Wir brauchen Sie: Die Presse, die Zuhörer, die Politiker. Wir müssen lernen zu fordern: ‚Wir helfen dir, geben dir, prüfen deine Anliegen. Aber das verlangen wir von dir‘. Wir wollen unser friedliches, weltoffenes Miteinander bewahren. Deswegen stellen wir unsere Erfahrungen und Forderungen zur Debatte und fordern die Öffentlichkeit auf, sich endlich einer Diskussion ohne Scheuklappen zu stellen.“

Ibrahim Hassan schloss sich dem an:

„Medien haben die Pflicht zur Aufklärung. Aufklärung. Die Gesellschaft muss aufgeklärt werden.“ – „Die Menschen, die herkommen, müssen verstehen, in welcher Gesellschaft wir leben.“ Und er fügte hinzu: „Flüchtlinge müssen aufgenommen werden, wenn sie in Gefahr sind. Wir haben aber mehr Menschen hier, die keine echten Flüchtlinge sind.“

Zum Islam äußerte er sich ebenfalls nochmals: „Religion ist Privatsache.“ – „Der Staat muss seine Gesetze durchsetzen.“

Am Schluss wurde nochmals mitgeteilt, dass die Initiative offen für neue KollegInnen sei, wenn diese ebenfalls persönliche Erfahrungen im Bereich Flucht und Migration gemacht haben, haupt- oder ehrenamtlich mit Flüchtlingen/Migranten zu tun haben (oder hatten), und dem Forderungskatalog zustimmen können, den die Initiative basis-demokratisch entwickelt hat. Interessierte können sich auf dem Blog informieren und sich über das Kontaktformular melden.

Nach der Pressekonferenz hielt Fachärztin für psychosomatische Medizin Dr. Astrid Nestvogel einen Vortrag zum Thema „Islamischer Migrationsimport und seine verdrängten Folgen – Besonderheiten bei der Integration muslimischer Migranten“, gefolgt von Hartmut Krauss (ehem. Leiter einer Sprachschule, Sozialwissenschaftler, Buchautor, Verleger) mit einem Vortrag zum Thema “Der Islam als Grundlage einer grund- und menschenrechtswidrigen sowie patriarchalischen Normenordnung“ .

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Hier der work-in-progress Forderungskatalog der Initiative an der Basis im pdf Format

Press Release: German professionals and volunteers working with refugees and migrants calling for a new refugee and migration policy from scratch

April 7th, 2019

P R E S S  R E L E A S E

Calling for a new refugee and migration policy from scratch:
German professionals and volunteers working with refugees and migrants criticise existing structures and the lack of a master plan.

Refugee workers criticise flaws and issues within the existing structures and the lack of a master plan. In order to tackle the situation, the „Initiative an der Basis“ (a nationwide grassroots’ alliance has been founded in Berlin.

Berlin – The Initiative an der Basis, a nationwide alliance of full-time professionals and volunteers working with refugees and migrants are denouncing the aberrations at the political and social level regarding Germany’s refugee and migrant policy.

The initiators work in different professions; they are teachers, educators, social workers, volunteers for refugees, BAMF (federal office for migration and refugees) translators and interpreters, lawyers, psychologists, doctors and policemen etc. as well as secular refugees and migrants.

Initiative an der Basis is calling for a fundamental reorientation in Germany’s refugee policy. “It is due time to work on the blatant failures of recent years and to develop a master plan for a new refugee policy,” says Rebecca Sommer, one of the initiators. “This is only possible if the experience of those who work with refugees and migrants at the grassroots’ level are being heard and their findings are incorporated into a direly-needed master plan.”

For a harmonious coexistence between a host society and refugees, Germany’s refugee policy must be realigned and drastically changed at all levels. Some examples:

  • Clear communication towards refugees on our European values ​​and the predominant European culture.
  • Clear communication to unmistakably convey that asylum means temporary protection in the host country Germany which shall end when returning to the home country is possible.
  • No alimentation of refugees without a return of service. Anyone who is without a language course, work or any kind of training, must be obliged to perform at least community, non-profit work.
  • Predominantly in-kind welfare instead of cash benefits.
  • Consistent implementation of sanctions in case of refusal/lack of cooperation.
  • Establishment of a registration office to enable anonymous reporting of Salafists and Islamistic perpetrators.
  • No asylum and no allowance to stay in Germany for offenders.
  • Withdrawal of asylum status in cases of violent conduct, misdemeanour and criminal offences.
  • Amendment of the security architecture (Enabling transparent borderless networking of all bodies relevant to asylum and refugees, federal authorities, police, etc.).
  • Endorsement of the demands “enforcing deportations” made by the police union.
  • Abandonment of the principle of “integration by promoting Islam” (for example, no support for counter-productive political Islamic actors/stakeholders, integrating refugees rather into their mosques and communities than into German society).
  • Extension of the Berlin Neutrality Act to the entire federal territory.
  • Introduction of comprehensive, mandatory ethics lessons in German schools.
  • Supporting the position papers of the women’s rights organisation Terre des Femmes (headscarf ban, ban on polygamy, underage marriages, forced marriage, female genital mutilation, etc.), strengthening the rights of female refugees.
  • Clear distinction between asylum and migration and the development of an immigration law based on the American immigration law model.
  • Endorsement of the declaration of the 1st Critical Islam Conference Germany of 2008 (In German language: http://kritische-islamkonferenz.de/wp-content/uploads/2013/03/erkl.pdf)and the Declaration of Vienna (In German language: http://www.gam-online.de/text-Wiener%20Appell.html).
  • A moratorium on taking in refugees for the next 3 years to evaluate the accumulated problems and issues and to find appropriate solutions.

For a detailed “work-in-progress” outline, an almost 50 pages long catalog of demands (pdf format) in German language: see here

07.04. 2019: P R E S S E M I T T E I L U N G – Neuorientierung in der Flüchtlingspolitik gefordert (Initiative an der Basis)

07.04.2019

P R E S S E M I T T E I L U N G

Neuorientierung in der Flüchtlingspolitik gefordert

Flüchtlingshelfer kritisieren bisherige Strukturen und das Fehlen eines Masterplans. In Berlin hat sich die „Initiative an der Basis“ gegründet

Berlin – Die „Initiative an der Basis“ ist ein bundesweites Bündnis von Haupt- und Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit, das politische und gesellschaftliche Fehlentwicklungen in der Flüchtlingspolitik anprangert.

Die Initiatoren kommen aus unterschiedlichen Berufen, sie sind Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher, Sozialarbeiterinnen, BAMF-Übersetzer und Dolmetscher, Justizangestellte, Psychologinnen, Ärzte und Polizisten sowie säkulare und kritische Geflüchtete und Migranten.

Die „Initiative an der Basis“ fordert eine grundlegende Neuorientierung in der Flüchtlingspolitik. „Es ist höchste Zeit, die eklatanten Versäumnisse der letzten Jahre aufzuarbeiten und einen Masterplan für eine neue Flüchtlingspolitik zu erarbeiten“, sagt Rebecca Sommer, eine der Initiatorinnen. „Das geht nur, wenn die Erfahrungen derjenigen, die an der Basis tagtäglich mit Flüchtlingen arbeiten, gehört werden und ihre Erkenntnisse in einen Masterplan einfließen.“

Für ein gedeihliches Miteinander zwischen Aufnahmegesellschaft und Geflüchteten sollte die Flüchtlingspolitik auf allen Ebenen neu ausgerichtet werden. Einige Beispiele:

  • Klare Kommunikation europäischer Werte und einer europäischen Leitkultur gegenüber Geflüchteten
  • Klare Kommunikation, dass Asyl eine zeitlich befristete Aufnahme im Gastland Deutschland bedeutet, die dann endet, wenn eine Rückkehr in das Heimatland möglich ist
  • Keine Alimentierung von Geflüchteten ohne Gegenleistung. Wer ohne Sprachkurs, Arbeit oder Ausbildung ist, wird verpflichtet, kommunale, gemeinnützige Arbeit zu verrichten
  • Überwiegend Sachleistungen statt Geldleistungen
  • Konsequente Umsetzung von Sanktionen bei Verweigerungen
  • Einrichtung einer anonymen Meldestelle für Salafisten und Gefährder
  • Kein Asyl und keine Duldung von Straftätern
  • Aberkennungsmöglichkeit des Asylstatus bei Gewaltdelikten und Straftaten
  • Novellierung der Sicherheitsarchitektur (Vernetzung aller asylrelevanten Stellen, Bundesbehörden, Polizei etc.)
  • Unterstützung der Polizeigewerkschaft bei der Durchsetzung von Abschiebungen
  • Abkehr vom Prinzip „Integration durch Förderung des Islam“ (z.B. keine Unterstützung für Akteure des politischen Islam, die Flüchtlinge zwar in ihre Moscheegemeinden, nicht aber in die deutsche Gesellschaft integrieren)
  • Ausweitung des Berliner Neutralitätsgesetzes auf das gesamte Bundesgebiet
  • Einführung eines flächendeckenden, verpflichtenden Ethikunterrichts in deutschen Schulen
  • Unterstützung von Forderungen der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes (Kopftuchverbot, Verbot von Polygamie, Minderjährigen-Ehe, Zwangsheirat, Genitalverstümmelung etc.), Stärkung der Rechte von weiblichen Geflüchteten
  • Klare Unterscheidung zwischen Flucht und Migration und Erarbeitung eines Einwanderungsgesetzes nach amerikanischem Vorbild
  • Aufnahmestopp für die nächsten 3 Jahre, um die aufgelaufenen Probleme zu reflektieren und angemessene Lösungen zu finden

Ausführlicher “work-in-progress“ Forderungskatalog (pdf Format): Unsere Forderungen

Siehe auch unsere Erfahrungen

Tagesveranstaltung 07.04.2019 – Vortrag von Hartmut Krauss: Der Islam als Grundlage einer grund- und menschenrechtswidrigen sowie patriarchalischen Normenordnung.

Tagesveranstaltung der Initiative an der Basis, 07.04.2019

Vortrag von Hartmut Krauss

Der Islam als Grundlage einer grund- und menschenrechtswidrigen sowie patriarchalischen Normenordnung.

Zwangsheiraten, Verwandtenehen, Kinderehen, Polygamie und Genitalverstümmelung im Kontext der islamischen Quellentexte[1]

  1. Die Fehlbestimmung des Islam als „Religion“. Zur Konstitution des Islam als religiöser Herrschaftsideologie[2]

Der Islam gilt in vordergründig-oberflächlichen Diskursen, wie sie in der politischen und medialen Öffentlichkeit dominieren, gemeinhin und ohne nähere Reflexion als „Religion“. Und als „Religion“ falle der Islam unter den Deckungsschutz der Religionsfreiheit gemäß Artikel 4, (1) und (2) Grundgesetz.

Diese vorherrschende Bezeichnung des Islam als „Religion“ ist nun aber eine völlig unzureichende, weil viel zu unscharfe und deshalb eher eine verschleiernde und desorientierende als eine aufklärende Bestimmung.

Überhaupt ist festzustellen, dass der Begriff „Religion“ ohne nähere inhaltliche Klärung und Differenzierung viel zu vage, unbestimmt und bedeutungswidersprüchlich ist, als dass man ihn in einem wissenschaftlich-analytischen Kontext sinnvoll benutzen könnte[3].

In verkürzter und unreflektierter Weise wird ‚Religion‘ in unserem (europäischen) Alltagsverstand herkömmlich als Glaube an die Existenz eines personalen Schöpfergottes angesehen, auf den sich die gläubigen Menschen in rituellen (gottesdienstlichen) Praktiken beziehen. (Naiv-oberflächlicher Religionsbegriff)

Tatsächlich aber erschöpft sich diese spezifische/religiöse (monotheistische) Bewusstseins- und Verhaltensweise nicht im einfachen Glauben an die Existenz einer metaphysischen Instanz (personaler Schöpfergott) Vielmehr wird aus dieser unbewiesenen Existenzbehauptung in Wirklichkeit ein absolut gültiger Vorschriftenkatalog sowie eine sich darauf gründende Ordnungslehre und Ethik abgeleitet und mit einer postmortalen Verheißungs- und Beeindruckungslehre (Paradies und Hölle) kombiniert. Damit ist der religiöse Glaube an ein übergeordnetes Sein stets zugleich untrennbar mit dem Anspruch auf irdisch-gesellschaftliche bzw. zwischenmenschliche „Richtlinienkompetenz“ („göttliches Recht“) behaftet und treibt so aus sich eine wertende und herrschaftliche Grenzziehung bzw. Ungleichstellung zwischen den „Rechtgläubigen“ und den Anderen hervor. Dieser gesellschaftliche Normierungsdrang gilt insbesondere für den Islam.

Als Sonderform einer monotheistischen Weltanschauung ist der Islam eben nicht einfach eine „Religion“, sondern eine religiöse Ideologieform, die den Glauben an einen Schöpfergott mit einem absoluten Herrschaftsanspruch verbindet. Im Einzelnen weist diese monotheistische Ideologieform drei (konstitutionslogische) Grundkomponenten auf:

(a) die unbewiesene/unbeweisbare Behauptung der Existenz eines Schöpfergottes;

(b) die Behauptung einer Offenbarung des Willens dieser angeblich existierenden Gottheit sowie

(c) den Drang nach weltlicher (diesseitiger) Normierung der Gesellschaft und der Individuen gemäß dieser unbewiesenen/unbeweisbaren Willensoffenbarung.

D.h: Aus der unbewiesenen Gottesbehauptung wird ein absolut und universell verbindlicher Vorschriftenkatalog abgeleitet, dem sich alle Menschen unterwerfen müssen. Dabei lautet die für die islamische Herrschaftslehre spezifische Basisbehauptung: Allah (der „Weltenherr“) existiert, er hat die Welt erschaffen und sein Wille geschehe.

Der behauptete Wille Allahs ist nun vorgeblich vermittels des Propheten Mohammed offenbart worden und liegt objektiv vergegenständlicht im Koran vor. Dabei gilt der Text des Korans als unmittelbares Gotteswort, das nach seiner Verkündung absolute, räumlich und zeitlich uneingeschränkte Gültigkeit beansprucht. Weitere objektive Quellen und Fundamente des Islam sind die gesammelten Aussagen, Anweisungen, Empfehlungen, Taten etc. des Propheten Mohammeds und seiner engsten Gefährten, wie sie in den Hadithsammlungen sowie der Sira, der Prophetenbiographie, vorliegen (Sunna). Hinzu kommt das primär aus Koran und Sunna abgeleitete islamische Recht (Scharia), konkretisiert in Form von vier Rechtsschulen und einigen schiitischen Rechtsschulen.

Als „heiliger Text“, der Allahs Willen ausdrückt und festhält und überdies nach islamischer Gelehrtenmeinung bereits das gesamte Wissen der Menschheit enthalten soll, ist der Koran mitnichten beliebig auslegbar und darf nicht subjektiv-interpretierender Willkür ausgeliefert werden. Das wird so auch in den Quellentexten festgelegt. Es ist deshalb irreführend, die intramuslimische Kommunikation über Abstimmungsprobleme zwischen Koran und sich verändernder Wirklichkeit vorschnell und oberflächlich als Islamreform zu bezeichnen. Denn hierbei geht es nicht um die Anpassung des Korans an die veränderte Wirklichkeit, sondern vielmehr um die Anpassung der veränderten Wirklichkeit an den Koran.

Das herausragende Statusmerkmal des Islam ist dessen Auftreten als autoritär-normativer Vorschriftenkatalog, der Regeln, Gebote, Verbote, Handlungsanweisungen für nahezu sämtliche Lebensbereiche bereithält, denen der muslimische Gläubige als treu ergebener Gottesknecht bedingungslos zu folgen hat. Die alltagspraktische Befolgung des islamischen Regelkanons ist der wahre Gottesdienst und bildet den grundlegenden Kern des gesamten Islam = Hingabe an Gott. Aus diesem Grund ist auch eine Trennung von Staat, Religion, Recht und Privatsphäre grundsätzlich ausgeschlossen. Religiöse Praxis ist zugleich immer auch politische Praxis (und umgekehrt); religiöse Gemeinschaft ist zugleich immer auch politische Gemeinschaft. „Das Staatsvolk ist Gottesvolk, das religiöse Gesetz (shari’a) Staatsgesetz“ (Hagemann 1999, S. 402).

Für den Islam in seiner beurteilungslogisch ausschlaggebenden orthodoxen Grundgestalt[4], also jenseits von angeblich möglicher subjektivistischer Auslegungswillkür, gilt deshalb das Prinzip „al-islam din wa daula“: Der Islam ist Religion und Staat. D.h.: Der Islam kennt keine Trennung von „reinem rituellen Gottesdienst“ einerseits und normativer Regelung weltlicher Handlungen und intersubjektiver Beziehungen andererseits; er ist in seiner lehrdogmatischen Gesamtheit (Koran, Sunna, Scharia) per se „politisch“. Es gibt also keinen „unpolitischen Islam“, wohl aber eine religiöse „Ausnüchterung“ von Muslimen analog zu „Weihnachtschristen“. Die triviale Tatsache, dass es auch eine Minderheit von „ausgenüchterten“ Muslimen gibt, kann aber nicht – als Unterabteilung der Verwechslung von „Islam“ und „Muslimen“ – dahingehend fehlinterpretiert werden, es gebe einen „unpolitischen Islam“. Umfragen in islamischen Ländern zeigen immer wieder, wie tief das antisäkulare Prinzip der Einheit von Islam, Staat und Politik im subjektiven Überzeugungssystem der dort lebenden Menschen verankert ist. So fordern dort klare Mehrheiten einen strengen bis prinzipiellen Einfluss des Korans auf die Gesetze ihrer Länder.[5]

Betrachten wir nun den Inhalt der islamischen Weltanschauung, so zeigt sich ein absoluter und universeller (modern gesagt: totalitärer) Herrschaftsanspruch als alles durchdringender und zusammenhangsstiftender Grundzug. Der Islam fungiert damit als Drehbuch bzw. religiös verbrämte Programmiersprache eines kulturspezifischen Systems zwischenmenschlicher Herrschaftsverhältnisse.

„Der Islam war schon immer totalitär. Er beherrschte praktisch jeden Gedanken und jede Handlung der Gläubigen. Für dieses Verhältnis stand symbolisch zum Beispiel das Hersagen der Bismillah auch während der unwichtigsten Tätigkeit ebenso wie die allumfassende Bedeutung der Überlieferungen. Jegliche Handlungen, selbst diejenigen, die äußerst fundamentalen biologischen Bedürfnissen entsprechen wie Defäkation oder Koitus, wurden durch religiöse Vorschriften bestimmt. Selbst gesellschaftliche Handlungen, die in anderen Kulturen für außerhalb der Religion stehend angesehen werden, seien sie technischer, wirtschaftlicher oder künstlerischer Natur, wurden in das System integriert und religiös ausgelegt. Jegliche Handlung, Einrichtung, selbst jeglicher Gedanke, der dem System fremd war, wurde entweder abgelehnt oder, wenn dies nicht möglich war, eingegliedert und islamisiert“ (Rodinson, zit. n. Gopal 2006, S. 411f.).

Diese kritische Sicht trifft sehr genau das orthodox-islamische Selbstverständnis: „Der Islam beinflußt den Muslim, ob er sich bewegt oder ruht, er beeinflußt das, was er insgeheim und was er öffentlich tut, was er für sich und was er sichtbar tut, er beeinflußt sein Stehen und Sitzen, sein Schlafen und Wachen, er beeinflußt sein Essen und Trinken, seine Kleidung und seinen Schmuck, er beeinflußt seinen [Habitus beim] Verkauf und Kauf, seine Tauschgeschäfte und Transaktionen, er beeinflußt seine Anstrengung und seine Erholung, seine Freude und seine Traurigkeit, seine Gelassenheit und seinen Zorn, er beeinflußt ihn im Unglück wie im Glück, bei Krankheit wie bei Gesundheit, in [Situationen] der Schwäche und der Stärke, er beeinflußt ihn als Reichen und Armen, als jungen und als alten [Menschen], als bedeutsamen und als gemeinen [Mann], er beeinflußt sein Wohnen und seine Familie, seinen [Umgang mit] Freund und Feind, Frieden und Krieg, er beeinflußt ihn als einzelnen und in der Gemeinschaft, als Herrscher und Beherrschten, als Wohlhabenden und als Habenichts. Es gibt also kein Verhalten, das man sich vernünftigerweise vorstellen kann, und keine Situation, in der der Mensch sich befinden kann, ohne dass der Islam den Muslim beeinflußt und sein Verhalten so festlegt, wie es (der Islam) vorsieht.

Wer folglich denkt, der Islam sei [nur] ein Glaube und nicht auch ein System (eine Ordnung = nizām), ist töricht und weiß nichts vom Islam“ (Abd al-Qadir `Udah, ein konservativer Anhänger der ägyptischen Muslimbrüder. Zit. n. Antes 1991, S. 59).

Wenn wir also den Islam in seiner orthodoxen Ursprungs- und Grundgestalt betrachten, dann stellen wir fest, dass es sich hierbei nicht um einen abstrakten, sozial bedeutungslosen Gottesglauben mit einigen speziellen Ritualen und diversen Frömmigkeitsbezeugungen handelt, der keinerlei gesellschaftsprägende Auswirkungen aufweist und dem man uneingeschränkt „Religionsfreiheit“ einräumen könnte. Vielmehr verkörpert er eine zutiefst autoritäre Weltanschauung mit einem absoluten Geltungsanspruch und einem umfassenden repressiven Regelkanon, der eine vormoderne Herrschaftsordnung festlegt. Um es nochmal hervorzuheben: Gottesglaube („Religion“) und gesellschaftlicher Regulierungsanspruch („Politik“) bilden im objektiv vorliegenden islamischen Weltanschauungssystem seit jeher eine untrennbare Einheit.

Dieser ausschlaggebende und dogmatisch unrevidierte Kernislam, um den es geht, der aber durch zahlreiche Verwirrdiskurse und apologetische Abwehrmechanismen unkenntlich gemacht werden soll, ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet:

— Er schließt eine Gleichberechtigung zwischen Muslimen und Nichtmuslimen grundsätzlich aus und legt stattdessen eine hierarchische Rangabstufung zwischen ihnen fest. „Ungläubige“ werden als „minderwertig“ und „unrein“ definiert und unter islamischen Vorherrschaftsverhältnissen dementsprechend behandelt. Der Islam fungiert somit als religiöse Herrenmenschenideologie[6].

— Er gewährt kein Recht auf die freie individuelle Wahl einer Weltanschauung sowie kein Recht auf freie (auch religionskritische) Meinungsäußerung.

— Er legt eine repressiv-patriarchalische Geschlechterbeziehung fest, in der Frauen systematisch entrechtet, unterdrückt und als kognitiv und moralisch defizitäre Wesen angesehen und behandelt werden.

— Er negiert nicht nur das Recht auf sanktionslosen Religionswechsel und Religionsaustritt (negative Religionsfreiheit), sondern bedroht Glaubensabtrünnige mit dem Tod bzw. drakonischen Ersatzstrafen.

— Er schließt homosexuelle Orientierungen als „krankhaft“ und „gesetzwidrig“ aus und droht auch hier mit massiven Strafen.

— Als vormoderne patriarchalische Herrschaftsideologie verletzt der Islam das Recht auf freie Partnerwahl, legt rigide Heiratsregeln fest und befestigt normativ das archaische Konzept der „Ehre“ etc.

Damit erweist sich der orthodoxe „Mainstreamislam“ als eine menschenrechtsfeindliche Weltanschauung und kann in dieser Form niemals Bestandteil einer aufgeklärten, säkular-demokratischen Verfassungs- und Gesellschaftsordnung sein. Deshalb ist es auch absolut unverantwortlich, den Islam in das ohnehin überholte deutsche Staatskirchenrecht hinein zu holen und ihm unaufgeklärt „Religionsfreiheit“ zu gewähren.

Die komplexe Begegnung des Islam mit der westlichen Moderne hat nicht dazu geführt, dass sich ein „liberaler“ oder „aufgeklärter“ Islam durchgesetzt hätte. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall: Der konservative Scharia- und Macho-Islam hat sich unter dem Eindruck der westlichen Moderne operativ modernisiert und radikalisiert. Dieser Formwandel hin zum „Islamismus“ stellt aber nun im Gegensatz zu vielfach verbreiteten Irrlehren keinesfalls einen „Missbrauch“ oder eine „Verfälschung“ des orthodoxen Islam dar, sondern erweist sich als eine höchst effektive Innovationsgestalt, die alle relevanten Inhalte und Herrschaftsansprüche des „ursprünglichen“ Islam konsequent aufgreift und in neuer Form tradiert. Das bedeutet zum Beispiel Propaganda der Muslimbruderschaft via Facebook; djhadistische Ideologie und Bastelanleitungen für Märtyrer im Internet; Aufbau einer Atomindustrie im iranischen Gottesstaat; IS-Propaganda mit barbarischen Enthauptungsszenen als muslimischer Realhorrorfilm auf Smartphone; islamische Frauenfeindlichkeit in Bushido-Sprache (Pop-Islam) etc. Mit einem Wort: erweiterte Reproduktion einer vormodernen religiösen Herrschaftsideologie mit modernen Mitteln. Was dabei herauskommt ist klar zu erkennen: Ein neuartiger islamischer Totalitarismus, der sich von Marokko bis Indonesien und in den muslimischen Desintegrationszentren im Westen auf dem Vormarsch befindet. Die vorherrschende Legende „Guter Islam, böser Islamismus“, welche die engen ideologischen Verbindungen und Anknüpfungsverhältnisse zwischen traditionellem Islam und modernem Islamismus ausblendet, hat sich demgegenüber als fataler Irrtum erwiesen. Allein schon das flächendeckende, sich über das gesamte islamische Herrschaftsterritorium erstreckende Ausmaß und die große Zahl „radikalislamischer“ Kräfte, entlarven diese Legende als ein Trugbild.

Von ebenso zentraler wie elementarer Bedeutung für eine angemessene Urteilsbildung ist zudem der Tatbestand, dass der Islam sowohl das Recht auf Weltanschauungsfreiheit als auch das Recht auf negative Religionsfreiheit (sanktionsfreier Austritt aus der dem Einzelnen qua Geburt aufgenötigten Religionsgemeinschaft) schroff negiert. Im Koran werden den Glaubensabtrünnigen schwere Strafen im Jenseits angedroht. Letztendlich sind sich alle Rechtsschulen darin einig, dass der Abfall vom islamischen Glauben Verrat an Gott und der islamischen Gemeinschaft bedeutet und mit dem Tod des Abtrünnigen geahndet werden muss. Insofern stellt die gebetsmühlenartig hervorgekehrte, aber zu kurz und oberflächlich gedachte formalistisch-dogmatische Anwendung des europäischen Konzepts der „Religionsfreiheit“ in Bezug auf den Islam eine unhaltbare Paradoxie dar: Religionsfreiheit für die islamischen Feinde der Religionsfreiheit. An dieser gesellschaftspolitisch wesentlichen Stelle muss die kritisch-wissenschaftliche Vernunft im Bündnis mit dem „gesunden Menschenverstand“ der Zivilgesellschaft dem formaljuristischen Dogmatismus Einhalt gebieten.

  1. Die normative Festlegung einer patriarchalischen Herrschaftsstruktur im Islam

Der Islam (bzw. sein angeblicher Stifter Mohammed) ist zwar nicht der „Erfinder“ des Patriarchats, aber er fungiert bis heute als sein treuester konservierender und systematisierender Träger. Tatsächlich bleibt er nämlich trotz aller Neuerungen und Modifikationen der vorgefundenen altarabischen Stammeskultur verhaftet, übernimmt von ihr (und den vorgängigen religiösen Bedeutungssystemen) zahlreiche Sitten, Gebräuche, Praxen etc. wie Polygamie, Sklaverei, einfache Ehescheidung, Beschneidung und zeremonielle Reinheit, geht ihr gegenüber Konzessionen ein und vermag sich insgesamt betrachtet ihrer Prägekraft nicht zu entziehen.

Von zentraler Bedeutung für die ‚Begründung‘ des islamischen Patriarchats ist die koranische Festschreibung der männlichen Überlegenheit bzw. der weiblichen Unterlegenheit als gottgewolltes Prinzip. So heißt es unmissverständlich in Sure 4, 33:

„Die Männer sind den Frauen überlegen wegen dessen, was Allah den einen vor den anderen gegeben hat, und weil sie von ihrem Vermögen (für die Frauen) auslegen. Die rechtschaffenen Frauen sind gehorsam und sorgsam in der Abwesenheit (ihrer Gatten), wie Allah für sie sorgte. Diejenigen aber, für deren Widerspenstigkeit ihr fürchtet – warnet sie, verbannt sie aus den Schlafgemächern[7] und schlagt sie. Und so sie euch gehorchen, so suchet keinen Weg wider sie; siehe Allah ist hoch und groß.“

Dabei wird die Überlegenheit des Mannes, die ihm ein Züchtigungsrecht gegenüber der Ehefrau einräumt, auch von aktuellen islamischen Kommentatoren/Koranexegeten grundsätzlich bekräftigt[8].

In Sure 2, 228 heißt es:

„Und die Männer stehen (bei alledem) eine Stufe über ihnen (den Frauen, H.K.)“. (Der Koran 2007, Paret)

Auch sind im folgenden Vers (Sure 4, 5) mit „Schwachsinnigen“ die Frauen und Kinder des männlichen Familienpatriarchen gemeint:

„Und gebt nicht euer Geld, das Gott euch zum Unterhalt bestimmt hat, den Schwachsinnigen (in die Hand)! Beschafft ihnen (vielmehr) damit Unterhalt und Kleidung! Und sprecht ihnen freundlich zu! (Der Koran 2007, Paret)

In einer Überlieferung, die nach Al-Buchari auf den Gefährten des Propheten namens Abu Saiʻd al-Chudri zurückgeht, hat Mohammed zu einer Gruppe von Frauen u.a. Folgendes gesagt: „‚Frauen, gebt Almosen, denn mir wurde das Volk der Hölle gezeigt, und die meisten von denen, die dort waren, wart ihr.‘ (…) ‚Auch sah ich nie jemanden mit weniger Verstand und geringerer Religiosität als manche von euch! Und ihr könnt selbst einen Mann, der einsichtig, beherrscht und religiös ist, betören!‘“ Nachdem Mohammed noch einmal betont hatte, dass die Zeugenschaft einer Frau nicht halb so viel Gewicht hat, wie die eines Mannes, sagte er: „‚Seht ihr? Das ist, weil ihr weniger Verstand besitzt.‘ Dann fragte er die Frauen: ‚Wenn die Frauen ihre Menstruation haben, dann beten sie nicht und halten keinen Ramadan ein, nicht wahr?‘ Die Frauen bejahten auch das. Er erklärt: ‚Und das kommt von eurem geringeren Glauben.‘“ (Arsel 2012, S. 78)

Die Unterlegenheit der Frauen ist demnach im orthodox-islamischen Begründungsdiskurs in dreifacher Hinsicht festgelegt: Ökonomisch (Morgengabe), kognitiv (weniger Verstand) und moralisch (geringerer Glauben).

Kennzeichnend für den islamischen Geschlechterdiskurs ist vor diesem Hintergrund zudem die Übertragung der Alleinverantwortung an die Frauen für die durch sie angeblich fortlaufend ausgelöste Begierde des Mannes. Sie gelten aufgrund der ihnen von Allah verliehenen minderwertigen Natur als „unreine Verführerinnen“, vor denen sich die höher stehenden Männer permanent in Acht nehmen müssen, um nicht in den Sog des Teuflischen hineingezogen zu werden. So warnt Mohammed sogar davor, einer fremden Frau die Hand zu geben, um dafür nicht am Jüngsten Tag bestraft zu werden; „Es ist besser, mit einem eisernen Stab auf den Kopf geschlagen zu werden, als einer fremden Frau die Hand zu geben.“ (zit. n. Arsel 2012, S. 108)

Grundsätzlich aber hat der im islamischen Offenbarungsglauben religiös normierte Patriarchalismus[9] entscheidend zur Blockierung einer männlichen Selbstkontrolle des Sexualverhaltens durch Verinnerlichung und Sublimierung beigetragen. Wie Ayubi (2002, S. 60) klarstellt, „legt die arabisch-islamische Kultur den Nachdruck auf die Durchsetzung der Moral ‚von außen‘ anstelle ‚von innen‘ – auf Vorkehrungsmaßnahmen anstelle von ‚verinnerlichten Verboten‘. Anstelle von Männern Sozialisierung und Erziehung zur Selbstbeherrschung zu erwarten, besteht die Lösung im Endergebnis darin, den Körper der Frau zu verbergen und sie – mit Ausnahme der ehelichen Beziehung – so gut wie möglich von Männern fern zu halten.“[10] Der moralische Vergesellschaftungseffekt dieses islamischen Geschlechtsdiskurses besteht dann darin, dass Frauen, die sich „unvorschriftsmäßig“ verhalten, also sich z.B. unverschleiert und ohne männliche Begleitung in der Öffentlichkeit bewegen, als – über ihr natürliches Maß hinausgehend – defizitär und damit als „Freiwild“ angesehen werden.

Dass der Islam die zwischengeschlechtliche Beziehung als grundsätzlich „vergiftet“ ansieht, kommt prägnant in folgenden Aussagen zum Ausdruck:

„Ohne Angabe eines Gewährsmannes

Der Prophet sagte: Ein Mann befindet sich nie allein mit einer Frau, ohne dass nicht der Teufel sich als Dritter zu ihnen gesellt. (Tirmidhī)“[11]

„Ich habe keine schädlichere Versuchung (fitna) für die Männer hinterlassen, als die Frauen. (Mohammed)“[12]

Diese prinzipielle, angeblich gottgewollte Überlegenheit des Mannes bzw. Unterlegenheit der Frau liefert dann die normative Basis für ein umfassendes islamisches Regelsystem, das in einem eklatanten Gegensatz zu dem in Artikel 3 des deutschen Grundgesetzes festgeschriebenen Gleichheitsgrundsatz steht. Zudem verstößt natürlich das dem Mann eingeräumte koranische Züchtigungsrecht in massiver Weise gegen Artikel 2 Abs. 2 des Grundgesetzes (GG).

Hervorzuheben ist zudem der normativ vorgegebene Tatbestand, dass die islamische Ehe im Stile eines Kaufvertrages geschlossen wird, wobei die Frau auf die Eigenschaft einer austauschbaren Handelsware mit sexueller Grundfunktion beschränkt ist. Genau genommen bedeutet die Verheiratung für die Frau den Übergang von der patriarchalischen Vormundschaft des Vaters unter die Vormundschaft des Ehemannes. So heißt es in der Scharia:

„Falls die Braut Jungfrau ist, dürfen ihr Vater oder Großvater sie ohne ihre Erlaubnis mit jemandem verheiraten, aber es wird empfohlen, ihre Erlaubnis einzuholen, falls sie die Pubertät (!) erreicht hat. Das Schweigen einer Jungfrau wird als Zustimmung gewertet.“[13]

Eine selbstbestimmte Heirat bleibt der muslimischen Frau grundsätzlich verwehrt, ja wird sogar als „Unzucht“ verurteilt. In einem Hadith heißt es: „Eine Unzüchtige ist die, die selbst heiratet.“ Die dritte und jüngste der zehn Frauen des Propheten, Aischa, berichtete nach einem weiteren Hadith, Mohammed habe Folgendes gesagt: „Eine Frau, die selbst ohne Erlaubnis ihres Vormunds heiratet, deren Ehe ist null und nichtig, null und nichtig, null und nichtig“ (zit. n. Gopal 2006, S. 250f.).

Dementsprechend dominiert auch heute noch in der islamischen Welt der Modus der ‚versprochenen Zwangsheirat‘ bzw. der patriarchalisch kontrollierten ‚unfreien Gattenwahl‘.

Gemäß der überlieferten Aussage des Propheten Mohammed „Heiratet Jungfrauen“[14] stimmten 2009 48% der Türken in Deutschland (TiD) der Aussage zu „Die Jungfräulichkeit der Frau ist eine Grundvoraussetzung der Eheschließung“. 2012 bejahten 52% diese Aussage. „Die Frau sollte keinen vorehelichen Sex praktizieren“ stimmten 2009 56% der TiD zu, 2012 waren es 63%.[15]

Die folgende Überlieferung lässt den tiefen kulturpsychologischen Widerspruch zwischen der rigiden orthodox-islamischen Sexualmoral einerseits und der modernen Lebenskultur andererseits erahnen:

„Nach Abū Mūsā

Der Prophet sagte: Die Frau, die sich parfümiert und an Leuten vorbeigeht, damit sie ihren Duft vernehmen, begeht Ehebruch. Und jedes Auge begeht Ehebruch. (Nasā’ī)“[16]

Insgesamt gilt, dass die islamische Ehe weder auf Selbstbestimmung noch auf Partnerschaft basiert, sondern auf strukturell-normativer Unterordnung und weitgehender Entmündigung der Frau. Im Rahmen dieses islamisch-patriarchalischen Normengefüges ist das Bild der „anständigen Frau“ deckungsgleich mit der gehorsam-unterwürfigen Frau, die sich dem patriarchalischen Diktat folgsam beugt. Eine Frau mit einem eigenen Willen und einer eigenständigen Lebensführung ohne männliche Überwachung und Vormundschaft gilt demgegenüber als „unehrenhaft“. So bringt eine Tochter, die nicht auf ihre Eltern hört, z.B. den verordneten Ehemann ablehnt, Schande über die Familie. Genauer betrachtet ist Ehre der realisierte bzw. sich über normkonforme äußere Verhaltensweisen und Gehorsamshaltungen (inklusive Demutsgesten) beständig reproduzierende Anspruch auf Anerkennung als (patriarchale) Autorität.

Die Nichtbefolgung grundlegender, autoritär-hierarchisch vorgegebener und unhinterfragbarer Regeln und Normen (Verhaltensanforderungen) wird dann andererseits als Verletzung der Ehre, d.h. als Missachtung des kategorischen Herrschafts-, Respekt- und Anerkennungsanspruchs der Autoritätsperson(en) angesehen und dieser nach außen sichtbar gewordene Autoritätsverlust (Schande) zwecks Wiederherstellung der ursprünglichen Ehre massiv sanktioniert. Dabei bilden die Ehren- oder besser: Schandmorde nur die Spitze des Eisbergs bzw. das brutal-tödliche Endglied einer islamisch bestimmten, religiös-patriarchalischen Herrschaftskultur, das nur dann zum Tragen kommt, wenn dem extremen repressiven Unterwerfungsdruck der autoritär-patriarchalischen Familien in letzter Konsequenz widerstanden wird. In der Studie „Ehrenmorde in Deutschland 1996-2005“, in der von einer generellen Untererfassung von beträchtlichen 20% ausgegangen wird, wurde für den genannten Zeitraum eine Opferzahl der 78 untersuchten Fälle von 109 ausgewiesen. „Den 109 Opfern stehen 122 Täter entgegen, in 68% der Fälle wurde ein Täter ermittelt, in 14% zwei, in 13% drei, in drei Fällen vier Täter und in einem Fall fünf“ (Oberwittler/Kasselt 2011, S. 76). „Unter den Herkunftsländern dominiert die Türkei als Geburtsland der Täter mit 63% und in Hinblick auf die Staatsangehörigkeit mit 66%. Danach folgen arabische Länder (14%), Länder des ehemaligen Jugoslawien und Albanien mit 8% und Pakistan und Afghanistan mit 6%“ (ebd., S. 85f.)[17].

Dabei geht es den überindividuell-gruppenideologisch motivierten Tätern – im Gegensatz zu individuell-isoliert gesteuerten Eifersuchtsmorden – grundsätzlich um die islamisch-normativ verankerte Durchsetzung ihres patriarchalen Führungsanspruchs in ihrer Familie als Voraussetzung für die „ehrenhafte“ (Wieder-) Anerkennung durch das tradierte Kollektiv.

Denn gerade auch für das islamisch-patriarchalische Konzept der Ehre gilt, dass es mit einem rigiden, totalitär wirksamen Gruppendruck verbunden ist, dem sich der und die Einzelne mit jeweils ganz unterschiedlichen Anforderungen nur durch Ausstieg aus diesem geschlossenen Repressionsmilieu mit seinen absolut geltenden Regeln und Vorschriften entziehen können.

So ist auch für die Ehen der in Deutschland lebenden islamischen Zuwanderer davon auszugehen, dass diese in großer Zahl nicht auf freier Partnerwahl basieren, sondern „arrangiert“ oder erzwungen wurden. „Zwangsheirat“, so Egon Flaig in einem Interview vom 25.12.2009, „betrifft wahrscheinlich mehrere hunderttausend muslimische Frauen in Deutschland. Frauen, die ohne und wider ihren Willen verheiratet werden, befinden sich lebenslänglich in Unfreiheit. Wer das leugnet steht nicht auf dem Boden des Grundgesetzes und pfeift auf die Menschenrechte. Alle diese Ehen sind nach Artikel 4 der Menschenrechte null und nichtig. Die Bundesrepublik Deutschland macht sich täglich mitschuldig, indem sie diese Form der Unfreiheit auf ihrem Territorium duldet und sogar noch durch Sozialhilfe alimentiert.“[18] Nach der Masseneinwanderung von Menschen aus islamisch geprägten Ländern, die seit 2014 nach Deutschland gelangten, dürfte die Zahl der Zwangsverheirateten deutlich gestiegen sein.

Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass nur ein Bruchteil bzw. eine kleine Minderheit der von Zwangsverheiratung betroffenen Frauen und Mädchen in Deutschland Beratungs- und Schutzeinrichtungen aufsucht. Von denjenigen, die das tun, gehörten laut einer Studie von 2010 83 Prozent der islamischen Glaubensgemeinschaft an. 9,5% entfielen auf das Jesidentum, 3% auf ein christliches und 1% auf ein hinduistisches Herkunftsmilieu. Von 2,5% wurde „keine Religionszugehörigkeit“ angegeben. 67% der Betroffenen waren bereits in ihrer Erziehung familiärer Gewalt ausgesetzt. Hinsichtlich der Durchsetzung von Zwangsverheiratung waren über 70% von Beschimpfungen, Erniedrigungen, Drohungen und Erpressungen betroffen. Über die Hälfte war körperlichen Angriffen ausgesetzt; 27% wurden gar mit Waffen bzw. mit Mord bedroht. 11% gaben an, mit sexueller Gewalt und Belästigung konfrontiert worden zu sein[19].

Vor diesem Hintergrund ist es nicht wirklich überraschend, dass die Zahl von vollendeten Suiziden bei türkischstämmigen Mädchen und jungen Frauen, die dem familiären Druck der Ehre in einer nichtmuslimischen Lebensumwelt ausgesetzt sind, etwa doppelt so hoch ist wie bei gleichaltrigen Mädchen und Frauen aus deutschen Familien. Bei Suizidversuchen liegt die Zahl sogar um das Fünffache höher[20].

Die offenbarungsreligiös begründete Ungleichstellung der Geschlechter wird im islamischen Recht und Normenkatalog konsequent systematisiert. Folgende ausgewählten Beispiele verdeutlichen diesen Sachverhalt:

1) Schon der Koran legt fest, dass die Zeugenaussage einer Frau nur das halbe Gewicht der Aussage eines Mannes besitzt. „Sind nicht zwei Mannespersonen da, so sei es ein Mann und zwei Frauen, die euch zu Zeugen passend erscheinen, daß, wenn die eine von beiden irrt, die andere sie erinnern kann“ (Sure 2, Vers 282) (Der Koran, Rudolph und Werner).

2) Im islamischen Erbrecht ist festgeschrieben, „dass ein weibliches Familienmitglied stets die Hälfte von dem erbt, was ein männliches Familienmitglied an ihrer Stelle erben würde … Stirbt die Ehefrau, ohne Erbberechtigte hinterlassen zu haben, erbt ihr Ehemann ihren ganzen Besitz. Stirbt der Ehemann und hinterlässt keine erbberechtigten Nachkommen, erbt die Frau nur die Hälfte, die andere Hälfte geht in die öffentliche Hand über“ (Schirrmacher/Spuler-Stegemann 2004, S. 158). Der Koran dient auch in diesem Fall als Richtschnur:

„Gott verordnet euch hinsichtlich eurer Kinder: Auf eines männlichen Geschlechts kommt (bei jeder Erbteilung) gleichviel wie auf zwei weiblichen Geschlechts.“ (Sure 4, Vers 11) (Der Koran, Paret)

3) Aufgrund der umfassenden Vormachtstellung des Mannes gegenüber der Ehefrau und den Kindern ist es einem muslimischen Mann gestattet, auch eine nichtmuslimische Frau (Jüdin oder Christin) zu heiraten, da davon ausgegangen wird, dass die Kinder in der patriarchalisch dominierten und kontrollierten Familie islamisch erzogen bzw. sozialisiert werden[21]. Demgegenüber ist es der Frau prinzipiell verwehrt, einen Nichtmuslim zu heiraten[22], da dann die sehr reale Gefahr besteht, dass die Nachkommenschaft der Übermacht nichtislamischer Einflüsse unterliegt und der Umma verloren geht[23]. Die maßgebliche Orientierung liefern folgende Aussagen im Koran:

1) „Und (zum Heiraten sind euch erlaubt) die ehrbaren gläubigen Frauen und die ehrbaren Frauen (aus der Gemeinschaft) derer, die vor euch die Schrift erhalten haben“.(Sure 5, 5; Der Koran, Paret)

2) Sure 2, Vers 221 des Korans: „Und heiratet nicht heidnische Frauen solange sie nicht gläubig werden! Eine gläubige Sklavin ist besser als eine heidnische Frau, auch wenn diese euch gefallen sollte. Und gebt nicht (gläubige Frauen) an heidnische Männer in die Ehe, solange diese nicht gläubig werden! Ein gläubiger Sklave ist besser als ein heidnischer Mann, auch wenn dieser euch gefallen sollte.“ (Sure 2, Vers 221; Der Koran, Paret)

Von den Befragten der Studie „Muslime in Deutschland“ (2007) waren 74% verheiratet und 9,4% liiert. Die Kinderzahl der Probanden lag im Durchschnitt bei 2,4. Von den Verheirateten gaben 95,8% an, dass der Ehepartner auch ein Muslim ist. Muslimische Frauen mit einem nichtmuslimischen Ehemann kamen überhaupt nicht vor. D.h. gemischte Ehen zwischen Muslimen und Nichtmuslimen sind eine sehr seltene Ausnahme.

Gerade die islamischen Heiratsnormen verdeutlichen den engen Zusammenhang zwischen (a) weltanschaulich-normativem Herrschaftsanspruch, (b) vielfach noch vormoderner agrarischer Ökonomie und (c) der Kontrolle familialer Reproduktion[24].

In einer Vergleichsstudie zur Wertewelt der Deutschen, Deutsch-Türken (Türken in Deutschland/TiD) und Türken (Liljeberg Research International 2009) wurde festgestellt:

„Die religiöse Toleranz findet insgesamt ihr Ende, wenn es um ein mögliches Einheiraten in die eigene Familie geht: 28% der Deutschen fänden es unangenehm, wenn ein gläubiger Moslem in ihre Familie einheiraten würde. Dagegen fänden es 49% der TiD und 63% der Türken unangenehm, einen gläubigen Christen in die Familie aufnehmen zu müssen. Noch schlimmer wäre ein gläubiger Jude (Ablehnung bei 48% der TiD und 72% der Türken), der Gipfel wäre jedoch ein bekennender Atheist (Ablehnung von 69% der TiD und 87% der Türken).“[25]

3) Im Einklang mit den islamisch-patriarchalischen Grundnormen und nach den Bestimmungen der Scharia gehören die Kinder aus einer geschiedenen Ehe – abgesehen von seltenen Ausnahmen – grundsätzlich immer dem Vater/Mann bzw. seiner Familie.

4) Befestigt wird die islamische Ungleichstellung der Geschlechter auch im Rahmen der rituellen Handlungen. So ist es den Frauen verboten, am Trauerzug teilzunehmen und die Gräber zu besuchen gemäß des überlieferten Prophetenworts „Gott verdamme die Frauen, welche die Gräber besuchen“[26]. Ebenso ist die Moschee ein Ort der grundrechtswidrigen Geschlechtertrennung. „Bei einem Gebet, welches in der Gemeinschaft, also z.B. in der Moschee, verrichtet wird, beten die Frauen gewöhnlich entweder hinter den Männern oder auf einer Frauenempore getrennt von den Männern. Beim Gebet als einer gottesdienstlichen Handlung soll sich der Betende voll darauf konzentrieren können. Würden Männer und Frauen gemischt beten, ist diese Voraussetzung nicht mehr erfüllt, da die Ablenkung beiderseits zu groß ist“ – hieß es zum Beispiel auf der Homepage des Islamischen Zentrums München.[27]

Die Verknüpfung von a) rigider Geschlechtertrennung, b) Verteufelung vorehelicher Verliebtheit und Sexualbeziehungen als strafwürdige Unzucht, c) religiöser und heiratsökonomischer Fetischisierung der Jungfräulichkeit und d) unfreiwilliger Eheschließung zu einer repressiv-antihumanistischen Sittlichkeit erzeugt auf der Bewusstseins- und Verhaltensebene der Unterworfenen ein ganzes Bündel von deformierenden Tendenzen:

1) Hervorzuheben ist hier zunächst die elementare Zersetzung und Verformung natürlicher Geschlechtlichkeit, indem unfreiwillig Verheiratete, die sich nicht eigenständig aufgrund wechselseitiger Anziehung verbunden haben, und von denen zumindest die (Jung-)Frau über keinerlei voreheliche Erfahrungen verfügt/verfügen darf[28], zunächst in der Hochzeitsnacht die Entjungferung nachweisen (Zeigen des Hochzeitslakens) und danach möglichst bald Kinder, bevorzugt Söhne, in die Welt setzen sollen. Das damit grundgelegte sexuelle Elend wird dadurch abgerundet, dass nach vorherrschender orthodox-islamischer und sozialisatorisch vermittelter Auffassung der Geschlechtsverkehr nicht dem Lustprinzip der Frau, sondern einzig und allein der Befriedigung des männlichen Triebes zu dienen habe.

2) Da natürlich der Zwang zur Jungfräulichkeit – gerade bei zugewanderten muslimischen Mädchen – nicht immer von Erfolg gekrönt wird, steigt die spezielle medizinische Nachfrage nach der Wiederherstellung der Jungfräulichkeit unter jungen Frauen, die zumeist zugewanderten Familien aus der Türkei, arabischen Ländern, dem Balkan oder dem Iran entstammen. In einem Artikel der „Ärzte Zeitung online“ von 21. Januar 2010 hieß es dazu: „Es gebe Fälle, in denen die Wiederherstellung des Hymens die einzige Option sei, die Gesundheit oder gar das Leben der betroffenen Frauen zu schützen, sagt Sybille Schreiber von Terre des Femmes. Prinzipiell lehne die Menschenrechtsorganisation die Hymenorrhaphie jedoch ab. Gemeinsam mit ‚Balance‘ und dem Berliner Landesverband von pro familia hat Schreiber ein Positionspapier zu dem Thema erarbeitet. ‚Die gesellschaftliche Bedeutung der Jungfräulichkeit wird häufig dafür verwendet, Frauen ihre sexuelle Selbstbestimmung zu verweigern und sie in ihrer Lebensführung einzuschränken‘, heißt es darin. (…) Dass die Nachfrage da ist, beweisen Angebote wie die einer Klinik für Plastische Chirurgie, die die Kosten für eine Hymenrekonstruktion auf ihrer Homepage mit 2100 Euro angibt. ‚Für nur 24,95 Euro (inklusive Versandkosten) retten Sie ihre Ehre und verlieren ihren großen psychischen Druck‘ wirbt dagegen ein Unternehmer auf seiner Webseite für ein ‚künstliches Jungfernhäutchen mit Kunstblut‘.“[29]

3) Bislang noch weitgehend mit einem Tabu belegt ist der Tatbestand, dass eine Vielzahl von unfreiwilligen islamischen Ehen unter Blutsverwandten geschlossen wird. So haben fast alle der von Toprak (2007) portraitierten jungen muslimischen Männer weibliche Verwandte/Cousinen geheiratet[30]. Zwar liegen bislang noch keine genauen Zahlen vor. Aber es gibt Hinweise auf einen hohen Verbreitungsgrad von Verwandtenehen aus den Herkunftsregionen von Zuwanderern aus dem Nahen Osten und der Türkei. Dort werden, je nach Landstrich, 20 bis 30 Prozent der Ehen innerhalb der Familie arrangiert. „In Deutschland“, so der SPIEGEL (36/2009, S. 52), „deuten Einzeluntersuchungen von genetischen Beratungsstellen und türkischen Kinderärzten auf eine besorgniserregend hohe Zahl von arrangierten Ehen unter Verwandten hin“. Berliner Spezialisten für Pränataldiagnostik stellten bei 500 Verwandtenehen 35 schwere Krankheitsfälle fest. Bei Verwandtenehen über mehrere Generationen steige das Risiko, ein behindertes Kind zu bekommen, deutlich an. Wie tief die Tradition von Verwandtenehen auf dem anatolischen Land verbreitet ist, zeigen folgende Sprichwörter: „Gute Mädchen heiraten Verwandte, schlechte Mädchen gibt man Fremden.“ Und: „Mein Sohn ist verloren, wenn er eine Fremde heiratet“. Die junge Sozialwissenschaftlerin Yadiaroglu, die im Ruhrgebiet eine Aufklärungskampagne gegen die Eheschließung unter Verwandten gestartet hatte, stieß auf große Abwehr seitens der orthodoxen Muslime „In manchen Moscheevereine komme ich nicht einmal durch die Tür rein“. ‚So etwas‘ sei unerwünscht, wurde ihr aus der Gemeinde der Vorzeige-Großmoschee aus Duisburg-Marxloh entgegengehalten. Sie solle aufhören, Migranten zu stigmatisieren und das eigene Nest zu beschmutzen, hieß es weiter in den sorgsam einstudierten Abwehrfloskeln der Islamvertreter. Auch beim damaligen NRW-Integrationsminister Armin Laschet biss Yadiaroglu – wenig überraschend – auf Granit.

4) Während die unfreiwillige Eheschließung zwischen Blutsverwandten vielfach praktizierte Tradition ist, erlaubt der orthodoxe Islam im Grunde keine Lebensform außerhalb der Ehe. Ein Lebensentwurf, in dem zum Beispiel eine Frau ökonomisch-existenziell auf eigenen Beinen steht und für sich selbst sorgt, ist der orthodox-islamischen Mehrheitskultur nicht nur fremd, sondern anstößig und verachtenswert. Darüber hinaus gilt Kinderlosigkeit als Schande bzw. als Übel und scheidet deshalb als bewusst gewollte Option aus. Ein frisch verheiratetes Paar steht vielmehr unter enormen Druck der Eltern, ein Kind zu bekommen. Insbesondere soll mindestens das zweite Kind ein Sohn/Stammhalter/späterer Versorger sein. Uneheliche Kinder sind ehrenrührig und deshalb unerwünscht. Um die Tochter im Interesse der Familienehre als Jungfrau verheiraten zu können, sind die Eltern gemäß der kulturinternen Gegebenheiten an einem möglichst frühen Heiratsalter der Mädchen interessiert. Andererseits werden junge Männer erst mit der Heirat als vollwertig akzeptiert und müssen bis zur Verheiratung, unabhängig von ihrem Alter, bei den Eltern wohnen. Zwar dürfen die Jungen – im diametralen Gegensatz zu den Mädchen – ab der Pubertät ihre Freizeit unreglementiert verbringen, Freundinnen haben und sexuelle Erfahrungen sammeln, d.h. vor der Einnahme der Position des patriarchalischen Familienoberhauptes ein Macho-Moratorium ausleben. Aber im Alter von ca. 20 Jahren wird auf sie Druck im Sinne der nunmehr anstehenden Eheschließung ausgeübt.

Generell ist die islamische Sozialisation des männlichen Kindes durch einen eigentümlichen Widerspruch zwischen

  1. a) autoritärer Gehorsamshaltung gegenüber dem Vater einerseits und
  2. b) einer – unter dieser eingehaltenen Prämisse – in Schutz nehmenden Großzügigkeit und Nachsicht gegenüber Fehlverhalten andererseits gekennzeichnet. (Fatale Kombination aus Autoritarismus und Laisser-Faire)[31]. „In der Adoleszenz bis zum Erwachsenenalter werden die Jungen wie kleine Kinder behandelt, sie tragen für ihr Verhalten selten Verantwortung und erst ab einem bestimmten Alter müssen sie auf ‚Knopfdruck‘ erwachsen werden“ (Toprak 2007, S. 111). D.h. sie sollen auf einmal eine Familie mit einer zugewiesenen Ehefrau gründen.

Summa summarum zeigt sich, dass das gesamte islamische Normengebäude und somit auch die orthodox-muslimische Gedanken- und Vorstellungswelt tief und umfassend durchdrungen ist von einem vielschichtigen Negativbild der Frau. Auf dieser Grundlage findet dann auch eine sich stets wiederholende Anerziehung des männlich-patriarchalischen Überlegenheitsgefühls gegenüber der Frau statt, die einen Grundzug der islamisch geprägten Sozialisation bildet.

III. Kinderheirat, Polygamie und Beschneidung im Rahmen des islamischen Normensystems

Wie Lewis (2001, S. 90) anmerkt, „blieben in den meisten muslimischen Ländern Polygamie, Kinderheirat und Scheidung durch Verstoßung gesetzlich und häufig sozial zulässig. Polygamie und Kinderheirat, beide vom Schah abgeschafft, wurden von der Islamischen Republik im Iran wieder eingeführt.“

Aufgrund der im orthodoxen Islam absolut und ewig gültigen Vorbildhaftigkeit des Handelns des Propheten Mohammeds gilt nämlich auch Folgendes als nachahmenswerte und legitime Praxis. Als Mohammed seine dritte und jüngste Frau; Aischa bint Abi Bakr, Tochter von Abu Bakr, des späteren Kalifen und unmittelbaren Nachfolgers Mohammeds, heiratete, soll diese der überlieferten Legende nach zum Zeitpunkt des Eheschließungsvertrages sechs und beim Vollzug der Ehe neun Jahre alt gewesen sein. Die Umgangssprache hält für die Bezeichnung dieser modellsetzenden Praxis nun so manche Vokabeln bereit. De facto jedenfalls handelt es sich hierbei nach heute gültigen rechtlichen Bewertungsmaßstäben außerhalb der islamischen Herrschaftskultur um sexuellen Missbrauch von Kindern gemäß § 176 StGB (1): „Wer sexuelle Handlungen an einer Person unter vierzehn Jahren (Kind) vornimmt oder an sich von dem Kind vornehmen lässt, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft.“

Die Umsetzung dieser Sunna hat nun verheerende Konsequenzen: So werden nach wie vor in weiten Teilen des islamischen Herrschaftsraumes, besonders im Nahen Osten, in Schwarzafrika und in Südasien, millionenfach minderjährige Mädchen zwangsverheiratet – was weit schlimmer ist als die schlimmste Schmähung des Propheten. Negativ herausragend scheint auch in dieser Hinsicht die iranische Gottesdiktatur zu sein.

„Zwischen 2000 und 2011 waren schätzungsweise 34 Prozent der 20- bis 24-jährigen Frauen in Entwicklungsländern verheiratet oder in einer festen Partnerschaft, bevor sie 18 Jahre alt waren – schätzungsweise zwölf Prozent von ihnen sogar schon in einem Alter unter 15 Jahren“ (Weltbevölkerungsbericht 2014[32], S. 18). „Die Länder mit dem höchsten Anteil an Kinderbräuten sind auch jene, die weltweit die höchsten Geburtsraten haben: Frauen im Niger gebären der Weltbank zufolge im Schnitt 7,3 Kinder, im Tschad, in Somalia und in Mali sind es sechs.“[33]

Auch in der Türkei sind Heiraten von Minderjährigen weit verbreitet. Nach einem Bericht des Europarats von 2018 sind auf dem Land ein Drittel aller Frauen vor dem 18. Lebensjahr verheiratet worden[34]. In einer Studie zu Kinderehen in der Türkei wurde auch festgestellt, dass ein Viertel der befragten Mädchen Verwandte geheiratet haben.

Im Zuge der Masseneinwanderung aus islamischen und afrikanischen Ländern 2015/2016 ist die Zahl der Kinderehen in Deutschland deutlich angestiegen. Insgesamt waren Mitte 2016 1.475 Minderjährige als verheiratet registriert; darunter 361 ausländische Kinder unter 14 Jahren.

Im Koran wird die altarabische Polygamie oder präziser Polygynie („Vielweiberei“) zugleich übernommen und auf die Ehe mit vier Frauen eingeschränkt. „Und wenn ihr fürchtet, in Sachen der (eurer Obhut anvertrauten weiblichen) Waisen nicht recht zu tun, dann heiratet, was euch an Frauen gut ansteht (?) (oder: beliebt?), (ein jeder) zwei, drei oder vier. Wenn ihr aber fürchtet, (so viele) nicht gerecht zu (be)handeln, dann (nur) eine, oder was ihr (an Sklavinnen) besitzt. So könnt ihr am ehesten vermeiden, unrecht zu tun.“ (Sure 4, 3; Der Koran, Paret)

Zu betonen ist, dass Polygamie bzw. Doppel- oder Vielehe gegen § 172 des deutschen Strafgesetzbuches (StGB) verstößt: „Wer eine Ehe schließt, obwohl er verheiratet ist, oder wer mit einem Verheirateten eine Ehe schließt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“

Im Gegensatz hierzu werden aber im Ausland eingegangene polygame Eheverhältnisse zwischen Muslimen von deutschen Gerichten anerkannt und insbesondere in scheidungs- und versorgungsrechtlichen Fragen positiv berücksichtigt. Das gilt ebenso für die Übernahme der Frauen diskriminierenden erbrechtlichen Bestimmungen der Scharia[35].

„Nach den Beobachtungen von Claus Röchert, Leiter der AG Integration und Migration der Berliner Polizeidirektion 5, ist die Vielehe in der ‚arabischen Community ein gängiges Phänomen, insbesondere unter Libanesen und Palästinensern‘. Der palästinensische Betreuer junger Straftäter, Nader Khalil, nimmt an, dass 20 Prozent von seinen Freunden in Berlin eine Zweitfrau haben. Der libanesische Familienhelfer Abed Chaaban in Neukölln schätzt, dass 30 Prozent aller arabischstämmigen Männer in Berlin mit zwei Frauen verheiratet sind – mit einer staatlich, mit der anderen islamisch.“[36]

Dabei fungiert der deutsche Staat mit seiner aktuellen Rechtsarchitektur in zweifacher Hinsicht als struktureller Komplize bzw. gewährleistender Förderer der islamischen Polygamie: Zum einen wurde 2009 mit der erfüllungspolitischen Änderung des Personenstandsrechts der Vorrang der staatlich-säkularen vor der religiösen Trauung („Imamehe“) aufgehoben. Damit können jetzt religiöse Eheschließungen vor der standesamtlichen Trauung vollzogen werden. „Wäre es umgekehrt, könnten religiöse Ehen erst nach standesamtlichen geschlossen werden. Dabei könnte dann mithilfe des Personenstandsregisters sehr schnell entdeckt werden, wer schon verheiratet ist und wer nicht.“[37] Eng verknüpft mit dieser Erleichterung der Verschleierung von islamischer Polygamie ist zum anderen die Übernahme der Unterhaltskosten der gesetzwidrigen polygamen Lebensverhältnisse durch das deutsche Sozialtransfersystem. „Während es in arabischen Ländern selbstverständlich ist, dass Männer für den Unterhalt einer Zweit- oder Drittfrau aufkommen und sich deshalb nur Reiche diesen Luxus leisten können, übernehmen das in Deutschland die Jobcenter, sodass auch Arbeitslose der Vielweiberei frönen können.“[38]

Die kulturhistorisch vorgängige bzw. überlieferte Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung (Beschneidung) wurde vom orthodoxen Islam übernommen, d. h. – je nach Auffassung der vier Rechtsschulen – entweder zur Pflicht erhoben oder zumindest empfohlen, also letztendlich positiv sanktioniert. Während die Beschneidung im Koran nicht erwähnt wird, heißt es dazu in einer autorisierten Gesetzessammlung der Scharia:

„Die Beschneidung ist obligatorisch (für Männer und Frauen). Für Männer besteht sie daraus, die Vorhaut des Penis und für Frauen, die Vorhaut der Klitoris zu entfernen (nicht die Klitoris selbst, wie manche fälschlicherweise behaupten). (Hanbalis war der Ansicht, die Beschneidung der Frauen sei nicht obligatorisch aber Sunna (= Hier: Gesetz, dessen Befolgung empfohlen wird), während Hanafi der Meinung ist, sie sei eher Höflichkeit dem Ehemann gegenüber.)“[39]

Insgesamt ist von folgendem Einstellungsbild der vier islamischen Rechtsschulen auszugehen:

  1. a) Die Malikiten empfehlen die Beschneidung als vorbildhafte Prophetentradition.
  2. b) Die gleiche Auffassung vertreten die Hanbaliten (s.o.).
  3. c) Die Hanafiten sehen in der Beschneidung eine lediglich „ehrenhafte“ und freiwillige Tat, deren Unterlassung nicht bestraft wird (s.o.)
  4. d) Die Schafiiten halten die Beschneidung für eine religiöse Pflicht.

Die Ursache für die Positionsdifferenzen zwischen den islamischen Rechtsschulen dürfte in dem Sachverhalt begründet sein, dass die folgende Überlieferung, nach der sich der Prophet Mohammed für eine „gemäßigte“ Form der Beschneidung ausgesprochen habe, hinsichtlich ihrer Authentizität als umstritten gilt. So habe der Prophet auf die Frage einer Beschneiderin von Sklavinnen, ob er ihr tun verbiete oder erlaube, geantwortet:

„Aber ja, es ist erlaubt. Komm näher, damit ich dich unterweisen kann: Wenn du schneidest, übertreibe nicht (la tanhaki), denn es macht das Gesicht strahlender (ashraq) und es ist angenehmer (ahza) für den Ehemann“[40].

Grundsätzlich ist jedenfalls davon auszugehen, dass die zunächst präislamisch-regionale Praxis der Beschneidung vermittels des Islam – als imperiale Eroberungsideologie – auf andere Regionen wie Teile des Nahen Ostens (Irak, Palästina) und Asiens (Indonesien, Malaysia) übertragen wurde.

Zwar gab es in den letzten Jahren eine Ächtung der Mädchen- und Frauenbeschneidung in Form einiger islamischer Rechtsgutachten (Fatwas). Aber dennoch ist diese Praxis trotz offizieller Verbote nach wie vor weit verbreitet[41].

Nach Schätzungen von UNICEF werden weltweit jährlich ca. zwei Millionen Mädchen beschnitten. . Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass weltweit 200 Millionen beschnittene Mädchen und Frauen leben.

Via Migrationsimport hat diese barbarische Praxis auch Eingang nach Europa gefunden. Nach einer Studie des Bundesfamilienministeriums zur Ausbreitung der weiblichen Genitalverstümmelung leben in Deutschland über 47.000 Opfer dieser Unsitte. Dabei stammten die meisten der Betroffenen aus Eritrea, Irak, Somalia, Ägypten und Äthiopien. Im Rahmen der unregulierten Masseneinwanderung seit 2014 ist die Zahl der betroffenen Mädchen und Frauen von Ende 2014 bis Mitte 2016 um knapp 30 Prozent gestiegen[42].

 

Fazit

Statt realitätswidriger Verharmlosung und islamophiler Legendenbildung sollte seitens der deutschen Mehrheitsgesellschaft ein klarer und offensiver säkular-demokratischer Grundkonsens erarbeitet und artikuliert werden, der den Muslimen in Politik, Medien, Schulen, Gerichten etc. unmissverständlich und deutlich erklärt:

„Deutschland ist kein islamisches Land und will auch keins werden. (Weder normativ noch kultursymbolisch.) Wir dulden hierzulande nur eine grundrechtskonforme Praxis und Lebensweise. Einen Prozess der Islamisierung ‚auf leisen Sohlen‘ werden wir nicht zulassen. Die Zeit der Verwechselung von Toleranz und Ignoranz ist vorbei.“

Es ist begründet zu bezweifeln, dass die Autoren des Grundgesetzes a) die herrschaftskulturelle Gesamtproblematik des Islam überblickt sowie b) den untrennbaren Zusammenhang zwischen islamischer Glaubensüberzeugung und normativem Handeln als überzeugungsgerechten Glaubensbeweis gesehen oder c) zum Beispiel die multiple islamspezifische Verletzung der Freiheit der Person (Artikel 2 Grundgesetz) bei der Formulierung von Artikel 4 überhaupt reflektiert haben. Zudem dürften sie nicht das gesellschaftlich-rechtliche Problem der Massenzuwanderung islamisch sozialisierter Menschen antizipiert und in seiner vielschichtigen Auswirkungsbandbreite bedacht haben.

Je höher die (ohnehin schon zu große) Zahl von streng gläubigen Muslimen mit ihren grund- und menschenrechtsfeindlichen Einstellungen ist, desto stärker wird der bereits brüchig gewordene soziale und kulturelle Zusammenhalt zersetzt und der gesellschaftliche Frieden bedroht.

Anhang

Die islamische Rechtfertigung der Ungleichstellung der Frau nach al-Ghazali

Der einflussreiche islamische Theologe und Philosoph al-Ghazali (1058-1111) listet in seinem Werk „Ratgeber für Könige“ 18 Punkte auf, die aus orthodox-islamischer Sicht für die Minderwertigkeit der Frau sprechen und ihre Benachteiligung rechtfertigen:

„Der berühmte Theologie und Philosoph al-Ghazali (1058-1111) kommentiert in seinem Werk ‚Nasihat al-Muluk‘ (Ratgeber für Könige) Sure 4, 34, welcher die Vorherrschaft des Mannes über die Frau erklärt; er führt dabei achtzehn Punkte auf, die für die Inferiorität der Frau sprechen und ihre Benachteiligung rechtfertigen sollen: ‚Allah, er sei gepriesen, strafte die Frauen mit achtzehn Dingen: 1. der Menstruation, 2. der Geburt, 3. der Trennung von ihren Eltern und der Ehe mit einem Fremden, 4. der Schwangerschaft, 5. der Unfähigkeit, sich selbst zu beherrschen, 6. einem geringeren Erbteil, 7. ihrem Los, verstoßen werden zu können, und ihrem Unvermögen, selbst die Scheidung auszusprechen, 8. dem gesetzlich verbürgten Recht der Männer, vier Frauen zu nehmen, während sie selbst nur einen Gatten haben dürfen, 9. ihrer Einsperrung ins Haus, 10. dem Gebot, auch innerhalb des Hauses ihren Kopf zu bedecken, 11. dem Umstand, daß das Zeugnis von zwei Frauen so viel zählt wie das eines einzigen Mannes, 12. dem Gebot, daß sie das Haus nur in Begleitung eines nahen Angehörigen verlassen darf, 13. dem Umstand, daß nur Männer am Freitagsgebet und den Gebeten während der Fastenzeit teilnehmen dürfen, 14. dem Ausschluß von Regierungs- und Richteramt, 15. dem Umstand, daß nur eine von tausend verdienstvollen Taten Frauen zu verdanken ist, 999 dagegen Männern, 16. dem Umstand, daß Frauen aufgrund ihrer Lasterhaftigkeit am Tage der Auferstehung nur halb soviel Qualen leiden müssen wie der Rest der Gemeinde [gemeint ist, daß sie von Gott aufgrund ihrer Schlechtigkeit – was also gegen sie spricht – eine Art pauschalen Strafnachlaß bekommen], 17. dem Gebot, daß die Frau nach dem Tod ihres Gatten eine Wartefrist von vier Monaten und zehn Tagen einhalten muß, bevor sie wieder heiratet, 18. dem Gebot, daß sie im Fall der vom Ehemann ausgesprochenen Scheidung eine Wartezeit von drei Monaten bzw. drei Menstruationszyklen abwarten muß, bevor die Ehegemeinschaft wieder aufgenommen werden kann‘“ (Gopal 2006, S. 279f.)

Literaturverzeichnis

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Ayubi, Nazih: Politischer Islam. Religion und Politik in der arabischen Welt. Freiburg 2002.

Cook, Michael: Der Koran. Eine kleine Einführung. Stuttgart 2009.

Gopal, Jaya: Gabriels Einflüsterungen. Eine historisch-kritische Bestandsaufnahme des Islam. 2. erweiterte Auflage Freiburg 2006.

Der Hadith Band III: Ehe und Familie/Soziale Beziehungen/Einsatz für die Sache des Islams
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Juergensmeyer, Mark: Die Globalisierung religiöser Gewalt. Von christlichen Milizen bis al-Qaida. Hamburg 2009.

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Der Koran. Übersetzung von Rudi Paret. 10. Auflage. Stuttgart 2007.

Krauss, Hartmut: Islam, Islamismus, muslimische Gegengesellschaft. Eine kritische Bestandsaufnahme. Osnabrück 2008.

Krauss, Hartmut: Der Islam als grund- und menschenrechtswidrige Weltanschauung. Ein analytischer Leitfaden. Osnabrück 2013.

Lewis, Bernhard: Der Atem Allahs. Die islamische Welt und der Westen – Kampf der der Kulturen? München 2001.

Liljeberg Research International: Presseinformation. Erste Internationale Vergleichsstudie zur Wertewelt der Deutschen, Deutsch-Türken und Türken. November 2009. https://de.scribd.com/document/22891049/Erste-Internationale-Studie-Zur-Wertewelt-Der-Deutschen-Deutsch-Tuerken-www-infogmbh-de

Oberwittler, Dietrich; Kasselt, Julia: Ehrenmorde in Deutschland 1996-2005. Eine Untersuchung auf der Basis von Prozessakten. Herausgegeben vom Bundeskriminalamt (BKA) Kriminalistisches Institut. Köln 2011.

http://www.bka.de/nn_193908/DE/Publikationen/Publikationsreihen/Inhaltsverzeichnis/01PolizeiUndForschung/01PolizeiUndForschung__node.html?__nnn=true

Schirrmacher, Christine; Spuler-Stegemann, Ursula: Frauen und die Scharia. Die Menschenrechte im Islam. Kreuzlingen/München 2004.

Toprak, Ahmet: Das schwache Geschlecht – die türkischen Männer. Zwangsheirat, häusliche Gewalt, Doppelmoral der Ehre. 2. Auflage. Freiburg im Breisgau 2007.

Warraq, Ibn: Warum ich kein Muslim bin. Berlin 2004.

[1] Überarbeiteter und ergänzter Vortrag auf der Tagesveranstaltung der „INITIATIVE AN DER BASIS mit Migranten & Flüchtlingen“ am 7. April 2019 in Berlin.

[2] Vgl. hierzu ausführlich: Krauss 2008 und 2013.

[3] Ich stimme Smith und Juergensmeyer zu, die der Auffassung sind, dass man das Substantiv Religion (als Bezeichnung für eine nur behauptete/fiktive, aber weder objektiv noch intersubjektiv rational fassbare Gegebenheit) aus unserem Vokabular streichen und stattdessen nur noch das Adjektiv „religiös“ verwenden sollte (Juergensmeyer 2009, S. 47).

[4] Zwar gibt es unterschiedliche Erscheinungsvarianten des Islam wie den sunnitischen und schiitischen Islam mit unterschiedlichen Rechtsschulen. Aber in ihrem beurteilungslogisch relevanten Kernbestand, wie er im Koran, der Hadithsammlung, den islamischen Rechtstexten etc. als „allgemein-übergreifendes“ objektives Bedeutungssystem vorliegt, sind diese Varianten normativ-inhaltlich letztendlich hochkonvergent. Das gilt insbesondere für die entscheidenden Kernfragen: Verhältnis Muslime/Ungläubige; Männer und Frauen/Geschlechtertrennung; Laizität; Weltanschauungsfreiheit; negative Religionsfreiheit; Umgang mit Homosexualität; feindselige Einstellung zu Juden, Christen und Atheisten; Djihad-Prinzip; Heiratsregeln; Partnerwahl.

[5] Vgl. http://www.pewglobal.org/2016/04/27/the-divide-over-islam-and-national-laws-in-the-muslim-world/ und http://www.gam-online.de/text-Islam%20im%20Kopf.html

[6] Zur Rangabstufung der „Ungläubigen“ siehe Koran, Sure 5 Vers 82: „Du wirst sicher finden, daß diejenigen Menschen, die sich den Gläubigen gegenüber am meisten feindlich zeigen, die Juden und die Heiden sind.“

[7] „D.h., brecht den Verkehr mit ihnen ab.“ Anmerkung des Übersetzers in: Der Koran 1984, S. 102.

[8] Keiner von ihnen stellt das Grundprinzip in Frage. Vgl. Cook 2009, S. 58.

[9] Dem Säulenheiligen des schiitischen Islam, Alī ibn Abī Tālib, vierter Kalif, Schwiegersohn und Vetter Mohammeds, wird folgender Spruch zugeschrieben: „Die Frau ist insgesamt ein Übel, und das Schlimmste ist, daß man sie braucht!“(zit. nach Warraq 2004, S. 406).

[10] Entsprechend dominieren in der islamisch bestimmten Herrschaftskultur scham-bezogene Werte und eine diesbezügliche ‚Konventionsmoral‘(die Angst, in der Öffentlichkeit negativ aufzufallen) gegenüber schuld-bezogenen Werten, die den Vorrang individueller Verantwortung betonen.

[11] Der Hadith, Bd. III, S. 44, Nr. 3020.

[12] Zit. n. Arsel 2012, S. 24.

[13] http://www.neinens.de/scharia.htm

[14] „Durch diese Aussage waren die Muslime, die stets bemüht sind, sich am Vorbild Mohammeds zu orientieren, sozusagen ‚genötigt‘, sich mit Jungfrauen zu verheiraten bzw. hatten mit der Vorbildfunktion Mohammeds eine gute Ausrede dafür, wenn sie Mädchen im Kindesalter heirateten“ (Arsel 2012, S. 75).

[15] Liljeberg Research International 2012, S. 71.

[16] Der Hadith, Bd. III. S. 45, Nr. 3025.

[17] Zur Statistik der Ehrenmorde in Deutschland vgl. die Internetseite http://www.ehrenmord.de/doku/doku.php

[18] http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31712/1.html

[19] Vgl. Krauss 2011. http://www.gam-online.de/text-Zwangsverheiratung%20zwischen.html

[20] http://www.mwm-vermittlung.de/BdSPD4.pdf

[21] Allerdings gilt nach einem Hadtith folgende Einschränkung: „Gott der Erhabene sagte: ‚Und heiratet keine heidnischen Frauen, bevor sie gläubig werden‘“(Al-Buhari 1991, S. 335)

[22] Die Scharia besagt in offenherziger Passiv-Form: „… noch ist es erlaubt oder gültig für eine muslimische Frau, an jemand anders als an einen Muslim verheiratet zu werden.“ „(Einer Muslimin, die im Exil einen Nicht-Muslimen heiratet, droht bei der Ausschaffung in ein fundamentalistisch regiertes Land die Steinigung, da ihre Ehe mit dem Nicht-Muslim ungültig ist und sie folglich Unzucht begangen hat.)“ http://ncwdi.igc.org/html/shariavfc.html

[23] Dass auch der Katholizismus als feudal-mittelalterlich geprägte religiöse Herrschaftsideologie ‚Mischehen‘ verbietet, ermäßigt nicht die Kritik am normativ erheblich geringer gebändigten Islam.

[24] Nach einer Überlieferung soll der Prophet gesagt haben: „Vier Kriterien sind für die Entscheidung ausschlaggebend, eine Frau zu heiraten: Ihr Vermögen, das Ansehen ihrer Familie, ihre Schönheit und ihre Frömmigkeit. Wähle die fromme Frau! Im anderen Fall könntest Du Schaden nehmen“ (Al-Buhari 1991, S. 333).

[25] http://www.gam-online.de/text-islam%20und%20muslime.html

[26] http://www.islamheute.ch/Bestattungsregeln.htm; siehe auch: https://islamqa.info/ge/answers/8198/das-urteil-daruber-dass-frauen-graber-besuchen und https://islamfatwa.de/soziale-angelegenheiten/161-gesellschaft-aktuelles/sonstiges-speziell-fuer-frauen/1011-darf-frau-totengebet-verrichten-am-trauerzug-teilnehmen-oder-graeber-besuchen

[27] http://www.islamisches-zentrum-muenchen.de/html/islam_-_frau_und_familie.html#19

[28] Die „arrangierten“ muslimischen Ehemänner, sofern sie der westlichen Diaspora entstammen, verfügen oftmals zwar über sexuelle Erfahrungen mit Prostituierten oder mit Nichtmusliminnen, die wegen ihres unislamischen Lebensstils wie „Nutten“ angesehen werden. (Auch in Deutschland aufgewachsene Musliminnen/Türkinnen werden als „verdorben“ bewertet.) Freie und partnerschaftliche Beziehungs- und Sexualerfahrungen liegen aber auch in diesem Falle nicht vor.

[29] http://www.aerztezeitung.de/panorama/article/558441/hilfe-naeht-jungfernhaeutchen.html

[30] „Die Heirat unter Verwandten auf dem Land wird deshalb gefördert, weil die Frau als ökonomisch wertvolle Arbeitskraft den Haushalt der Verwandten und nicht eine ‚fremde‘ Familie stärken soll“ (Toprak 2007, S. 73)

[31] Häufen sich Disziplinlosigkeiten, werden folgende „Reifemaßnahmen“ ergriffen: Militärdienst in der Türkei; Heirat und anschließende Vaterschaft.

[32] https://www.dsw.org/wp-content/uploads/2016/08/Weltbevoelkerungsbericht_2014.pdf

[33] www.t-online.de/nachrichten/panorama/menschen-schicksale/id_83514820/ehefrau-mit-13-jahren-ich-habe-angst-schwanger-zu-werden-.html

[34] http://www.spiegel.de/politik/ausland/tuerkei-europarat-verurteilt-gewalt-gegen-frauen-und-kinderehen-a-1233238.html

[35] So „teilte das Amtsgericht einer Münchnerin nach dem Tod ihres aus dem Iran stammenden Mannes mit, dass ihr anstelle des Alleinerbes nur ein Viertel des Erbes zustehe. Die übrigen Dreiviertel gingen an Verwandte des Mannes in Teheran. Auch hier trat ausländisches Recht in Kraft: Stirbt ein Ehepartner, der keinen deutschen Pass besitzt, gilt das Erbrecht seines Herkunftslandes, in diesem Fall das iranisch-islamische Recht.“

http://www.welt.de/politik/deutschland/article13845521/Scharia-haelt-Einzug-in-deutsche-Gerichtssaele.html

[36] http://www.welt.de/politik/deutschland/article109544417/Polygamie-in-der-Migranten-Parallelgesellschaft.html

[37] http://www.welt.de/politik/deutschland/article109544417/Polygamie-in-der-Migranten-Parallelgesellschaft.html

[38] http://www.welt.de/politik/deutschland/article109544417/Polygamie-in-der-Migranten-Parallelgesellschaft.html

„Die Ohnmacht der Jobcenter gegenüber Mehrehen hat zwei Ursachen. Imam-Ehen haben, erstens, nach unseren Gesetzen keine rechtliche Bedeutung. Und zweitens tricksen die nur religiös verheirateten Zweit- oder Drittfrauen beim Jobcenter: Sie geben sich als Alleinerziehende aus und geben vor, den Vater nicht zu kennen – was ihnen den zusätzlichen Vorteil bringt, noch einen Alleinerziehendenzuschlag zu erzielen.“ (Siehe den zuvor angegebenen Link.)

[39] http://www.neinens.de/scharia.htm

[40] http://de.wikipedia.org/wiki/Beschneidung_weiblicher_Genitalien

Bei Khoury (Der Hadith, Bd. III, 3639, S. 180, 2009) heißt es: „Eine Frau pflegte in Medina die Beschneidung vorzunehmen. Da sagte der Prophet zu ihr: Schneide nicht zu viel. Das ist der Frau genehmer und dem Gatten lieber.“

[41] Ob das anerkennenswerte Engagement von Rüdiger Nehberg und Annette Weber nachhaltigen Einfluss erlangen wird, islamische Geistliche zur Verurteilung der weiblichen Genitalverstümmelung aufzufordern, ist noch nicht abzusehen. https://www.presseportal.ch/de/nr/100009652

Es gibt jedenfalls glaubhafte Hinweise und Aussagen dahingehend, dass die Tradition der weiblichen Genitalverstümmelung zum Bespiel in Äthiopien in der Bevölkerung so fest verankert ist, dass feierliche Erklärungen hier keine Abhilfe schaffen können.

[42] https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/72874/Genitalverstuemmelung-Mehr-als-47-000-Opfer-allein-in-Deutschland

Christine G., Lehrerin in einer Berufsschule – meine Erfahrungen

Christine G.,  Teil von unserer Initiatve an der Basis, studierte nach dem Abitur Arabisch an den Universitäten in Amman und Tunis und ist seit 2009 im Lehramt an beruflichen Schulen in speziellen Sprachförderklassen und Klassen mit hohem Migrantenanteil tätig.

Wir an der Basis – meine Erfahrungen mit Menschen, die noch nicht lange in Deutschland sind.

Urlaub vom Asyl

EDV-Unterricht. Afghanen unterhalten sich über mögliche Reiserouten und recherchieren Flüge für Heimaturlaube.

Jeside kommt braungebrannt, gutgelaunt und sichtlich erholt aus dem Irak-Urlaub zurück. (Später wird er wegen Diebstahl entlassen)

Afghane trifft sich mit Familie in der Türkei.

Frauen

Muslimas aus dem Vorderen Orient gibt es sehr selten bei uns. Überhaupt sind Frauen in der Minderzahl. Kommen eher vom Balkan, aus Afrika oder Asien.

Sehr netter, kluger und für andere engagierter afghanischer Bauunternehmer (in seiner Familienfirma hat er die Geschäfte geführt und Buchhaltung gemacht, in Deutschland hat er die Verkäuferprüfung mit 1 abgelegt, hat aber jetzt Angst vor der Einzelhändlerprüfung) wurde von Taliban bedroht und ist mit Familie dramatisch geflohen. Er wünscht sich, dass er mehrere Frauen heiraten kann, um ihnen aus dem Land zu helfen. Hat kein Asyl erhalten.

Seine Frau kommt durch den Deutschkurs zum ersten Mal außer Haus. Er fährt sie zu der anderen Frau (keine Deutsche), die sie dort kennen gelernt hat, damit sie einmal andere Leute sieht. Der Kurs fällt ihr unheimlich schwer.

Sie ist immer im Haus, kauft nicht ein, holt die Kinder nicht ab, bringt sie nicht zum Arzt. Es ist für sie unvorstellbar, ein öffentliches Verkehrsmittel zu nutzen oder Auto zu fahren.

Afrikanerin krank vor Heimweh und Sehnsucht nach ihrem Kind, das bei der Familie geblieben ist. Versinkt in Depression.

Sklaverei

Unterrichtsgespräch über Sklaverei. Afghanen und Araber haben kein Verständnis, warum Sklaverei etwas Schlechtes sein soll. Für arme Leute sei das eine angemessene Versorgung. Sie hätten wenigstens zu essen und zu trinken. Die Afrikaner sind sehr wütend.

Gewalt

Nigerianerin hat panische Angst, wenn wir sie aufrufen und sie etwas sagen soll. Wir fragen nach. Sie wurde immer geschlagen in der Schule. Wir reden mit ihr; ihr geht es zunehmend besser. Sie besteht die Prüfung und bekommt eine feste Anstellung.

Auch Syrer sagen, dass vor allem in der Koranschule stets geschlagen wurden. Die meisten haben häusliche Gewalt erlebt.

Religion

Bosnier klagt, dass in Bosnien nur Geld für Moscheen fließt (Türkei, also Muslimbrüder), aber keiner (EU) in die Wirtschaft und in Arbeitsplätze investiert.

Abtrünnige

Afghanische Mutter zu konvertiertem Sohn: „Nimm dich in Acht vor den anderen, sage ihnen nichts, das ist gefährlich für dich.“

Gespräch über Religionsfreiheit in Afghanistan. Man würde mit einem Nachbarn, der konvertiert oder vom Glauben abfällt, nicht mehr sprechen, ihm nichts abkaufen, ihm nichts verkaufen. Vermutlich würde man die Kinder auf dem Schulweg hänseln. Irgendwann würde sein Haus brennen.

Menschen, die nicht glauben, kann es nicht geben.

Selbst die tolerantesten können nicht akzeptieren, dass viele Menschen von Natur aus homosexuell sind. Sie äußern sofort Gewaltphantasien: „Wenn ich so einen sehe, möchte ich ihm eine reinhauen.“

Pakistaner, Fluchtgrund blutiger Streit mit dem Onkel, inzwischen mit einer Deutschen liiert: „Ich kann das meinen Eltern nicht erzählen. Die würden mit mir brechen.“

Kriminalität

Bosnier erzählt immer, er möchte Polizist werden. Klaut Kreditkarten von Mitschülern und betrügt mit Kumpels systematisch an der Kasse. Entlassen.

Politik

Erklärungsmuster zu den Konflikten in der muslimischen Welt: Israel muss von der Landkarte getilgt werden. Denn von dort kommt alles Schlechte.

Die USA sind nicht die erste westliche Demokratie, sondern das Weltböse, das Israel in die Welt gesetzt hat. Deutschland-Europa hat das Potenzial, das zu beenden (gemeint ist der Holocaust), was es im WK 2 begonnen hat.

Geschichte

Wir lesen die Weihnachtsgeschichte. Keiner weiß, dass es ein römisches Reich gab. Und dass es damals bereits Juden gab. Alles beginnt im Jahr 622 mit der Hidschra.

Großes Staunen über Bilder von München nach dem 2. Weltkrieg, dass es hier einmal so schrecklich aussah. So eine Zerstörung haben viele zuhause gesehen.

Eine Gruppe möchte unbedingt das KZ in Dachau besuchen, um von den Verbrechen des Nationalsozialismus zu erfahren.

Ehrenhafte Berufe

Einzelhändler ist ok. Kleider besser als Lebensmittel. Möbel noch besser, aber Autos verkaufen wäre am allerbesten.

Analphabeten

Bin auf Fortbildung. Von Kollegen aus den Berufsintegrationsklassen, die 18-25-Jährige besuchen, höre ich, dass von den neu nach Deutschland gekommenen Migranten und jetzt auch Migrantinnen immer weniger Ausbildungsreife erlangen: „Erst haben fast die Hälfte nach 1-2 Jahren eine Ausbildung begonnen. Jetzt gerade mal 20 % und es werden immer weniger. Nach 2 Jahren können vorwiegend Afrikaner weder Lesen noch Plusrechnen. Sie können es einfach nicht. An ein Sprachniveau B1 oder den Hauptschullehrplan ist nicht zu denken. Und schon vorher haben wir immer gesagt: Der Schulabschluss ist unser Willkommensgeschenk.“

Erfahrungen mit Muslimen, die schon länger in Deutschland leben. Letzteres meinen Beobachtungen nach unter zunehmenden Einfluss islamistischer Gruppierungen wie den Muslimbrüdern:

Hierarchie der Berufe

Muslimischer Schüler macht Praktikum in Handwerksbetrieb. Entsetzen bei den Mitschülern. Das ist nämlich unterstes Niveau. Hakan erklärt es mir: Wenn schon kein respektabler Beruf wie Rechtsanwalt oder Arzt, dann wenigstens einen, wo man anständig gekleidet ist. Wenn man Arbeitskleidung braucht oder, dreckig wird oder gar Dreck anfassen muss, dann ist man echt arm dran. Man bekommt keinen Respekt (der wichtigste Wert unter meinen muslimischen Schülern).

Ehrenmorde

Kommentar im Ethikunterricht: Unschön, aber was soll der Mann schon tun, wenn die Frau nicht gehorcht.

Drohungen

Wir kriegen eh‘ mehr Kinder, dann habt ihr hier nicht mehr das Sagen.

Fernhalten

Muslimische SuS sitzen in der Regel neben muslimischen SuS. Situation: Muslimische S sitzt am Beginn des Schuljahrs allein. Aufforderung, sich neben eine andere Schülerin zu setzen. Ihr Antwort: „Ich sitze gerne allein.“ (Tut sie nicht, denn jetzt sitzt sie neben drei muslimischen Jungs, mit denen sie sich lebhaft unterhält.)

Deutsche Schlampen

Deutsche Mädchen wollen keine Referate in Anwesenheit v.a. männlicher muslimischer Schüler halten. Sie werden unterbrochen, bei Fehlern schnell verlacht und hören viele hinter dem Rücken gemachte Bemerkungen im Stil von „Frauen in Frankfurt klar machen (youtube)“.

Prostituierte sind eben Frauen, die sich für den Beruf „eignen“. Jedenfalls keine Muslimas.

Arabische Schriftzeichen

Was malt denn ein Schüler da? Scharia in arabischer Schrift. Er wird rot, als ich es vorlese und knüllt es zusammen. Wieso? Ich kann ihn schon länger nicht einordnen und spüre, dass er zwischen den Welten schwankt. Von zuhause her schätze ich ihn eher weltoffen ein, so wie er von seinem Vater erzählt, aber es gibt auch andere Einflüsse. Zu Beginn des Schuljahres sagte er über sich: Ich habe den Deutschen Pass, aber ich bin Araber (aus dem Irak).

Verschwörungstheorien

Die Protokolle der Weisen von Zion sind plötzlich in aller Munde. Ein paar wollen wissen, was das ist und ob es wahr ist. Andere sind sehr still. Andere versuchen ihren Kumpels „den Kopf zu waschen“. Die Deutschen haben keine Ahnung, wovon die Rede ist.

Gedenken

2015 2xGedenkstunde wegen Paris. Einige muslimische Schüler verweigern die Schweigeminute.

Anschläge

Morgens nach 2x Paris und einmal Berlin im Klassenzimmer. Mitgefühl mit den Opfern: Null. Unverhohlene Schadenfreude. Hat ja eh der französische Geheimdienst gemacht (inklusive Videobeweis auf youtube). Und von anderen das Unvermeidliche: Das sind ja keine richtigen Muslime.

Nach einem Anschlag auf Muslime, tief getroffene muslimische Schüler. In eher deutsch geprägten Klassen: Kein Wort. Business as usual.

Clans

Immer wieder gibt es einzelne Schüler, die von den anderen mit höchstem Respekt behandelt werden. Wenn jemand zu spät in die Klasse kommt, entschuldigt er sich nicht bei der Lehrkraft, sondern grüßt den besonderen Schüler. Diese reden kein Wort über sich persönlich, äußern nie irgendwelche Ansichten. Sie sind oft intelligent, aber völlig desinteressiert am Unterricht, in dem das deutsche politsche System oder Gesetzen erklärt wird. Ihre Körpersprache zeigt Verachtung. Im Ethik-Unterricht melden sie sich nie. Kontakte mit der Lehrkraft vermeiden sie. Sie gehen nie zur Schulsozialarbeit.

Clan-Schüler, die im Familienbetrieb arbeiten, verweigern oft komplett die Mitarbeit in der Schule. Der Betrieb hält sie nicht dazu an, mit der Schule zu kooperieren. Beispiel: wegen Unterschleif Blatt abgenommen. S beleidigt mich, ich erteile Verweis. Seine mit ihm verwandte Chefin zeiht mich der Unverschämtheit und beschwert sich über mich bei der Schulleitung.

Manchmal gibt es wütende Mädchen, die im Konflikt mit ihrer Familie stehen. Sie reden nie darüber: „Sie haben ja eh keine Ahnung.“

Weltoffenheit

In Deutschland geboren, deutsche Staatsangehörigkeit: Ich bin Araber. Könnte auch heißen ich bin Türke. Ihre Heimat ist nicht hier.

Mit SuS (alle in München geboren) am Tegernsee: Schau mal, eine Kuh, wie daheim!

Abends kommt die Verwandtschaft, am Wochenende besucht man die Verwandtschaft und in den Ferien fliegen alle nach Hause. Sie reisen nicht in Deutschland, nicht in Europa, nicht in der Welt.

Es ist selten, dass ein Muslim gut Englisch spricht oder gar am Praktikumsprogramm teilnimmt. Anspielungen aus Star Wars oder anderen Serien verstehen muslimische Schüler oft nicht. Ercan, ein engagierter Schüler: „Ich schaue nur türkisches Programm mit meiner Familie. Das sind so Liebesfilme.“

Deutsche Sprache

Deutsche Kinder sprechen Ausländerdeutsch, können keinen korrekten Satz formulieren (trotz normaler Intelligenz), türkischstämmige SuS haben deutliche Sprachschwierigkeiten. Die Eltern sprechen in beiden Fällen wunderbar akzentfrei fließend deutsch.

Viele bürgerliche Familien mit Migrationshintergrund achten ebenso sehr wie deutsche Familien darauf, nicht in den falschen Schulsprengel zu ziehen.

Rap

Ich halte Rap für Jugendkultur und Protest. Erwachsene ärgern halt. Serbischer Schüler: „Oh jeh, Sie haben keine Ahnung!“ Seitdem befasse ich mich mit den Texten und lasse im Klassenzimmer nur noch bestimmte Sachen zu.

Abtreibung

Palästinensische Importfrau (Ehe wurde auf Distanz vermittelt) verlässt Ehemann nach zwei Abtreibungen, die er verlangt hat, weil es nur Mädchen sind.

Erdogan/Islam

Offen zu Erdogan bekennen tun sich nur sehr naive Schüler (mich hat die Zustimmung der Deutschtürken bei der Verfassungsänderung und Erdogan-Wahl nicht überrascht). Da kommen dann auch Sprüche aus dem Islamunterricht wie:

„Wir tragen keine kurzen Röcke wie die Christinnen.“

„Schweine sind unrein, weil sie bluten wie Frauen.“

„Jedes Wort im Koran ist wahr, deshalb ist das meine (einzige) Wahrheit.“

Andere zitieren die Sure, in der vom jüdischen Tötungsverbot die Rede ist und sagen dann: „Das sind keine richtigen Moslems.“ Viele gemäßigte eher kulturelle Muslime fühlen sich sofort angegriffen, aber nie als Teil einer Gruppe, die antiwestliche Werte vertritt und damit Teil des Problems ist (Hörbar im Rap (Sadiq, Kollegah, Farid Bang und in Videos wie „Frauen in Frankfurt klar machen“).

Brüder

Säkular eingestellter Muslim aus dem Kosovo: Der Chef hat mich sofort als Bruder behandelt. Wir haben gemeinsam über 10.000 Euro geklaut (vom Arbeitgeber). Der Bezirksleiter hat mir aber ein gutes Zeugnis gegeben. Er war auch Moslem und sagte, dass er einen Bruder nicht reinreitet.

Antisemitismus

Mit einer Gruppe muslimischer SuS besuche ich das jüdische Museum (auf Geheiß der Schulleitung, weil die Kollegin erkrankt ist). Es beginnt schlecht, weil die SuS gebeten werden, sich auf den Teppichboden zu setzen. Protest. (Habe ich auf Wandertagen schon erlebt, dass man auf Steinen oder Baumstämmen nicht rasten kann). Obwohl sie sagt, dass sie sich mit Muslimen auskennt, verwechselt die Museumspädagogin alhamdulillah (Gott sei Dank) mit allahu akbar (Gott ist der Größte) (PS: Kenne die deutsch-arabische Schreibung nicht). Diskussion. Klarstellungen. Verletztes Ehrgefühl geht vor Höflichkeit. Eine Gruppe S verlässt den Raum und geht nach oben. Dort verschmieren Sie das Gästebuch. Die Aufsicht von oben ist außer sich, die Pädagogin weint. S erklären später, sie seien nur wütend auf die Frau gewesen, weil sie nicht respektvoll war. Sie wüssten, dass sie als Jüdin in München nichts mit den israelischen Kindermördern zu tun hätte.

Jeder Muslim an der Schule kennt die Rothschilds: Reichste Familie der Welt, haben alle Politiker gekauft, steuern die Presse.

Gewalt

Viele haben sie in der Familie erlebt. Männliche Schüler drohen regelmäßig damit, sie zeigen entsprechende Körpersprache. Sie ignorieren deutsche Schüler (beachten ihre Kritik nicht) oder dominieren sie (verlachen).

Beobachtungen einer Ärztin in eigener Praxis: Verwandetenehen/Beschneidung (Initiative an der Basis)

Ärztin Astrid M. ist seit ca. einem Jahr Teil unserer Initiative an der Basis.

Beobachtungen einer Ärztin in eigener Praxis:

Ich behandele zum Teil Patienten mit Migrationshintergrund.

Manche eng verwandte Migranteneltern sehen in den relativ hohen staatlichen Pflegegeldern für behinderte Kinder im Vergleich zu den Leistungen nach Hartz IV einen finanziellen Vorteil und nehmen daher die Zeugung weiterer behinderter Kinder in Kauf. Auch das Jobcenter setzt sie anscheinend nicht mehr unter Druck. Sie brauchen anscheinend nicht zu arbeiten und können wohl auch dank des hohen Pflegegeldes beachtlich oft in ihre Heimatländer fliegen. Die unzumutbare Belastung bei der Pflege ihrer behinderten Kinder stellen meine Patienten nicht kritisch mit ihren kulturellen für Deutsche unzeitgemäßen Überlieferungen in Frage. Stattdessen fordern sie noch höhere Sonderleistungen für die Betreuung.

In manchen Familien haben mehrere Kinder eine Sichelzellanämie (Thalasämie). Bei einer Familie schafften drei Kinder das Abitur. Ein Kind ist kleinwüchsig und ohne Hauptschulabschluss, der Kopf ist auffallend schmal, die Augen stehen eng zusammen, die Sprache ist verwaschen. (Kürzlich wurde dieses Kind Mutter.) Ein Sohn heiratete die Cousine, sein Kind ist geistig und körperlich schwerstbehindert. Er bekommt für dieses Kind ca. 3.000 Euro im Monat vom Amt; zusätzlich werden ca. 1.200 Euro aus öffentlichen Mitteln an die Kindertagesstätte gezahlt.

Eine Patientin arbeitet in einer Tagesstätte für Behinderte. Beiläufig erzählte sie, dass etwa ein Drittel der Kinder aus Migrantenfamilien stammen. Die Mütter, die ihr behindertes Kind nachmittags abholen, kämen meist mit einem oder zwei kleineren Kindern, die ebenfalls behindert auf sie wirkten. Die Familien sähen nicht unglücklich aus. Oft sei die Mutter schwanger und möchte so oft weitere Kinder bekommen, bis ein gesunder Junge zur Welt kommt.

Eine andere Patientin hat in mehreren Kindertagesstätten mit hohem Migrantenanteil gearbeitet. Sie sagt, dort werde ganz offen erklärt, dass behinderte Kinder Vorteile brächten: Sie wachsen den Eltern nicht über den Kopf und ernähren die Familie durch erhöhte öffentliche Sozialleistungen – ein vielfaches mehr, was sie in ihrem Heimatland durch Arbeit je verdienen können.

Eine weitere Patientin, die mit ihrem Cousin ein schwerstbehindertes Kind hat, erzählte mir, dass ihre Familie dennoch nicht von Ehen unter Verwandten ablassen wolle. Die Behinderungen mit Erbkrankheiten durch Verwandtenehe in Verbindung zu bringen, sei ,,Quatsch”. Sie selbst hat Abitur und wollte studieren. Das Risiko einer Verwandtenheirat war ihr bewusst. Sie unterzog sich deshalb einer genetischen Blutuntersuchung; diese schloss aber nur wenige erbliche Risiken aus. Das Paar wolllte ihre Heiratsabsichten nicht ändern, als es erfuhr, dass trotzdem seltene Erbkrankheiten entstehen können, die genetisch nicht vorausgesehen werden können. Sie hofften, dass es sie nicht träfe und überließen es dem Zufall, ein gesundes Kind zu bekommen.

(Warum sich bei Kindern aus Verwandtenehen das Risiko für Erbkrankheiten deutlich erhöht, ist leicht zu erklären. Eltern, die miteinander verwandt sind, besitzen gleiche Mutationen, die im doppelten Satz auf die Nachkommen übergehen. Nichtverwandte Eltern haben ebenfalls Mutationen, jedoch meist verschiedenartige, sodass sie nur im einfachen Satz übertragen werden und potenzielle Krankheiten meist nicht ausbrechen. Rezessiv wird die Erbanlage aber an die Nachkommen weiter gegeben.
Der Pränataldiagnostiker Prof. Rolf Becker stellte in einer Studie mit einer Laufzeit über zwanzig Jahre fest, dass bei Kindern aus Verwandtenehen erbliche Behinderungen mehr als doppelt so häufig auftreten wie bei Kindern, deren Eltern nicht blutsverwandt sind).

Eine Patientin wurde nach ihrer Geburt wegen eines offenen Zugangs zwischen den Herzkammern operiert. Ihre Eltern sagten, dass diese Behandlung damals 200.000 DM gekostet hätte. Den Herzfehler habe sie von ihrem Großvater geerbt, der vor vielen Jahren deswegen nach Deutschland immigrierte, um sich operieren zu lassen. In ihrer Familie werde es gern gesehen, dass die Kinder untereinander heiraten. Zwei Cousinen hätten in den letzten Jahren Kinder mit dem gleichen Herzfehler bekommen; bei einem Baby sei die Operation gelungen, das andere sei kurz nach der Operation gestorben. Der Schmerz war groß – und dennoch gebe man in dieser Familie Verwandtenehen den Vorzug.

Gefördert werden Verwandtenehen auch dadurch, dass viele Mädchen von ihren Brüdern und Cousins streng bewacht werden. Das verringert die Chance der Mädchen, einen nicht verwandten potenziellen Ehemann kennenzulernen.

Das Inzestproblem greife ich aus Mitgefühl für die Kinder und ihre Familien auf. Mir als Ärztin geht es um den Schutz dieser Menschen, insbesondere der Frauen, die für die Betreuung der Kinder sehr viel Zeit aufwenden und sie bei leidvollen Untersuchungen und Behandlungen begleiten müssen.

Eine Aufklärungskampagne ist zwar dringend erforderlich, stößt aber in den Kulturen der meisten Migranten auf aggressiven Widerstand. Die Duisburger Sozialwissenschaftlerin Yasemin Yadigaroğlu, die sich in Nordrhein-Westfalen um eine solche Kampagne bemüht hat, berichtet, auf wieviel Argwohn sie dabei gestoßen ist.

Häufige Erbkrankheiten sind: schwere Extremitäten- und Gonadenanomalien, komplexe Herzfehler und Fehlbildungen anderer innerer Organe, Epilepsien, Intelligenzminderung, Kleinwuchs, Stoffwechselkrankheiten, Blindheit, Gehörlosigkeit und Sichelzellanämien. [1]
Eine Studie der Universität Birmingham führte zu dem Befund, dass 60 % der Todesfälle von Kindern aus Verwandtenehen hätten verhindert werden können. Zeit Online 23.07.2012//Spiegel 36/2009
Die Berliner Professoren für Pränataldiagnostik Rolf Becker und Rolf-Dieter Wegner fanden schwere Erbkrankheiten bei 14,3 % von 500 Verwandtenehen. (Spiegel 36/2009) Bei Verwandtenehen über mehrere Generationen hinweg stieg die Erkrankungsquote auf 25 %. Jürgen Kunze, Leiter der genetischen Beratungsstelle der Charité, stellte fest, dass es sich     bei 80 % der Ehen aus dem Nahen Osten um Verwandtenehen handle. Panorama 25.02.2007; Axel Springer ,,Die Welt”).

Meistens wollen die Paare nicht wahrhaben, dass mit zunehmendem Alter des Kindes der Pflegeaufwand exponentiell wachsen kann, z.B. wenn das Kind lebenslang gewindelt werden muss.

Für viele meiner Migrantenpatienten gilt zunächst, dass das hohe Kinder- und Pflegegeld die Einbußen an Lebensqualität aufwiegt.

Wie wollen unsere Politiker mit diesen hohen Kosten umgehen, die die ganze deutsche Bevölkerung mittragen muss?

Muslimische Inzucht ist sehr weit verbreitet. Nach den Daten der BioMed Central for Reproductive Health[2] stammen 50 % aller Moslems aus Inzuchtfamilien. Die Quoten in den folgenden Ländern, bezogen jeweils auf die Gesamtheit der Eheschließungen, kennzeichnen das Ausmaß der Blutsverwandschaft durch Hochzeiten zwischen Cousins ersten Grades:

  • 70 % aller Ehen in Pakistan
  • 25 – 30 % in der Türkei
  • 34 % in Algerien
  • 46 % in Bahrain
  • 33 % in Ägypten
  • 80 % in Nubien (südliches Ägypten)
  • 60 % im Irak
  • 64 % in Jordanien
  • 64 % in Kuwait
  • 42 % im Libanon
  • 48 % in Libyen
  • 47 % in Mauretanien
  • 54 % in Qatar
  • 67 % in Saudi-Arabien
  • 63 % im Sudan
  • 40 % in Syrien
  • 39 % in Tunesien
  • 54 % in den Vereinigten Arabischen Emiraten
  • 45 % im Yemen
  • 40 % der Pakistanis, die in Dänemark leben
  • 15 % der türkischen Einwanderern, die in Dänemark leben
  • mehr als 50 %  der pakistanischen Einwanderer in Großbritannien

Bei meinen Patienten kommt seit Jahren keine Veränderung im Denken bei diesem Thema in Bewegung. Die Gründe dafür sind vielfältig und fixiert. Zum einen wird Inzucht im Koran, Sure 4, erwähnt, zum anderen ermöglicht die Heirat unter Verwandten den Familien, ihre Töchter in der Nähe zu halten, um sie besser observieren zu können, was die Beachtung der Scharia-Gesetze angeht. Der dritte und wohl wichtigste Grund ist, dass Mohammed selbst seine Cousine geheiratet hat. Da die meisten Muslime ihrem Helden und Idol nacheifern und ihn nicht kritisieren dürfen, scheint die Verwandtenehe im Islam einem religiösen Gebot nahe zu kommen.

Der Anteil von Verwandtenehen unter Migranten in Europa an sämtlichen Eheschließungen in dieser Gruppe ist in manchen Großfamilien möglicherweise noch höher als im Heimatland, da diese Menschen in der Diaspora leben und wie sie selbst offen zugeben, Europäer mit anderen Wertvorstellungen meiden. Außerdem dienen Verwandtenehen dazu, Familienangehörige zu importieren, damit sie am westlichen Wohlstand teilhaben können. Diese Haltung verschafft innerhalb der Familie hohes Ansehen.

Auch jene Kinder, die keine von den Eltern arrangierten Ehen eingehen, möchten nicht in ihrer Familie Loyalitätskonflikte auslösen. Sie heiraten deshalb oft ,,freiwillig“ einen Partner, den die ältere Generation bevorzugt.

Welche Belastung diese Haltung für unsere Sozialkassen bedeutet, scheint kein Politiker auszusprechen wagen.

Screen Shot 2019-03-31 at 5.31.08 PMIch behandle auch Patienten, die durch ihre rituelle Beschneidung leiden.

Wenn diese Verstümmelung gesetzlich verboten wäre wie beim weiblichen Geschlecht, hätte die Familie diesen Gewaltakt nicht vorgenommen, beklagen sie. Sie leiden an unbefriedigender Sexualität, denn: die Qualität des Orgasmus ist durch das Fehlen des Organs Vorhaut vermindert bis zerstört. Meine beschnittenen Patienten versuchen dies mit einer höheren Coitusfrequenz auszugleichen, welches für ihre Partnerinnen oft unzumutbar ist. Diese erschwerte unzureichende bis unmögliche sexuelle Befriedigung fördere ihr Aggressionspotential.

Beschnittene homosexuelle Patienten weigern sich, Kondome zu benutzen, weil die Empfindungsfähigkeit dann noch mehr behindert wäre. Sie nehmen das höhere HIV Risiko in kauf.

Auffallend höher sind bei beschnittenen Patienten mit zunehmendem Alter Meatusstenosen (Harnröhrenausgangsverengung).

Sowohl die Partnerinnen als auch die beschnittenen Männer selbst klagen über Schmerzen beim Geschlechtsverkehr wegen der hart gewordenen Eichel, die sonst von der Vorhaut weich und feucht gehalten wird. Auch die Behaarung am Schaft des Gliedes ist störend beim Eindringen, welcher sonst von der unbehaarten Vorhaut bedeckt ist.

Meine Patienten, die darüber sprechen sind nur die Spitze vom Eisberg. Sie verstehen nicht, warum sie als wehrloser Junge nicht wie Mädchen vor solchen willkürlichen medizinisch unbegründeten Eingriffen geschützt wurden. Es wird als Abwertung männlicher Genitalien empfunden in einem Staat, der geschlechtliche Gleichberechtigung vorgibt zu garantieren.

Das in unserem Grundgesetz verankerte Recht auf Gleichstellung der Geschlechter wird als ,,kultursensibles“ Zugeständnis geopfert.

Frage an unsere Politiker:

Wann wird der §163 1d BGB ersatzlos gestrichen?

 

[1] Vgl. Janine Flocke: „Verwandt, verlobt, verheiratet“, in: Zeit Online, 16.03.2007, und Peter Wensierski: „Schlechtes Blut“, in: Spiegel Online, 31.08.2009.

[2] Tadmouri, Ghazi O. et. al.: „Consanguinity and reproductive health among Arabs“, in: Reproductive Health, 08.10.2009. Siehe https://doi.org/10.1186/1742-4755-6-17

Erfahrungsbericht von Integrationskurslehrerin Gabriele Fröhler aus Bielefeld: “Warum ich meine Arbeit aufgab”

Bielefelder Integrationskurslehrerin Gabriele Fröhler ist Mitglied unserer Initiative an der Basis.

“Warum ich meine Arbeit aufgab”Screen Shot 2019-03-30 at 6.43.47 AM

Von Gabriele Fröhler

Von Herbst 2016 an bis zum Sommer 2017 habe ich Deutschunterricht an einer privaten Sprachschule gegeben. Typischerweise waren drei Viertel der Kursteilnehmer meiner Klasse männlich.Vom BAMF hatte ich eine Ausnahmegenehmigung als Kursleiterin für Alphabetisierungskurse, die zunehmend zahlreicher wurden.

Die Unterrichtstätigkeit war sehr aufreibend, da die meisten TeilnehmerInnen das Lernen nicht gewöhnt waren, sich schlecht konzentrieren konnten, schnell unruhig und laut wurden und auch untereinander rasch aneinander gerieten.

Die Anwesenheitsliste reichte ich erst kurz vor Unterrichtschluss herum, da ansonsten nicht sicher gestellt war, dass die SchülerInnen im Unterricht blieben.

Ein Schüler aus dem Irak hob seinen Arm gegen mich, als ich ihm nicht erlaubte, dem Unterricht fernzubleiben, um sich eine Wohnung anzuschauen.

Sachliche Diskussionen waren meistens nicht möglich, da sich umgehend Lager bildeten, die sich anschrien.

Der Unterricht dauerte von 17 Uhr bis 20 Uhr 15. Generell wurden gerne Termine in die Unterrichtszeit verlegt. Das war nicht nur in diesem Kurs so, wie ich Aushängen entnehmen konnte, die in den Klassenräumen hingen.

Viele meiner Kolleginnen aus Osteuropa standen der deutschen Migrationspolitik mit Unverständnis und Ablehnung gegenüber. Eine Kollegin aus dem ehemaligen Jugoslawien berichtete mir, dass sie während des Jugoslawienkrieges in Deutschland mit ihrer Familie Asyl erhalten hätte und unterschreiben musste, dass sie nach Kriegsende Deutschland verlassen würden, was auch geschehen sei. Diese Verpflichtung sei mittlerweile völlig weggefallen und die Asylbewerber rechneten fest damit, in Deutschland – auch wegen der laschen Abschiebepraxis – bleiben zu können.

Im Herbst 2017 nahm ich an einer Weiterbildung ( Alphabetisierungskurs ) beim IB ( Internationaler Bund ) teil. Dort erfuhr ich, dass die Anforderungen an das Sprachlevel B1 ( Wichtig für die Aufnahme einer Berufstätigkeit) gesenkt worden seien.

In den Gruppenarbeitsphasen tauschte man Erfahrungen aus. Eine TeilnehmerIn brach in Tränen aus, als sie berichtete, dass ein Schüler ihr den Handschlag verweigert, andere äußerte ihre Bedenken darüber, dass natürlich auch sogenannte Gefährder im Unterricht sitzen.

Die Anspruchshaltung vieler ( nicht aller ) Asylbewerber an den Staat war enorm. Es wurden größere Wohnungen wegen des Kinderreichtums, andere Lehrer, mehr Taschengeld usw. verlangt.

Die Deutschen wurden wegen ihrer geringen Kinderzahl und ihrer Liebe zu Haustieren bemitleidet, bzw. kritisiert.

Als Lehrerin hätte ich mir ein zweigleisiges Angebot gewünscht. Neben dem Sprachkurs sollten die Asylbewerber eine berufliche Unterweisung erhalten, die ihnen in ihrem Herkunftsland eine echte Perspektive eröffnet und sie befähigt, am Aufbau ihrer Heimat mitzuarbeiten.

Ich sehe sehr große Schwierigkeiten, diese Menschen in unsere Gesellschaft und unsere Arbeitswelt zu integrieren.